Das Wissen von Kindern testen

Kind lernt mit Hund umgehen
Manchmal ist es wichtig zu wissen, was Ihr Kind schon gelernt hat, um es mit Vertrauen einen Schritt weit loslassen und ihm etwas mehr Selbständigkeit zugestehen  zu können.  Dies ist möglich, selbst wenn man noch gewisse Ängste haben sollte, die einen an den Fähigkeiten der Sprösslinge zweifeln lassen.  Hier gilt es, Methoden zu finden, seine eigenen Ängste zu überwinden.

Was Kinder nämlich in ihrer Entwicklung weiterbringt, ist das Vertrauen, das Eltern in ihre Fähigkeiten setzen können, darum müssen diese lernen, loslassen zu können, wenn es an der Zeit ist.

Hier sollen einige Anregungen gegeben werden, wie man dies anstellt, ohne zu große Risiken einzugehen.

Beispiel:  Sie wohnen in einem Haus mit einer steilen Treppe und haben Angst, Ihr Kind alleine nach oben oder nach unten gehen zu lassen.

Bringen Sie dem Kind bei, wie es gefahrlos nach oben/unten kommt, z.B. nach oben:  auf allen Vieren, oder immer mit der Hand am Geländer; nach unten:  auf dem Po sitzend, immer eine Treppe weiter nach unten rutschend, ohne dabei aufzustehen.

Zu Anfang sollten Sie natürlich immer anwesend sein, wenn das Kind seine ersten Versuche startet.  Später können Sie dann testen, ob die Regeln verstanden worden sind, indem Sie selbst das Kind spielen und die Treppe nach oben oder nach unten gehen.  Zeigen Sie das richtige und das falsche Verhalten, mit eingebauten Fehlern, die das Kind korrigieren soll.  Anhand dessen können Sie ablesen, wie weit Ihr Kind die Regeln verinnerlicht hat.

Es wird seine Sache sehr ernst nehmen, um zu zeigen, was es gelernt hat und um auch einmal in den Genuss zu kommen, Sie als Elternteil zu korrigieren.

Ähnliche Strategien kann man in verschiedenen Alltagssituationen anwenden, z.B. beim Überqueren der Straße, im Umgang mit Wasser und dem Wasserhahn, der durch zu heißes Wasser gefährlich werden kann, in der Küche mit Herd, Bügeleisen und anderen gefährlichen Gegenständen.

Nicht immer ist es sinnvoll, Ihrem Kind die Manipulation dieser Gegenstände und Gefahrenquellen schon in Eigenregie zu überlassen, aber Sie können sicher gehen, dass diese Dinge einschätzen gelernt hat und werden so selbst ruhiger sein.

Das heißt, bringen Sie schon einem Baby bei, welche Dinge im Haus gefährlich sein können und geben Sie ihm später kleinere Aufgaben, die diese Dinge irgendwie beinhalten.  Dass sie diese Aufgaben bis zu einem gewissen Grad „inszenieren“ müssen ist notwendig, weil Sie in der Testphase keine akute Gefahrensituation erzeugen wollen.

Einem Zweijährigen kann man z.B. schon lange beigebracht haben:  das Bügeleisen ist für dich tabu, denn es kann heiß sein.  Nun kann man dazu übergehen, ihm zu zeigen, wie man ein Bügeleisen anfassen muss, nämlich niemals an der Bügelfläche berühren, weil man sich sonst verbrennen könnte.  Was „heiß“ und „verbrennen“ bedeutet kann man leicht an Wasser oder der Heizung demonstrieren.

Sie wollen bügeln und tragen nun Ihrem Sprössling auf, Ihnen das Bügeleisen zu bringen.  (Voraussetzung:  es steht an einem Ort, den dieser ohne Probleme erreichen kann, es ist natürlich nicht heiß!)

Beobachten Sie möglichst aus einiger Entfernung, ohne Ihr Kind prüfend anzusehen, wie es vorgeht.  Hat es alles richtig gemacht, so sollten Sie ihm ein dickes Lob geben.  Hat es Fehler gemacht, so können Sie die Situation noch einmal mit ihm durchspielen, z.B. mit der Methode, dass Sie das Kind spielen und es Ihnen zeigen muss, welche Fehler Sie begangen haben.

Sie werden feststellen, dass Ihr Kind sehr stolz auf sich ist, darf es doch Dinge der Erwachsenenwelt manipulieren und gleichzeitig lehren Sie ihm den richtigen Umgang mit diesen Gefahrenquellen spielerisch und ohne Druck.
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