Die häufigsten Fehler in der Kindererziehung

Kindererziehung

Disziplinmaßnahmen sind leider oft notwendig für das Zusammenleben in der Familie. Allzu häufig geht der Schuss jedoch nach hinten los, wenn Vater oder Mutter dem Kind ein Ultimatum setzen und das Kind anders darauf reagiert als erwartet. Damit die Eltern die kleinen Machtkämpfe nicht immer verlieren, sollten sie die häufigsten Fehler in der Kindererziehung vermeiden.

 

1. Lügen

Um zu erreichen, dass das Kind etwas tut oder nicht tut, erfinden Eltern gelegentlich kleine Lügen. Das hilft zwar kurzfristig, hat aber langfristig den gegenteiligen Effekt. Man möchte zum Beispiel nicht, dass das Kind einen bestimmten Raum betritt und erzählt ihm, es hause ein Monster darin. Für den Moment oder sogar die nächsten Tage wird das Kind auch gehorchen und den Raum aus Angst vor dem Monster vermeiden. Doch was passiert, wenn es eines Tages in diesen Raum hinein gehen soll? Oder wenn es zwischen diesem und ähnlich aussehenden Räumen eine Assoziation herstellt und glaubt, in allen solchen Räumen gäbe es Monster? Es ist besser, dem Kind die Wahrheit zu sagen und auf seiner Seite zu sein. Man sagt etwa "ich weiß, du möchtest unbedingt in diesen Raum, aber leider dürfen wir das nicht, ich verstehe dich".

2. Nachgeben

Erst drohen und die Drohung nicht wahrmachen, wenn das Kind nicht gehorcht ist ein sicherer Weg, dass das Kind niemals auf seine Eltern hören wird. Bevor man droht, sollte man bereit sein, die Drohung durchzuziehen, wenn nötig. Nur so lernt das Kind, dass seine Handlungen Konsequenzen haben.
Streiten sich zwei Kinder um ein Spielzeug, reicht die Drohung, das Spielzeug wegzunehmen allein nicht aus, wenn man sie nicht wahrmacht. Man sollte dem Kind eine Gelegenheit geben, damit aufzuhören, danach aber sofort agieren und das Spielzeug einkassieren. Beim nächsten Mal reicht meist eine Erinnerung an das Ereignis.

3. Die Eltern widersprechen sich gegenseitig

Auch wenn Vater und Mutter unterschiedlicher Meinung sind, sollte ein Elternteil dem anderen nicht vor dem Kind widersprechen und damit das Urteil dessen untergraben. Vater und Mutter können ruhig unterschiedliche Strafen für die Untaten haben, solange die gleichen Untaten geahndet werden, also das Kind lernt, welche seiner Handlungen Konsequenzen tragen.

4. Zu oft bestechen

Eine kleine versprochene Belohnung wirkt Wunder. Bekommt das Kind ein Stück Schokolade versprochen, dafür, dass es sein Abendessen isst, erreicht man gewöhnlich sein Ziel. Wird dies jedoch zur Gewohnheit, lernt das Kind, dass es erst ablehnt, um dann mit Schokolade bestochen zu werden. Dies gilt besonders bei Geschwistern, wenn ein Kind sein Abendessen brav ist und das andere nicht, das unartige Kind letztendlich dafür belohnt wird.
Stattdessen bewirken lobende Worte meist ein positives Ergebnis. Isst das Kind sein Abendessen, sagt man ihm, wie gut es gewesen ist. Ist es sein Abendessen nicht, sagt man ihm, wie enttäuscht und traurig man von diesem Verhalten ist. Auch wenn man sich als Elternteil gemein vorkommt, hilft dies der Entwicklung eines Gewissens der Kinder.

5. Die eigenen Regeln brechen

Einer der schlimmsten Erziehungsfehler ist, wenn die Eltern den Kindern Dinge verbieten, die sie selbst schlecht vorleben. Kinder merken es, wenn die Eltern bei sich selbst inkonsequent sind und werden es ihnen noch jahrelang vorhalten. Sie verstehen außerdem nicht, dass viele Unarten bei Erwachsenen akzeptabel, bei Kindern jedoch verboten sind.

6. Ausrasten

Kindererziehung erfordert eine Menge Geduld. Kinder können ihre Eltern bis zum Äußersten treiben. Doch was man selbst in extremen Situationen nicht tun sollte ist, das Kind anzuschreien oder sogar zu schlagen. Solches Verhalten setzt ein schlechtes Vorbild und die Kinder verlieren den Respekt vor den Eltern.
Besser und sinnvoller für beide Parteien ist es, wenn Vater oder Mutter kurz vor dem Ausrasten stehen, dass sie sich selbst eine kurze Auszeit gehen. Sie sollten das Kind allein lassen und tief durchatmen, bis sie sich wieder unter Kontrolle haben. Die Auszeit wirkt beidseitig. Das Kind beruhigt sich in Abwesenheit der Eltern ebenfalls, so das beide anschließend ruhig über die Situation sprechen können.

7. Mit der Strafe zu lange warten

Eine Bestrafung für unartiges VErhalten muss unmittelbar danach erfolgen. Es nützt nichts, wenn Stunden dazwischen liegen, denn Kinder erinnern sich nicht mehr daran und schaffen keine Assoziation zwischen ihrem Verhalten und der Strafe.

8. Zuviel reden

Eine lange Diskussion über das Für und Wider bestimmter Verhaltensweisen fällt bei kleinen Kindern auf taube Ohren. Komplizierte Erklärungen gehen in ein Ohr hinein und zum anderen wieder heraus. Einfache, klare Instruktionen können sie verstehen. Kinder sind keine Erwachsenen in Miniaturformat, ihr intellektuelles Verständnis muss genauso reifen wie ihr Körper.

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