Tierwohl ist uns wichtig und gehört bereits zum guten Ton in unserer Gesellschaft. Bei frischen Eiern aus Bio-Haltung kommt uns das gute Image aber teuer zu stehen – weswegen nicht eigene Hühner im Garten halten? Diese benötigen viel Platz und sind regelmäßig laut. Gerade für kleine Gärten sind deswegen Japanische Legewachteln die besseren Eierleger, sie legen die gesünderen Eier. Diese eignen sich für Hühnerei-Allergiker und können als Rohkost-Kuren bei diversen gesundheitlichen Problemen helfen.

Was aber ist für die Wachtelhaltung im eigenen Garten wichtig?
- jeden Tag etwas Zeit für die Tiere
- für maximal 8 Wachteln mindestens 2 m² Grundfläche
- Haltung im Nebengebäude oder einer geschützten Voliere
- ausgewogene Fütterung aus Kraftfutter und Frischfutter
- artgerecht eingerichteter Lebensraum
Die Haltung der Japanischen Legewachteln ist immer dann besonders interessant, wenn einem die Tierhaltung als Hobby liegt oder Wachteleier zur Stärkung der eigenen Gesundheit eingesetzt werden. Diese kosten im Handel fast das Gleiche, wie Hühnereier und wiegen nur gute 10 Gramm.

Nebengebäude oder Voliere?
Japanische Legewachteln sind überraschend robust und kommen in einer geschützten Voliere sicher durch den Winter. Diese muss dafür aber zu drei Seiten geschützt sein – Doppelstegplatten aus dem Gewächshausbau wären denkbar. Die offene Seite soll entgegengesetzt zur Wetterseite liegen – also meistens nach Osten. Auch eine Überdachung wäre gut, damit die Tiere immer einen trockenen Rückzugsort finden. Als Einstreu für den Außenbereich eignet sich Pinienrinde – diese schimmelt weniger und bindet den Ammoniak.
Die Wachteln müssen sich in der Voliere zurückziehen können und man selber sollte die Tür hinter sich schließen. Ansonsten wird ab und an mal eine Wachtel aufsteigen und für immer weg sein.
Bei dem Aufwand für eine Voliere ist es für viele einfacher, ein altes Gartenhaus umzubauen. Theoretisch lässt sich noch ein Auslauf anbauen, der über eine Hühnerklappe mit dem Stallbereich verbunden wird. Der Bereich für die Legewachteln soll durch eine robuste Bodenwanne aus Kunststoff oder Siebdruckplatten ausgekleidet werden. Die eigentliche Unterteilung lässt sich auch aus Kükendraht an Holzlatten einbauen. Wichtig ist nur, dass der Bereich für die Reinigung gut erreichbar ist, die Frontseite könnte aufklappbar oder entnehmbar sein.
Auch die Innenhaltung hat eine Besonderheit: Wachteln benötigen UV-Licht für die Bildung von Vitamin-D. Das heißt, dass sie in Innenräumen eine UV-Lampe für Geflügel benötigen, sonst kommt es zu Mangelerscheinungen. Wer mit dieser Lampe im Winter noch den Tag verlängert, hat insgesamt mehr Wachteleier. Eine Steigerung pro Legewachtel von knapp 200 auf über 250 Eier wäre im ersten Legejahr sehr realistisch.
Zu beachten: Wachteln sind schreckhaft und heben aus dem Stand kraftvoll ab. Wenn die harte Decke niedrig hängt, kommt es zu Verletzungen. Die Deckenhöhe soll deswegen bei 40 cm liegen oder es kann ein alter Vorhang unter die Decke gespannt werden.

Einrichtung und Pflege im Wachtelstall
Ob Voliere oder Nebengebäude – Wachteln benötigen ein Sandbad und Verstecke. Das Sandbad dient der Erholung und der Gefiederpflege. Die Verstecke aus kleinen Schutzhütten oder in die Ecke gestellten Zweigen dienen dem Schutzbedürfnis. In diesen geschützten Stellen liegen die meisten Eier.
Auf der frei bleibenden Fläche können Wasser- und Futterspender stehen. Wegen der Hygiene ist es besser, wenn diese auf passender Höhe von der Decke hängen. Stülptränken und kleine Futtersilos eignen sich. Es soll in etwa so viel gefüttert werden, wie in einem Tag durchgeht, damit das Futter frisch bleibt. Das Wasser darf im Winter nicht zufrieren, im Außenbereich wären eventuell Tränkenwärmer mit Akku notwendig.
Außerdem benötigen Japanische Legewachteln täglich etwas Frischfutter. Wer den Platz hat, sollte eine kleine Kräuterweide säen und täglich einen Büschel verfüttern. Auch Reste von Bio-Gemüse und etwas Obst eignen sich. Zitrusfrüchte, Zwiebelgewächse und Avocados sind jedoch ungeeignet.
Sichtbare Verschmutzungen sowie der Wasserspender sollen täglich gereinigt werden. Sobald die Einstreu insgesamt verschmutzt ist, muss auch diese komplett gewechselt werden. Das gilt selbst für den Sand im Sandbad. Zur Einstreu: Pinienrinde in der Voliere kann länger liegen bleiben und ließe sich sogar mit dem Wasserschlauch reinigen.

Die Wachteleier
Wachteleier gelten als Delikatesse und sind vielseitig einsetzbar. Gekocht werden sie eingelegt und halten sich lange. Sie können auch zu Eierlikör verarbeitet werden. Wer sie sich brät, sollte sie zuerst alle aufschlagen und in eins in die Pfanne geben. Gekocht sollten sie mit einer Wachtelzange geöffnet werden, ansonsten kann es etwas schwierig werden.
Geht es einem hingegen um die Gesundheit, dann wären rohe Wachteleier in Fruchtsäften der gängige Weg. Zweimal täglich werden für Erwachsene 4 Wachteleier roh auf nüchternem Magen eingenommen. Eine Wirkung soll nach vier Wochen einsetzen. Wachteleikuren sollen bei sämtlichen Allergien, aber auch bei Neurodermitis, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bronchitis helfen. Sie senken das negative Cholesterin oder stabilisieren den Blutdruck.
Ob solche Versprechen bei einem selber wirklich einsetzen, ist die andere Frage, die sich nur im Selbstversuch testen lässt. Und bei den Preisen für Wachteleier und auch für Hühnereier zahlt sich die eigene kleine Wachtelhaltung mit Spaß und vielen Eiern schnell aus. Die Haltung der kleinen Vögel ist immerhin sehr entspannend – Legewachteln werden schnell futterzahm und sind drollig zu beobachten.


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