Weitverbreitete Irrtümer bezüglich Impfungen

lächelndes Mädchen wird geimpft

Für oder gegen Impfungen: Typische Irrtümer

Die Menge skeptischer Impfgegner wächst. Ärzte und Pflegepersonal treffen immer häufiger auf Patienten, die Vorbehalte gegen oder sogar regelrecht Angst vor Impfungen für sich oder ihre Kinder haben. Während manche sich aus religiösen oder lebensphilosophischen Gründen gegen Impfungen entscheiden, sehen viele andere das Thema Impfung als eine Beeinflussung oder sogar Verschwörung der Regierung.
In vielen Fällen beruhen diese Vorbehalte jedoch auf mangelhafter oder fehlerhafter Information. Hier sind die häufigsten Irrtümer in Sachen Impfung:

“Die Krankheiten waren schon durch bessere Hygiene auf dem Rückmarsch bevor Impfungen eingeführt wurden”

Unter Impfgegnern ist dies ein beliebtes Argument, um zu zeigen, dass Impfungen in der modernen Welt nicht mehr notwendig sind. Obwohl Verbesserungen der Haushaltshygiene, bessere Ernährung und Fortschritte in der Medizin erheblich dazu beigetragen haben, bestimmte Krankheiten einzudämmen oder besser zu überstehen, gibt es keinerlei Zweifel, dass Impfungen sich direkt auf die Einschränkung bestimmter Krankheiten ausgewirkt haben und selbst heute noch direkten Einfluss darauf haben.
Über die letzten Jahrzehnte sieht man bei impfpräventiven Krankheiten deutlichen Rückgang nach Einführung der Impfungen und ebenso deutlichen Anstieg nach der Reduzierung der Impfungen durch Ängste in der Öffentlichkeit.
Die Statistiken zeigen, dass diese Krankheiten ohne Impfungen nicht nur nicht reduziert würden, sondern dass sie zurückkehren würden.


“Die meisten Personen, die krank werden, wurden vorher geimpft”

Dieses Argument wird häufig verwendet, um zu “beweisen”, dass Impfungen nicht wirksam sind. Zur Untermauerung des Arguments werden Statistiken falsch repräsentiert und die Tatsache ausgenutzt, dass keine Impfung 100% wirksam ist. Hier ist ein Beispiel:
In einer Gruppe von 1000 Personen, von denen noch keiner an Masern erkrankt war, gibt es 5 Personen, die nicht gegen Masern geimpft wurden. Die restlichen 995 sind vollständig geimpft. Alle 1000 Personen kommen mit der Krankheit in Kontakt und jede anfällige Person steckt sich an. Alle 5 nicht geimpften Personen stecken sich an. Von den übrigen 995 stecken sich 1% an, also 9 Personen, denn der Impfstoff ist über 99% wirksam. Um die Statistik verzerrt darzustellen, könnte man sagen, dass unter den 15 erkrankten Personen zwei Drittel geimpft und nur ein Drittel ungeimpft waren.
Tatsächlich aber erkrankten 100% der nicht geimpften Personen im Gegensatz zu 1% der geimpften.
Wenn jedoch keine einzige Person geimpft gewesen wäre, hätte es möglicherweise bis zu 1000 kranke Personen gegeben.


“Impfungen verursachen starke Nebenwirkungen, Todesfälle und langfristige Leiden”

Impfungen sind sehr sicher und verursachen in manchen Fällen geringe, vorübergehende Nebenwirkungen wie Fieber und Gliederschmerzen. Diese Nebenwirkungen lassen sich durch Paracetamol in der Regel gut kontrollieren. Schwerwiegende Nebenwirkungen treten so selten auf, dass sich die Risikorate nicht akkurat beurteilen lässt. Jeder schwerwiegende Fall nach einer Impfung wird detailliert erforscht, um herauszufinden, ob oder inwiefern der Fall durch die Impfung ausgelöst wurde.


“Impfungen verursachen den Plötzlichen Kindstod”

Das Gerücht, dass Impfungen für den Plötzlichen Kindstod verantwortlich sein können, stammt daher, dass viele Säuglinge, die am Plötzlichen Kindstod gestorben sind, relativ kurz zuvor geimpft wurden. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass im ersten Lebensjahr eines Säuglings mehrere Impfungen verabreicht werden.
Die Verbindung zwischen Kindstod und Impfungen so zu begründen ist ebenso logisch, als behaupte man, Brot löse Autounfälle aus, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unfallopfer vor dem Autounfall Brot gegessen hat, ist ziemlich groß.


“Impfpräventive Krankheiten sind so gut wie ausgerottet, deshalb braucht man sich nicht mehr impfen zu lassen”

Es stimmt, dass Impfungen das Auftreten dieser Krankheiten erheblich reduziert haben, in vielen Ländern sogar beinahe eliminiert haben. Diese Krankheiten sind aber keineswegs überall in der Welt reduziert worden. In weniger entwickelten Ländern sind sie sogar noch vorherrschend.
Menschen, ob geimpft oder nicht geimpft, die in solche Länder reisen, können ein Träger für die Krankheiten werden und somit Menschen im eigenen Land, die nicht geimpft wurden, anstecken.
Das bedeutet, wir schützen durch eine Impfung nicht nur uns selbst, sondern auch andere Menschen, für die aus gesundheitlichen Gründen eine Impfung nicht in Frage kommt. (Herdenimmunität)


“Wenn ein Kind mehrere Impfungen zugleich bekommt, wird das Immunsystem überfordert, und das Risiko der Nebenwirkungen erhöht”

Kinder sind tagtäglich Viren und Bakterien aller Art ausgesetzt. Und das ist wichtig, denn nur so entwickelt der Körper sein Immunsystem. Bei Erkältungskrankheiten und Halsentzündungen beispielsweise wird der Körper bis zu 50 verschiedenen Abwehrstoffen ausgesetzt.
Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass die Verabreichung mehrerer Impfstoffe zugleich keinen negativen Effekt auf die Gesundheit haben.

(Quelle: who.int)

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