Kann man Frühaufstehen lernen?

 

Kann man Frühaufstehen lernen?

Es scheint zwei Arten von Menschen zu geben: die einen sind immer schon vor dem Morgengrauen aus den Federn, die anderen kriegen ihren Hintern ewig nicht aus dem Bett.

Auch wenn es schön ist, mal so richtig lange im Bett zu bleiben, wenn man es irgendwann gegen mittag aus den Federn schafft, ist meist der ganze Tag zäh und unproduktiv. Nicht nur kann das auf die Dauer nerven, dass man nichts geschafft bekommt, es ist in unserer Gesellschaft unabdinglich, einigermaßen zeitig aufzustehen. Es gibt Leute, die behaupten, dass alle erfolgreichen Menschen Frühaufsteher sind. Das wage ich zu bezweifeln, denn Erfolg ist eigentlich nicht messbar. Es kommt darauf an, was für Maßstäbe ich mir selbst gesetzt habe, und ob ich persönlich mich erfolgreich finde oder nicht. Tatsache ist jedoch, dass unsere tägliche Arbeit uns in der Regel dazu verpflichtet, früher aufzustehen, als uns lieb ist.

Manchen fällt das nur besonders schwer. Gibt es irgendetwas, das man dagegen tun kann, dass jeder Morgen zur Qual wird und die Laune auf den Nullpunkt sinkt, oder muss man sich damit abfinden, dass einem das Frühaufsteher-Gen nicht angeboren ist?

Die Antwort ist: Man kann grundsätzlich alles an sich selbst ändern. Es gibt nur zwei Dinge, die man dafür braucht.

1. Der Wille muss da sein. Und zwar wirklich und wahrhaftig. Wir können anderen etwas vormachen, aber nicht unserem Unterbewusstsein. Wir können alles schaffen, was wir wollen, aber wir müssen es wirklich wollen.


2. Wir brauchen die richtige Strategie. Wir legen uns einen Plan zurecht, wie wir unser Ziel erreichen wollen, aber wir müssen ihn natürlich auch befolgen.


Nachdem wir uns nun einig sind, dass ihr auf jeden Fall den Wunsch haben müsst, morgens früh leichter aus dem Bett zu kommen, wenden wir uns nun der Strategie zu.


Schritt 1: Beobachtet euer individuelles Schlafmuster. Macht euch ein Bild davon, wieviele Stunden Schlaf ihr im Durchschnitt braucht, was ihr momentan tatsächlich an Schlaf bekommt (in der Regel zuviel) und welche Wachstunden eure produktivsten sind.


Nehmen wir eine Beispielperson: Thomas geht frühestens um Mitternacht ins Bett und steht vor 10 Uhr niemals auf. Er würde normalerweise mit 8 Stunden Schlaf gut auskommen, aber er schläft täglich mindestens 10 Stunden. Das sind nicht nur zwei Stunden pro Tag verschenkte Zeit, es macht ihn eigentlich träge in der Zeit wo er wach ist. Da er eher zum Nachtmenschen tendiert, sind die Abendstunden bei ihm die produktivste Zeit. Das könnte aber auch daran liegen, dass er nach zuviel Schlaf morgens und nachmittags erst einmal in Schwung kommen muss.


Schritt 2:
Geht erst ins Bett, wenn ihr müde seid. Es bringt gar nichts, ins Bett zu gehen, weil die Uhr sagt, dass es 10 Uhr abends ist, wenn ihr nicht schläfrig genug seid. Ihr werdet euch dann nur sinnlos im Bett herumwälzen. Wartet, bis euch die Augenlider schwer werden, so dass ihr innerhalb von 5 Minuten einschlafen könnt, nachdem ihr euch hingelegt habt.


Am Anfang seiner Umstellung geht Thomas weiterhin erst um Mitternacht oder später schlafen. Da er sich seinen Wecker jetzt auf 5 Uhr morgens stellt, bekommt er zunächst nicht genug Schlaf. Wahrscheinlich wird das am ersten Tag schwierig sein, und er wird sich durch den Tag schleppen, aber das ist er eigentlich ja schon gewohnt. Dafür ist er abends dann schon um halb zehn so müde, dass er ins Bett fällt, dass er locker seinen Schlaf der vergangenen Nacht nachholt.


Schritt 3: Jeden Tag um die gleiche Zeit aufstehen. 7 Tage die Woche. Es muss so normal werden, dass ihr automatisch von selber aufwacht. Das sonntägliche Ausschlafen stört den Rhythmus und wirft euch zurück.


Ihr müsst nicht gleich so extrem wie Thomas sein und um 5 Uhr aufstehen, es sei denn, der Job verlangt es, aber ihr müsst konsequent sein. Das wird am Anfang besonders am Wochenende überwindung kosten, aber euer Wunsch, zum Frühaufsteher zu werden, motiviert euch hoffentlich genug.


Ihr werdet feststellen, dass ihr nach einer Weile nicht nur automatisch zur gewünschten Zeit ohne Wecker aufwacht, ihr werdet insgesamt weniger Schlaf brauchen. Ihr habt vielleicht gedacht, dass ihr unbedingt eure 8 Stunden pro Nacht braucht, doch wenn sich der Rhythmus eingependelt hat, werdet ihr mir 7 Stunden auskommen. Der Schlaf wird effizienter. Ihr schlaft tiefer und verschwendet keine Zeit, denn unser Körper ist eine Maschine, die sich auf die äußeren Umstände einzustellen weiß.


Ihr müsst euch vielleicht ein paar kleine Tricks ausdenken, wie ihr euren inneren Schweinehund überwinden könnt, der eurem Wunsch im Weg stehen will.

Ihr könnt zum Beispiel den Wecker ans andere Ende des Zimmers stellen, so dass ihr aufstehen müsst, um den Krach abzustellen. Das bringt den Kreislauf schon mal in Schwung und der erste Schritt ist getan.


Das Wichtigste ist, nicht darüber nachzudenken. Wenn der Wecker klingelt, einfach reagieren. Schiebt alle negativen Gedanken weg und konzentriert euch auf all die Aufgaben, die ihr euch für denTag vorgenommen habt. Freut euch auf eure Erfolgserlebnisse am Ende des Tages, wenn ihr eure Aufgaben geschafft habt.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.