Wie man mit Neid bei Kindern umgehen sollte

Neid bei Kindern
Bekommt ein Kind ein Geschwisterchen, so sind Situationen, in denen Neid beim ersten Kind aufkommt, vorprogrammiert. Neid ist ein Mitglied aus unserem natürlichen Spektrum der Gefühle, das zwar nicht angenehm ist, jedoch auch seine Nützlichkeit hat.

Neid kommt nicht nur zwischen Geschwistern auf, ist aber bei ihnen besonders häufig ausgeprägt. Dies hängt damit zusammen, dass Eltern ihre Kinder nie zu 100% gleich behandeln können, in manchen Situationen ist dies auch nicht angebracht.

Mehr über den Umgang mit Neid bei Kindern.



Ist eines der Kinder krank, so ist es durchaus sinnvoll, ihm mehr Aufmerksamkeit zu geben, oder es etwas zu verwöhnen. In so einem Fall muss man dem Neider zu verstehen geben, dass er selbst bei Krankheit eine bevorzugte Behandlung erfahren wird. Dies wird ihm lieber sein, als später selbst auf dieses Privileg verzichten zu müssen.

Neid entsteht in erster Linie, wenn Kinder sich benachteiligt fühlen und mit ansehen, dass die Geschwister etwas bekommen, das sie selbst in diesem Moment gerne hätten. Unter Geschwistern sind die häufigsten Gründe aber auch die Gunst um Aufmerksamkeit, die Fähigkeiten und der Wettkampf um Lob und Anerkennung, sowie Dinge, die durch den Altersunterschied einem Kind zugesprochen werden, dem anderen nicht.

Gewisse Dinge, wie Kleidung, Spielzeug, usw. zählen auch schon unter Kindern zu Statussymbolen, die ihr Ansehen aufwerten. Es ist also auch normal, dass ein Kind auf andere Kinder neidisch ist, die mehr haben, oder deren Sachen grundsätzlich von der teuersten Sorte sind.

Eltern sollten dieses Verhalten nicht verteufeln, allerdings auch nicht zu sehr unterstützen. Versuchen Sie, den Wünschen Ihrer Kinder gerecht zu werden, ohne sich aber dazu nötigen zu lassen, gewisse Dinge nur zu kaufen, weil sie ein Klassenkamerad besitzt. Helfen Sie lieber dem Kind, seinen eigenen Geschmack zu entwickeln, indem Sie ihm nahe legen, sich an sich selbst zu orientieren, nicht an den anderen.

Gewöhnt sich das Kind zu sehr daran, dass sein Neid damit belohnt wird, dass es bekommt, was es wollte, so wird dies keinesfalls die Unzufriedenheit mit sich selbst kurieren, sondern eher mehr Probleme schaffen. Dieses Verhalten kann dazu führen, dass man seinen Eigenwert nur über Äußerlichkeiten definiert und nicht an seinen eigenen Stärken.

Genauso sollte man mit Geschwistern umgehen, die aus Gründen des unterschiedlichen Charakters oder der Fähigkeiten des anderen neidisch reagieren. Ihnen gilt es klar zu machen, dass sie auch besondere Stärken haben und Sie als Eltern sehr stolz darauf sind. Im Vordergrund steht die positive Bestärkung dieser Fähigkeiten und die Minimierung des Vergleichs mit anderen.

Die Kommunikation steht an erster Stelle, denn wenn man die Dinge offen ausspricht, können auch Irrtümer schnell aus dem Weg geräumt werden und übertriebene Gefühle beschwichtigt werden. Über die Dinge zu sprechen, hilft sie zu neutralisieren und hat auf lange Sicht den Vorteil, dass alle einander verstehen und achten lernen.

Jeder Mensch muss lernen, mit Frustration und Enttäuschung fertig zu werden, aber auch, dass es normal ist, solche Gefühle überhaupt zu entwickeln.

Zum Problem wird Neid meist erst, wenn auch die Eltern nicht in der Lage sind, Gerechtigkeit vor Bevorzugung walten zu lassen, oder ein eindeutiges Lieblingskind haben, dem sie in der Tat ständig mehr Aufmerksamkeit und positive Reaktionen zukommen lassen. Das andere, oder die anderen Kinder, läuft dann Gefahr, seine Persönlichkeitsentwicklung zu behindern, denn bei über lange Zeit hinweg begründetem Neid, wird auch die kindliche Seele und das Selbstwertgefühl verletzt.

 

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