Stress, Freund oder Feind

menschliches Gehirn und Stress
Stress hat es schon immer gegeben, denn Stress ist eine Körperfunktion, die von der Natur vorgesehen wurde, um sich in gefährlichen Situationen bewähren zu können.  So bedeutete das Auftreten von Stress in Urzeiten zunächst einmal, dass der Körper durch Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz sowie besserer Durchblutung der Muskeln, viel schneller zu Reaktionen fähig war, als im Ruhezustand.  Der Urmensch konnte somit schnell vor Gefahren fliehen, oder kämpfen, je nachdem, was die Situation verlangte.


An Stelle des Nachdenkens sollte gehandelt werden, denn nur schnelle Reaktionen und nicht langes Nachdenken, konnten in Urzeiten das Überleben sichern.

Dazu wird das Gehirn mit Impulsen versehen, die über die Nervenbahnen transportiert werden.  Die Impulse, die als Stressoren erkannt werden, verhindern das Nachdenken, durch die Ausschüttung von Adrenalin werden außerdem andere Körperfunktionen herab gesenkt, um sich voll und ganz auf die Aufgabe des Flüchtens oder Kämpfens konzentrieren zu können und alle Energiereserven dafür bereit zu halten.

In unserer heutigen Welt sind aber nicht mehr Raubtiere und andere Gefahren die eigentlichen Feinde, sondern es ist der Stress selbst geworden.  Was in unseren Körpern passiert, wenn Stress entsteht, ist nach wie vor dasselbe wie vor Jahrmillionen.  Heute benutzen wir die Konsequenzen des Stresses aber nicht mehr zu den Zwecken, zu denen sie geschaffen wurden.

Stattdessen haben sich aber die Stressauslöser vermehrt, jedoch ist nicht Kampf von Nöten, sondern für die meisten Leute Nachdenken und die Gehirnfunktionen wichtiger.  Statt ihren Chef anzuschreien, oder gar anzugreifen, sind sie darauf angewiesen, ihre Leistungen durch konzentrierteres Arbeiten zu steigern.  Genau dies wird aber durch Stress boykottiert und so entsteht mehr Stress.

Auch Hektik und ständige Überforderung haben diese Auswirkungen auf unseren Körper.  Auf Dauer macht Stress krank, denn er schwächt das Immunsystem, kann Depressionen auslösen und im schlimmsten Fall sogar zum Burn-Out-Syndrom führen, dann geht gar nichts mehr.  Dies alles ist keine Neuigkeit mehr, trotzdem fällt es den meisten Menschen schwer, ihr Leben stressfreier zu gestalten.

Dabei helfen oft schon kleine Veränderungen, wie ein verbesserter Zeitplan, weniger Versprechungen machen, die man von vornherein nicht wird einhalten können, oder angemessene Zeit für Pausen und Ruhephasen einplanen.

Auch der Konsum von Aufputschern, wie Tee und Kaffee in großen Mengen werden die Leistungsfähigkeit auf Dauer nicht steigern, sondern eher zu neuen Problemen führen, die sich in Form von Schlafstörungen, oder zu hohem Blutdruck bemerkbar machen.

Stressfaktoren wollen zunächst erkannt und dann isoliert betrachtet werden, um sie verändern zu können.  Viele Menschen sind paradoxerweise in ihren eingefahrenen Gewohnheiten gefangen und sind sich nicht bewusst, dass sie sich damit freiwillig Stressfaktoren aufsetzen, die nicht notwendig sind.

Will man also wirklich etwas daran ändern, so sollte man, statt darauf zu schimpfen, dass andere einem Stress bereiten, das eigene Verhalten genau unter die Lupe nehmen.

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