Mittagsschlaf, wie lange sollte er dauern

Junge hält Mittagsschlaf
Wer das Glück hat, jeden Tag die Zeit für ein Schläfchen am Nachmittag aufwenden zu können, sollte dies ruhig ausnutzen, denn so kann man sich eine extra Ruhepause gönnen, die in unserem sonst hektischen Leben positive Auswirkungen haben wird.  Forscher haben sogar nachweisen können, dass das Risiko eines Herzinfarktes bei regelmäßigen Mittagsschläfern um mehr als 30% sinkt.

Die meisten Menschen gönnen sich so ein Schläfchen jedoch höchstens einmal am Wochenende, viele verzichten aber darauf, oder finden ein Schläfchen am Nachmittag wenig ergiebig, weil sie danach noch müder aufstehen, als sie zuvor ins Bett gestiegen waren.

Um diesem Effekt zu entgehen, sollte man einige Gesichtspunkte in Betracht ziehen und die Dauer des Schläfchens kontrollieren.

Die Schlafphasen des Menschen sind durch ihre Dauer und Tiefe gekennzeichnet.  Die erste Phase, die Leichtschlafphase verhilft dem Körper dazu, sich zu entspannen und die Außenwelt hinter sich zu lassen, um dann in die Tiefschlafphasen übergehen zu können.

Während der Leichtschlafphase ist es noch relativ einfach, wieder aufzuwachen, denn der Zustand des Körpers und seiner Funktionen ist noch nicht so weit in die Passivität heruntergefahren, dass es keiner längeren Zeit bedarf, um wieder in Gang zu kommen.  Beendet man also sein Schläfchen am Nachmittag, bevor die Tiefschlafphase eingetreten ist, was nach ca. einer halben Stunde der Fall ist, so kann man ausgeruht aufstehen.

Ist man jedoch schon eine der Tiefschlafphasen eingetreten und wird man dann geweckt, so hat dies zur Folge, dass man sich nicht ausgeschlafen fühlt und eine Weile braucht, um fit zu werden.  In den meisten Fällen bedeutet dies, dass die wichtige REM (engl.: rapid eye movement) Phase noch nicht durchlaufen wurde, die die Reaktivierung der Körperfunktionen übernimmt.  Diese Phase der schnellen Augenbewegungen, sorgt dafür, dass sowohl Gehirn als auch Körper belebt werden und während des Schlafes in der Nacht, dass man sich umdrehen kann, um dem Körper eine gleichmäßige Durchblutung zu gewährleisten.

In der Tiefschlafphase ist der Körper gelähmt, damit die in ihr erlebten Träume nicht zu aktiv ausgeführt werden, die REM Phase hebt diese Blockade wieder auf und lässt uns kurz aufwachen, bewusst oder unbewusst.

In der Nacht werden von einem erwachsenen, gesunden Menschen etwa 4-6 ca. 90-minütige Schlafzyklen durchschlafen, deren Tiefschlafphasen zum Morgen hin abnehmen, um das Aufwachen zu erleichtern.  Dies bedeutet für unseren Nachmittagsschläfer, dass er wie zuvor erwähnt, entweder sein Schläfchen vor der Tiefschlafphase beenden muss, oder aber einen gesamten 90-minütigen Zyklus schlafen sollte, denn besonders die ersten Zyklen des Schlafes weisen eine lange Tiefschlafphase auf, die bei Störungen nur dazu führen werden, dass man sich wie gerädert fühlt.

Powernapping

Die Vorteile eines kurzen Schläfchens am Nachmittag haben selbst Arbeitgeber in Firmen und Konzernen entdeckt und in die Praxis umgesetzt.  Bisher noch auf fernöstliche Länder und die USA beschränkt, bieten sie ihren Mitarbeitern Ruheräume an, um dort ein erholsames Schläfchen abzuhalten.  So hat sich der Begriff des Powernapping geprägt, dessen Übersetzung aus dem Englischen so viel wie Kraftnickerchen bedeutet.

Aber diese Methode des kurzen Schläfchens ist nicht neu, sie ist schon sehr lange bekannt, auch ohne die Vorteile der modernen Wissenschaft wusste man um die Vorteile eines Schläfchens am Nachmittag.

So sollen auch schon Mönche im Mittelalter ihre Schläfchen absichtlich zeitlich begrenzt haben, um schnell wieder frisch und munter an die Arbeit gehen zu können.

Hierzu setzten sie sich auf einen Stuhl, mit jeweils einem Löffel in jeder Hand und schliefen so ein.  Wenn sie im Begriff waren, in die Phasen des Tiefschlafes überzuwechseln, fielen ihnen die Löffel aus der Hand, denn der Körper ging in den Lähmzustand über und das klirrende Geräusch der Löffel, die auf den Boden fielen, funktionierte wie ein Wecker.

Heute kann man sich ruhig einen modernen Wecker stellen, der den eindeutigen Vorteil hat, dass man sein Schläfchen im Bett oder auf der Couch abhalten kann, statt auf einem doch eher unbequemen Stuhl und in sitzender Position.
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