Alkoholkonsum
Alkoholkonsum

Tötet Alkohol Gehirnzellen ab oder stimuliert es die Hirnfähigkeit?

Alkoholkonsum 

Alkohol tötet Gehirnzellen ab, lautet eine verbreitete Meinung. Tatsache ist jedoch, dass Alkohol keine Gehirnzellen zerstört und bei moderatem Konsum sogar die kognitiven Gehirnfunktionen verbessern kann.

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100%iger Alkohol tötet natürlich Gehirnzellen und andere Körperzellen ab, weshalb reiner Alkohol sich als Desinfektionsmittel so gut eignet. Reiner Alkohol ist ja auch gar nicht zum Verzehr gedacht. Wenn man allerdings von alkoholischen Getränken spricht, kann kein Mensch genügend Alkohol trinken, um Gehirnzellen zu töten und dabei selbst am Leben bleiben.
Studien zeigen, dass die Anzahl der Neuronen bei Alkoholikern und Nicht-Alkoholikern insgesamt gleich ist. Das bedeutet also, dass selbst bei Alkoholikern, die täglich ungesunde Mengen an Alkohol konsumieren, keine Gehirnzellen aufgrund des Alkohols absterben. Dieser hat allerdings andere Wirkungen auf das Gehirn, sowohl positiv als auch negativ.

Tötet Alkohol Gehirnzellen ab oder stimuliert es die Hirnfähigkeit?

Alkohol regelmäßig und in Maßen getrunken hat erwiesenermaßen positive Effekte auf den Körper. Dazu gehört, dass bei täglichem Trinken von einem Glas Wein zum Beispiel die kognitiven Funktionen des Gehirns verbessert werden beziehungsweise beim Altern geschützt werden. Etwa ein Drittel aller Menschen über 65 Jahre, die nie Alkohol in ihrem Leben getrunken haben, leiden im Alter unter geistiger Abschwächung. Andersherum zeigt sich, dass die Menschen, die regelmäßig geringe Mengen an Alkohol trinken im Alter geistig fitter bleiben.

Wird Alkohol in exzessiven Mengen konsumiert, sterben zwar keine Gehirnzellen ab, doch die Kommunikationsfähigkeit der Gehirnzellen untereinander wird gehemmt. Der Alkohol schädigt die Nervenzellenzytoplasmafortsätze, welche für die elektrochemische Stimulation von einer Zelle zur anderen verantwortlich sind. Glücklicherweise besitzt das menschliche Gehirn etwa 100 Milliarden dieser Zellverbindungen und Neuronen, weshalb selbst bei Langzeitalkoholikern nach dem Aufgeben des Alkohols der entstandene Schaden meist umgekehrt werden und die Kommunikationsfähigkeit zwischen den Gehirnzellen weitgehend wiederhergestellt werden kann.

Exzessive Alkoholiker haben jedoch ein erhöhtes Risiko andere Gehirnfunktionsstörungen zu entwickeln. Dazu gehört das Wernicke-Korsakoff-Syndrom, welches sich durch Verwirrung, Koordinationsstörung, Halluzination, Gedächtnisstörung und Sehschwäche äußert und irgendwann zum Tod führen kann, wenn es nicht behandelt wird.
Eine weitere Nebenwirkung des übermäßigen Alkoholkonsums ist, dass während die vorhandenen Gehirnzellen zwar nicht absterben, die Entwicklung neuer Gehirnzellen beeinträchtigt wird. Die gute Nachricht hierbei ist, dass nach vollkommener Alkoholabstinenz das Gehirn erhöht Gehirnzellen produziert und die bis dahin gehemmte Zellproduktion nachholt. Die Fähigkeit, die Wachstumshemmung der Gehirnzellen zu kompensieren hängt natürlich von der Dauer des Alkoholmissbrauchs ab.

Fazit: Alkohol in Maßen konsumiert kann gut für den Körper und das Gehirn sein. Alkoholmissbrauch tötet zwar keine Gehirnzellen ab, schadet aber dennoch dem Gehirn.