
Der Geruchssinn ist beim Hund der wichtigste aller Sinne, denn mithilfe seiner Nase interpretiert er seine Umwelt. Hunde, die schlecht sehen oder hören, finden sich durch schnüffeln immer noch sehr gut zurecht.
Hunde sind für ihre Nase bekannt und begehrt. Sie werden gern von Polizei oder Rettungsdiensten eingesetzt, um Menschen oder gefährliche Substanzen zu riechen. Die Fähigkeit des Hundes zu riechen, hängt von vielen Dingen ab, zum Beispiel Wetterbedingungen, künstliche Duftstoffe in seiner unmittelbaren Umgebung wie Parfüm oder Benzin oder stark riechende Aromen wie frisch geschnittenes Gras, die seine Nase übermannen und ihn von anderen, dezenteren Gerüchen ablenken. All diese Faktoren beeinflussen, wie weit ein Hund einen bestimmten Geruch wahrnehmen kann.
Es gibt keine festgesetzte Grenze bezüglich der Distanz, über die ein Hund riechen kann. Berichten zufolge hat es Hunde gegeben, die zwischen zehn Metern bis zu eineinhalb Kilometern weit riechen konnten. Das sind jedoch Einzelfälle, in denen die äußeren Umstände besonders günstig waren und sie beschreiben nicht, wie weit jeder Hund riechen kann. Aber die Entfernung ist auch nicht das Besondere am Geruchssinn der Hunde. Bemerkenswert ist vielmehr, was der Hund imstande ist, zu erschnüffeln. Während der Mensch in einer Bäckerei den Geruch des frisch gebackenen Brots riecht, nimmt der Hund das Aroma jeder Zutat auf. Während wir gerade einmal feststellen können, wenn sich ein Teelöffel Zucker in einer Tasse Kaffee befindet, kann der Hund dieselbe Menge Zucker in Millionen von Litern Wasser riechen.
Der Geruchssinn des Hundes ist 100.000 Mal feiner als der des Menschen. Das menschliche Gehirn ist zwar größer als das des Hundes, doch der Teil des Gehirns, der den Geruchssinn steuert, ist 40mal größer als der beim Menschen.
Ein Hund kann gleichzeitig riechen und atmen, die Luft geht beim Inhalieren in zwei verschiedene Richtungen. Ein Teil gelangt in die Lunge und versorgt den Körper mit Sauerstoff, der anderen Teil gelangt zum Geruchssinn. Im Geruchssinn wird die Luft gefiltert und somit auf enthaltene Substanzen untersucht. Durch Rezeptoren bekommt das Gehirn Information darüber, was der Hund gerade gerochen hat. Beim Ausatmen wird die verbrauchte Luft durch Seitenöffnungen in der Nase ausgestoßen, so dass der Hund gleichzeitig wieder neue Gerüche aufnehmen kann. Durch die Fähigkeit, kontinuierlich zu riechen und die Nasenlöcher unabhängig zu bewegen, kann der Hund den Ursprung des Geruchs feststellen.
Trifft der Hund auf einen Artgenossen, stellt er durch Beschnüffeln fest, ob es sich um einen Rüden oder eine Hündin handelt, mit welchen Substanzen der Hund in Berührung gekommen ist und was er gefressen hat.
Studien deuten darauf hin, dass ein Hund Krankheiten riechen kann. Belegt werden diese Forschungen durch Versuche, bei denen Hunde Blutzuckerabfall, epileptische Anfälle oder Krebs in 90% der Fälle erkannt haben.
