Wie geht man mit dem bevorstehenden Tod eines Mitmenschen um

GrabsteinWenn ein kranker Mensch mitgeteilt bekommt, dass er nicht mehr lange zu leben hat, bricht für ihn natürlich die Welt zusammen. Panik und Verzweiflung erfassen aber nicht nur ihn, sondern auch seinen nahestehenden Mitmenschen.

Wie geht man damit um, wie verhält man sich, wenn ein geliebter Mensch dem Tod nahe ist und unsere Unterstützung braucht?

 

Es ist vollkommen normal, dass man sich als Partner, Freund oder Verwandter eines dem Tod geweihten Mitmenschen heimlich wünscht, dass das unvermeidbare Ende schnell kommen möge. Man steht unter ungeheurer seelischer Belastung, aus der es kein Entrinnen gibt. Nur der tatsächliche Tod wird es einem erlauben, sein Leben neu zu ordnen.

 

Das Akzeptieren des bevorstehenden Todes ist für den Kranken und den Nahestehenden gleichermaßen schwer. Während der gesunde Mitmensch sich jedoch rational auf den Tod einstellt, kommt es häufig vor, dass der Kranke selbst sein nahendes Ende verleugnet und sogar Zukunftspläne schmiedet. Das gehört zu seinem natürlichen Prozess, die Schreckensnachricht zu überwinden. Sie müssen als Nahestender nicht unbedingt auf die Zukunftspläne eingehen, aber Sie sollten dem Kranken nicht widersprechen. Er muss selbst seine Akzeptanz finden.

 

Bis zuletzt gibt man sich sowohl als Kranker als auch als Nahestehender jeder noch so irrationalen Hoffnung hin, dass es doch irgendwie weiter geht. Erst wenn der Tod eintritt, begreift man, dass es endgültig ist.

 

Natürlich wollen Sie für den Betroffenen stark sein, wollen ihn mit Kräften unterstützen. Doch wenn der kranke nicht dabei ist, lassen Sie Ihre Tränen ruhig heraus. Weinen ist ein wichtiger Teil der Therapie, lassen Sie nicht zuviel Druck anstauen. Teilen Sie Ihren Schmerz mit anderen Mitmenschen, es hilft, über seine Gefühle zu reden. Auch Kinder sollten nicht von diesem Schmerz ausgeschlossen werden. Sie verstehen Dinge besser, als man als Erwachsener denkt. Kinder können in der Überwindungsphase von Trauer und Verzweiflung eine große Hilfe sein, denn sie sind ehrlich und einfühlsam. Es ist ein Zeichen großen Vertrauens, wenn die Kinder in den Prozess mit eingeschlossen werden.

 

Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe zu suchen, wenn Sie das Gefühl haben, unter dem Druck zusammen zu brechen. Reden Sie mit einem Arzt Ihres Vertrauens und lassen Sie sich beraten. Scheuen Sie nicht vor einer Psychotherapie zurück, Sie sind nicht geistig krank, können aber körperlich krank werden, wenn Sie sich Ihren Ängsten nicht stellen.

 

Suchen Sie gemeinsam mit der Familie einen neuen Lebensinhalt ohne Ihren geliebten Mitmenschen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen