Wie vermeidet man unerwünschte versteckte Botschaften an Kinder?


Botschaften an Kinder
Sei doch keine Heulsuse!

Ein Indianer kennt keinen Schmerz.

Nimm dir ein Beispiel an deinem Bruder...

Dies Sprüche kennen viele vielleicht aus ihrer eigenen Kindheit, erinnern sich aber häufig in dem Moment nicht daran, dass sie eher weh taten als halfen, wenn sie sie als Eltern schließlich selbst an ihre Kinder richten.

 


Wie vermeidet man also, solche Äußerungen vor Kindern zu machen, um ihr Selbstwertgefühl nicht zu untergraben?



Die Botschaften hinter solchen Äußerungen gehen leider an ihrem Ziel vorbei, die „Heulsuse“ wird eher noch mehr zum Heulen neigen, der „Indianer“ fragt sich, wie er beim nächsten Mal über den Schmerz hinwegtäuschen kann, fühlt sich aber allein gelassen, und der kleine oder große Bruder wird noch einmal mehr durch den so geschürten Konkurrenzkampf abgelehnt.

Es ist nicht leicht, solche Aussprüche zu vermeiden, wenn man sie als Kind selbst eingetrichtert bekommen hat, es ist aber notwendig, wenn man vermeiden will, dass man die Fehler der eigenen Eltern wiederholt.

Warum handelt es sich dabei um Fehler?

Diese Äußerungen führen keineswegs dazu, dass ein Kind versteht, warum es seine Gefühle nicht zeigen soll und warum es keine Unterstützung im Umgang mit ihnen bekommt. Die Gründe dafür liegen bei den Eltern und der Erziehungsideale, die sie mit auf den Weg bekommen haben. Diese sind in vielen Fällen darauf ausgerichtet, dass man negative Gefühle nicht zeigen darf, schon gar nicht als Junge.

Dass diese Entwertung gewisser Gefühle und ihre Unterdrückung langfristig zu Problemen führen muss, scheint zwar logisch, wurde aber lange Zeit weder anerkannt, noch interessierte es die Gesellschaft, sie zu tolerieren. Anpassungsfähigkeit kam vor dem Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Heute hat sich das Bild zum Glück gewandelt, aber Störfaktoren aus früheren Zeiten sind noch immer allgegenwärtig, z.B. eben in solchen Aussprüchen. Es soll auch nicht gemeint sein, dass den Kindern heute antrainiert wird, ihren Gefühlen auf negative Weise Luft zu machen, im Gegenteil, es soll vermittelt werden, dass alle Gefühle zulässig sind, nicht aber jedes Verhalten.

Was Kinder in erster Linie brauchen, ist ein Höchstmaß an Verständnis, Toleranz und Unterstützung.

Aus dem obigen Zusammenhang heraus, kann also nur dazu geraten werden, seine eigenen Ausdrucksweisen als Eltern gut zu analysieren und sich vor Augen zu führen, wie gewisse Sprüche in der eigenen Kindheit zu Frustrationen führten. Warum sollten sie bei den eigenen Kindern andere Auswirkungen haben?

Man sollte versuchen, sich dessen zu besinnen, was man stattdessen von seinen Eltern erwartet hätte, die Dinge, die wirklich notwendig sind, um sich geborgen und sicher zu fühlen und das Selbstvertrauen zu stärken.

 

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