Wie sich Eltern fühlen können

Wie sich Eltern fuehlenVor der Geburt und zu Beginn des Zusammenlebens mit dem ersten Kind, sind die Gefühle der Eltern meist durchweg positiv, man erwartet mit Spannung und Neugierde das neu ankommende Familienmitglied.

Gedanken, die in eine negative Richtung gehen, werden im Normalfall ganz schnell wieder von positivem Denken abgelöst.  Die postnatale Depression kann vorkommen, ist aber meist ein vorübergehendes Phänomen und für den Großteil der Mütter kein Grund zur übermäßigen Sorge.


Alles ist auf das Wohlergehen des Babys ausgelegt, man ist bemüht, alles richtig zu machen und die Tipps und Ratschläge, die von allen Seiten angeboten werden, nach Brauchbarkeit und Anwendbarkeit zu sortieren, denn alle sind doch nicht nützlich.

Während man damit beschäftigt ist, ein gutes Elternteil zu sein, können aber nach und nach Situationen auftreten, die die eigene Gefühlswelt durcheinander bringen können.

Je älter das Kind wird, umso selbständiger wird es, und um so besser kann es seine eigenen Wünsche und Vorlieben zum Ausdruck bringen.  Diese Wünsche und Vorlieben stimmen nicht automatisch mit denen überein, die wir als Eltern im Sinn haben.  Unsere eigenen Wünsche müssen sich daher oft erst denen der Kinder anpassen, denn sonst laufen wir Gefahr, schon sehr früh zu versuchen, diese zu manipulieren und dazu zu zwingen, sich auf uns Eltern einstellen.

Diese Sichtweise wurde in früheren Erziehungsstilen so vertreten, kann aber im Angesicht des heutigen Wissens um die kindliche geistige und körperliche Entwicklung keinesfalls aufrecht erhalten werden.

Wollen wir unsere Kinder zu eigenständigen Persönlichkeiten erziehen, die fest mit beiden Beinen im Leben stehen, so können wir ihnen nicht verbieten, sich schon als Baby und Kleinkind frei zu entfalten.

Es können und werden Dinge passieren, mit denen man nicht gerechnet hat und die einem Sorgen und Probleme mit den eigenen Gefühlen bereiten:

Der Sohn oder die Tochter sind auf den Partner viel stärker fixiert, als auf einen selbst und scheint diesen zu bevorzugen.  Es kann zu Eifersuchtsgefühlen kommen, die sich negativ auf die gesamte Familie auswirken würden.  In den meisten Fällen ist diese Eifersucht aber unbegründet, denn das Baby reagiert unter Umständen stärker auf den Elternteil, der weniger Zeit mit ihm verbringen kann.

Die stärkere Nähe zu einem Elternteil wird auch unweigerlich zur Folge haben, dass das Kind an ihm seine Grenzen mehr austestet, als an dem Elternteil der nur wenig Zeit für das Kind hat, denn Hauptbezugsperson ist auch diejenige, die ihm Regeln und Einschränkungen auferlegt, gegen die es sich auflehnen möchte.

Das Baby, oder Kleinkind will nicht essen:
  Dies kann sehr leicht dazu führen, dass man das Verhalten persönlich nimmt und meint, das Kind tue dies absichtlich, um Ablehnung auszudrücken, besonders, wenn man mit viel Liebe und Mühe selber kocht.  Auch hier gilt, die Ursachen liegen meist ganz woanders, etwa am Zeitpunkt des Essens.  Auch Konsistenz oder neue Zubereitungsarten sollte man immer wieder ausprobieren.

Das Kind klammert zu stark:  In diesem Fall kann leicht ein Gefühl der Überforderung entstehen.  Das Kind hat es noch nicht gelernt, dass die Eltern für es da sind, selbst wenn sie nicht anwesend sind und muss langsam daran gewöhnt werden, indem man es mit anderen Pflegepersonen allein lässt.  Eltern sollten sich dabei keine zu großen Gedanken machen, wenn das Kind weint, denn das gibt sich im Normalfall nach kurzer Zeit von selbst.

Sie tun dem Kind einen viel größeren Gefallen, wenn Sie ihm Hilfestellungen geben, auch einmal ohne sie auszukommen, als zu versuchen, ständig und in jedem Moment für es zur Verfügung zu stehen.  Das ist auf Dauer unmöglich und nicht sehr förderlich für die kindliche Entwicklung.

Die Trotzphase des Kindes fällt besonders stark aus:  Schnell kann ein Elternteil sich abgelehnt und wenig zurück geliebt fühlen, wenn es ständig mit einem bockigen Kind Kämpfe austragen muss.  Hier sollte man sich unbedingt in Erinnerung rufen, dass diese Phase normal ist, jedoch meist erst durch das eigene Verhalten eskaliert.  Dies ist besonders häufig der Fall, wenn die Eltern die Ruhe nicht bewahren können und beginnen, Machtkämpfe mit ihren Kindern auszutragen, viel schimpfen und schreien.

Hier gilt es, wenige, aber gültige Regeln einzuführen und den Rest der Situationen mit mehr Toleranz und Verständnis zu meistern, vor allen Dingen aber die Ruhe zu bewahren.  Sonst lehrt man den Kindern genau das Verhalten, das man eigentlich vermeiden möchte und wird selbst immer unzufriedener und unausgeglichener, denn solche Situationen belasten ungemein, da sie viel Kraft und Energie kosten.

 

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