
Auch generell zufriedene Babys können in eine Phase kommen, in der sie ständig beißen. Dabei nehmen sie wenig Rücksicht darauf, ob es ihre eigene Hand, ein Spielzeug oder Mami’s Arme sind.
Sie können sogar regelrecht stur werden, wenn man sie von sich wegschiebt, damit sie nicht mehr beißen; sie kommen dann immer wieder zurück, um ihre Zähnchen in Beine oder Arme der Eltern zu graben.
Gewöhnlich beginnt die Beißphase mit dem Wachsen der ersten Zähne. Das Zahnen irritiert ihr Zahnfleisch und Beißen und Kauen verschafft ihnen Linderung. Das Beißen ist keineswegs boshaft und zerstörerisch gemeint, denn das Baby weiß noch nicht, was es bedeutet, anderen wehzutun.
Bevor das Beißen sich zur schlechten Angewohnheit entwickelt, sollte man etwas dagegen tun. Man kann das Kind ermuntern, aus Beißringen zu kauen und sollte es auch generell nicht davon abhalten, seine Spielsachen in den Mund zu stecken, solange diese für das Baby geeignet und ungefährlich sind. Auf keinen Fall sollte das Baby eine positive Reaktion bekommen, wenn es jemanden beißt, es sollte also niemand lachen und es „süß“ finden. Das Baby soll merken, dass es etwas tut, was es nicht soll. Ältere Geschwister sollten dem Baby auch keine liebevollen Bisse ihrerseits geben, denn das Baby kann noch nicht unterscheiden, wann die Schmerzgrenze erreicht ist.
Auf keinen Fall sollten die Eltern dem Baby seinen Willen geben, damit es aufhört sie zu beißen. Dadurch bekommt es positives Feedback. Das Gehirn registriert, dass „Beißen“ erfolgreich war. Auch andere Personen, die mit dem Baby Zeit verbringen, z.B. Babysitter, sollten darauf hingewiesen werden, das Kind nicht zum Beißen zu ermutigen.
Wenn ältere Kinder die Angewohnheit entwickeln, auf ihrem Handrücken oder den eigenen Fingern herumzukauen, deutet dies auf Nervosität und inneren Stress hin. Etwas im Leben des Kindes macht es innerlich angespannt und das Kauen und Beißen hilft ihm vorübergehend, diese Angst oder Unruhe zu verarbeiten. In diesem Fall sollte man unbedingt das Kind beobachten und mit ihm reden, um die Ursache für diese Anspannung herauszufinden und zu beseitigen.
