Was passiert mit Kohlensäure beim Einfrieren

kohlensäurehaltiges Getränk

Kohlensäurehaltige Getränke wie Limonade, Cola, Sprudel oder Bier schmecken eisgekühlt besonders gut. Die Kohlensäure erfrischt, besonders an heißen Sommertagen. Nicht jeder mag Limonade mit Eiswürfel serviert, weil das Getränk dadurch verdünnt wird. Um die Getränke trotzdem eiskalt zu machen, werden sie dann schnell in den Gefrierschrank gelegt, und vergessen. Was passiert mit kohlensäurehaltigen Getränken, wenn sie gefrieren?

Limonade ist eine sirupartige Masse, die mit Wasser verdünnt und mit Kohlensäure versetzt wird. Die Kohlensäure gibt der Limonade die Luftblasen, die dem Getränk die erfrischenden Qualitäten verleihen. Sprudelwasser ist mit Kohlensäure versetztes Mineralwasser. Bier sprudelt durch die bei der Gärung entstehende Kohlensäure. Kohlensäure bleibt im Getränk enthalten, solange es gut verschlossen bleibt und der Behälter genug Druck hält. Wird der Druck durch Öffnen der Flasche gemindert, das Getränk stark geschüttelt oder zu lange stehen gelassen, entweicht die Kohlensäure und macht das Getränk schal. 

Die Kohlensäure ist nicht in der Flüssigkeit aufgelöst, sondern lediglich damit vermischt. Deshalb bleibt ein kohlensäurehaltiges Getränk nur sprudelnd, solange es im Kühlschrank, bei Zimmertemperatur und unter Druck aufbewahrt wird. Beim Entweichen der Kohlensäure beginnen die Luftblasen frei an die Oberfläche zu treiben und erzeugen das Sprudeln. 

Da die Kohlensäure also nicht in dem Wasser aufgelöst ist, bleiben die Luftblasen nur darin, solange sie getrennt bleiben. Wenn sich die Bedingungen verändern und die Luftblasen sich miteinander verbinden, spalten sie sich von der Flüssigkeit ab und streben nach oben, da sie eine geringere Dichte haben als die Flüssigkeit. Beim Einfrieren von Limonade, Bier oder Sprudel können sich die Luftblasen leichter miteinander verbinden und damit leichter entweichen, da das Wasser zu einem festen Aggregat wird und sich mit anderen Wassermolekülen verbindet. Durch diesen Vorgang werden die Luftblasen zusammengedrückt und damit aus der Mischung gedrängt. 

Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Das sich ausdehnende, erstarrende Wasser ist der Hauptgrund, dass sich eine Plastikflasche oder eine Dose mit Getränken ausbeult, wenn die Flüssigkeit im Innern gefriert. Der durch die Kohlensäure vorhandene Druck in der Flasche erzeugt Kräfte gegen die Begrenzungen der Flasche. Gelegentlich kann der Druck so stark werden, dass der Behälter an seiner schwächsten Stelle nachgibt und platzt. Das passiert vor allem bei Glasflaschen, da diese sich nicht ausdehnen können, um den Druck zu vermindern. 

Bei einmal eingefrorener Limonade oder Bier gelangt die Kohlensäure nach dem Auftauen nicht mehr an ihren ursprünglichen Ort in der Flüssigkeit zurück. Die Kohlensäure kann jetzt durch die reduzierte Wasseroberfläche nicht mehr so leicht von der Flüssigkeit absorbiert werden, weshalb das Getränk nach dem Auftauen meist schal schmeckt. 

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