Warum sind zweijährige Kinder so schwierig

Zweijähriges Kind

Im Alter zwischen zwei und drei Jahren werden die meisten Kinder schwieriger im Umgang. Sie scheinen gegen alles zu rebellieren und grundsätzlich nur das Verbotene tun zu wollen. Ständig weinen sie und bekommen sogar regelrechte Schreikrämpfe.

 

Beim zweijährigen Kind entwickelt sich die Persönlichkeit und der eigene Wille schneller als die Fähigkeit, diese zu kommunizieren. Sie wissen bereits, was sie wollen, können dies ihren Eltern jedoch nicht ausreichend mitteilen. Wenn sie merken, dass sie nicht verstanden werden, werden sie frustriert. Die Frustration können sie nur durch einen Weg ausdrücken, den sie bereits als Baby gelernt haben: Weinen.

Ein Baby weint, wenn etwas nicht in Ordnung ist, dann kommen Mama oder Papa und beschäftigen sich mit dem Baby, woraufhin es seinen Kummer vergisst, selbst wenn das eigentliche Problem nicht gelöst wurde. Ablenkung funktioniert bei Babys meist wunderbar. Mit zwei Jahren vergisst das Kind allerdings nicht so schnell, was es gerade wollte und die Ablenkung wirkt, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit.

Zu dem Problem der Frustration, nicht verstanden zu werden, kommt die Tatsache, dass das Kind die Gründe der Eltern noch nicht verstehen kann; warum es etwas nicht tun darf. Kinder reagieren empfindlich auf eine negative Antwort. Die Kunst liegt darin, eine negative Antwort in etwas Positives umzuformen. Wenn das Kind also beispielsweise Schokolade möchte und die Eltern finden, dass es bereits genug Schokolade gegessen hat, können sie das Kind zurückfragen: "Möchtest du Schokolade?" Das Kind merkt so, dass sein Wunsch verstanden wurde, und das ist das Wichtigste. Danach dürfen die Eltern nicht sagen: "Nein, du kannst jetzt keine Schokolade haben:" Stattdessen können sie sagen: "Gleich gebe ich dir Schokolade." So gibt das Kind sich zufrieden, denn die Antwort auf seinen Kommunikationsversuch war positiv. Das heißt nicht, dass dem Wunsch des Kindes nachgegeben werden muss. Tatsächlich kann man dem Kind seine Schokolade zusagen und es dann mit einem lustigen Spiel ablenken, bis es die Schokolade hoffentlich vergessen hat.
Wenn das nicht funktioniert, kann man dem Kind einen Ersatz anzubieten, allerdings niemals unter Verwendung negativer Worte. Man sagt also "Du bekommst deine Schokolade später, jetzt gebe ich dir einen Keks". Oder noch besser, man gibt ihm eine Auswahl verschiedener Möglichkeiten, die es essen darf. Wenn das Kind sich eines davon aussuchen darf, hat es das Gefühl, selbst die Entscheidung getroffen zu haben.

Da das Kind gerade die Lernphase der Kommunikation mit Worten und Gesten begonnen hat, reagiert es besonders empfindlich auf eine negative Reaktion. Dreht man das Negative in etwas Positives um, bekommt es ein gutes Lernergebnis. Das ist etwa so wie beim Lernen bestimmter Worte. Man zeigt dem Kind ein Bild eines Hundes und fragt es: "was ist das?" Wenn das Kind "Katze" antwortet, ist es für den Lernerfolg sinnvoller, nicht mit einem Nein zu reagieren. Stattdessen zeigt man ihm daraufhin ein Bild einer Katze und sagt: "ja, das ist eine Katze, und das andere hier ist ein Hund".

Für den Umgang mit einem zweijährigen Kind ist leider sehr viel Geduld und Verständnis erforderlich. Im Stress des Alltags ist es den Eltern nicht immer möglich, optimal zu reagieren. Auch das ist ganz normal, doch die Eltern werden lernen, dass durch etwas antrainierte Geduld das Kind zufriedengestellt werden kann und ein Schreikrampf verhindert wird. Und schließlich ist es das Weinen und Schreien, dass am meisten an den Nerven zehrt. Letztendlich erreicht man für beide Seiten ein zufriedenstellendes Ergebnis, es lohnt sich also, die Ungeduld herunterzuschlucken und mit dem Kind zusammen zu arbeiten.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen