Warum Kinder lügen und wie man damit umgehen sollte

zwei Kinder

Die Lügen von Kindern sind im Allgemeinen harmlos und meist ziemlich leicht durchschaubar für den Erwachsenen. Es ist völlig normal, wenn Kinder kleine Lügen erzählen, denn es gehört zum Entwicklungsprozess ihres Verhaltens. Sie lernen dadurch die Wirkung ihrer Lügen und lernen, den Unterschied zwischen Wahrheit und Unwahrheit abzuschätzen. Mit dem Heranwachsen verändern sich die Motive und die Art der Lügen.

Kleinkinder lügen ganz einfach, weil sie nicht mit etwas Unangenehmem konfrontiert werden möchten. Es kommt häufig vor, dass ein Kleinkind leugnet, dass es zur Toilette muss oder eine volle Windel hat, weil der Gang zur Toilette oder der Aufwand des Windelwechselnd sein Spiel unterbricht und ganz einfach unerwünscht ist. Sie lernen bereits in diesem Alter, dass sie durch kleine Lügen machmal einen Vorteil für sich erreichen. Allerdings können sie noch nicht verstehen, dass es falsch ist, zu lügen. Deshalb ist es wenig sinnvoll, ein Kleinkind zu strafen, wenn es die Unwahrheit gesagt hat. Auch sollte man nicht versuchen, das Kind davon zu überzeugen, wie es wirklich ist. Tatsächlich kann sich das negativ auswirken. Wenn ein Kind eine Tasse zerbricht, sollte man nicht darauf herum pochen, dass es seine Schuld war, dadurch wird es lernen, die Schuld in Zukunft zu leugnen. Stattdessen muss man die zerbrochene Tasse als unausweichliche Tatsache hinnehmen und mit den Konsequenzen umgehen, ohne auf der Schuld des Kindes zu bestehen.

Das Vorschulalter ist die Zeit der imaginären Freunde, der Monster und der sprechenden Bäume. Die Kinder lernen ihre Beziehung zur Realität. Der Grund für die fantasievollen Erfindungen der Kinder entspringt oft ihrem Wunschdenken. Die imaginären Freunde können Dinge tun, die das Kind selbst nicht kann oder das Kind stellt sich die ideale Welt mit sprechenden Pflanzen vor und macht es zu seiner Realität. Daher bestehen sie auch auf der Wirklichkeit ihrer Fantasie. Wichtig ist bei solchen Lügen, die Perspektive des Kindes einzunehmen. Ist das Kind ansonsten zufrieden und hat eine normale Beziehung zu seinen Mitmenschen, gibt es keinen Grund zur Besorgnis und es wird ganz einfach aus dieser Phase herauswachsen. Was für Erwachsene meist völlig unverständlich erscheint, ist die Art des Kindes, mit neu gelernten Informationen umzugehen. Interessanterweise scheinen Kinder, die wenig oder gar nicht fernsehen eher zu solchen Fantasien zu neigen.

Schulkinder sind bereits und er Lage, bewusst zu lügen, um einer Situation aus dem Weg zu gehen, denn das soziale Bewusstsein und die Empfindsamkeit anderer Menschen sind bereits in der Entwicklung. Viele Kinder lügen in diesem Alter, damit ein Freund oder ein Geschwisterkind keinen Ärger bekommt. Ein anderer Grund für eine bewusste Lüge ist die Angst vor der Enttäuschung der Eltern oder der Bestrafung. Wenn Kinder über ihre Fähigkeiten hinaus unter Druck gesetzt werden, greifen sie häufig zur Notlüge, um zu rechtfertigen, warum sie "versagt" haben. Bevor das Kind für seine Lüge bestraft wird, sollte man die Gründe für diese Lüge berücksichtigen.

Junge Teenager beginnen bereits, unabhängiger zu werden. Dazu gehört auch, dass sie ihre Geheimnisse haben. Ein Kind von 13 Jahren braucht seine Intimsphäre auf dem Weg zum Erwachsensein. Typische Lügen zur Vermeidung von Hausaufgaben oder anderen Aufgaben sind an der Tagesordnung. Es bring nichts, das Kind zu zwingen, die Wahrheit zu sagen, sondern man sollte es als Eltern die Unzufriedenheit mit der Lüge fühlen lassen. So bekommt es ein negatives Ergebnis für seine Lügen, kann aber selbst entscheiden, ob es das nächste Mal die Wahrheit sagt. Das ist ein wichtiger Schritt in der sozialen Entwicklung. Erst wenn ein Kind chronisch lügt, muss man die Hintergründe erforschen. Gründe für Lügen sind die Angst vor dem eigenen Versagen, zu starker Druck oder die Entdeckung, wie weit man mit einer Lüge kommen kann.

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