Was ist gesünder: fettarme Milch oder Vollmilch?

Vollmilch.

Fettarme Milch wird allgemein als die gesündere Alternative zu Vollmilch mit natürlichem Fettgehalt betrachtet. Dies basiert hauptsächlich auf der Reduzierung der gesättigten Fettsäuren in der Ernährung, doch es gibt weitere wichtige Faktoren zu berücksichtigen. Welche Milch ist also gesünder für den Menschen?

 

Milch ist die Haupternährungsquelle für neugeborene Säugetiere, bevor sie in der Lage sind, andere Arten von Nahrung zu verdauen. In der Milch stecken viel Protein, Kalzium, andere Mineralstoffe und Vitamine, die ausschlaggebend für eine gesunde Entwicklung des Körpers sind.
Beim Prozess der Fettreduzierung der Milch wird der Fettanteil vom Rest der Milch getrennt. Mit der Entnahme des Fettes werden auch fettlösliche Vitamine aus der Milch entfernt. Um den Verlust der fettlöslichen Vitamine A und D auszugleichen, werden diese dem fettreduzierten Endprodukt künstlich zugesetzt.

Allgemein ist es richtig, dass eine Ernährung mit weniger gesättigten Fettsäuren das Risiko einer Herzerkrankung reduziert. Allerdings gibt es laut Expertenmeinung Zweifel bezüglich des Herstellungsprozesses der fettarmen Milch, deren Konsum im Gegensatz zu Vollmilch die Gesundheit negativ beeinflussen kann.

Der größte Nachteil der Vollmilch ist der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren. Ein Glas Milch enthält bereits 5 Gramm gesättigte Fettsäuren, welches einem Viertel der täglich empfohlenen Menge entspricht. Pro Glas enthält Vollmilch auch etwa 25 Milligramm Cholesterin. Tägliche Aufnahme von zuviel Fett und Cholesterin erhöht das Risiko einer Herzkrankheit oder eines Schlaganfalls erheblich. Bei älteren Menschen oder Menschen, in deren Familie Herzerkrankungen häufig vorkommen, wird in der Regel empfohlen, fettreduzierte Milch zu trinken.
Leider wird bei der Herstellung der fettarmen Milch standardmäßig Trockenmilch zugefügt, um den Proteingehalt des Endproduktes zu verbessern. Im Prozess der Herstellung der Trockenmilch wiederum werden die Nährstoffe in der Milch geschädigt, denn die Milch wird unter hohem Druck bei hohen Temperaturen durch kleine Löcher gedrückt. Dadurch oxidiert das in der Milch enthaltene Cholesterin, welches das Risiko einer Herzerkrankung tatsächlich erhöht. Auch wenn der Gehalt des oxidierten Cholesterins in fettarmer Milch gering ist, macht es wenig Sinn, die Risikofaktoren der Herzkrankheit zu reduzieren, und dann anschließend neue Risikofaktoren eben dieser Krankheiten zuzufügen.

Ein weiteres Problem der fettarmen Milch ist das Vitamin A. Als fettlösliches Vitamin geht ein Teil des Vitamin A-Gehalts verloren. Bei der Verarbeitung von Proteinen im Körper wird Vitamin A jedoch benötigt. Gibt es zu wenig im Körper, wird das in der Leber gespeicherte Vitamin A verbraucht und das kann wiederum das Risiko auf Krebs und Immunkrankheiten erhöhen.

Ein unbestreitbarer Vorteil der fettreduzierten Milch ist der Kalziumgehalt. Ein Glas Milch enthält bis zu einem Drittel des täglich empfohlenen Kalziums. Durch die Reduzierung des Fettgehalts wird die Aufnahme des Kalziums im Körper effizienter. Für ältere Menschen kann fettreduzierte Milch also gesünder sein, um Osteoporose und Bluthochdruck vorzubeugen. Allerdings zeigen Forschungen, dass bei jungen Frauen durch den Verzehr fettarmer Milch die Fruchtbarkeit gehemmt werden kann. Frauen, die schwanger werden möchten, sollten deshalb lieber Vollmilch trinken.

Bezüglich der gesamten Fettaufnahme muss gesagt werden, dass es zahlreiche andere Möglichkeiten zur Fettreduzierung in der Ernährung gibt, also nicht ein weitgehend natürliches Produkt durch ein künstlich beeinflusstes ersetzt werden muss. Auch wenn die Fettaufnahme zur Gewichtskontrolle die Hauptrolle spielt, sind in der Vollmilch Linolsäuren enthalten, die dazu beitragen, das Körperfett zu reduzieren und die Produktion von Muskelmasse zu fördern.

Trotz der Propaganda gegen gesättigte Fettsäuren gibt es bei denen, die in Milch enthalten sind, viele gesundheitliche Vorteile. Die Frage ist, ob es wahrscheinlich ist, dass die in jungen Lebensjahren so wichtigen Nährstoffe der Vollmilch sich im späteren Leben in gesundheitsschädigende Faktoren verwandeln? Aus einem Werk von Dr. Weston A Price aus den 1930er Jahren geht hervor, dass Menschen, die hohe Mengen an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin in Form von Kuhmilch konsumieren eine hohe Immunität gegenüber Herzkrankheiten aufweisen. Man kann also nicht generell sagen, dass gesättigte Fettsäuren Schuld an Zivilisationskrankheiten wie Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Arterienverkalkung sind, sondern vielmehr die Art dieser Fettsäuren. Industriell erzeugte Lebensmittel sind zweifellos ungesund aufgrund ihres hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin, doch Vollmilch ist ein natürliches Lebensmittel, deren natürlicher Fettgehalt im Rahmen eines ausgewogenen Ernährungsplans nicht die Gesundheit schädigen kann. Sobald dieser natürliche Fettgehalt durch die künstliche Entrahmung entzogen wird, macht es mehr Sinn, dass das künstlich erzeugte Endprodukt weniger gesundheitsfördernd ist.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen