Was ist gesünder, Sojamilch oder Kuhmilch

grasende Kühe

Es gibt gute Gründe, warum viele Menschen Sojamilch der Kuhmilch vorziehen. Zum Beispiel ist die CO2-Bilanz der Sojamilch nur einen Bruchteil so hoch wie die der Kuhmilch. Doch hauptsächlich stellt sich die Frage, welche Milch die gesündere ist.

Kuhmilch ist die Vollnahrung für Wachstum und Entwicklung eines Kalbes. Sie enthält alle essentiellen Aminosäuren sowie Fette, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe wie Kalzium, Phosphat und Vitamin B12.

Die Sojabohne ist Vollnahrung für Wachstum und Entwicklung der Sojapflanze. Die Bedürfnisse einer Pflanze sind offensichtlich anders als die eines Säugetieres, daher enthält Sojamilch weniger Fett, Kohlenhydrate, bestimmte Vitamine und Kalzium als Kuhmilch.

Der Proteinghehalt ist in beiden Milchsorten etwa gleich und alle essentiellen Aminosäuren der Kuhmilch sind in Sojamilch vorhanden, wenn auch in geringeren Mengen. Sojamilch hingegen enthält mehr Ballaststoffe und zweimal soviel Folsäure wie Kuhmilch.

Allerdings ist der Unterschied zwischen Kuhmilch und Sojamilch weniger deutlich, wenn man industriell verarbeitete Produkte betrachtet. Bei der industriellen Verarbeitung wird die Milch erhitzt, um Bakterien und Enzyme zu vernichten, die gesundheitsschädlich sein können und die Haltbarkeit des Produktes verkürzen können.

Sojamilch aus dem Supermarkt wird meist nicht aus gemahlenen Sojabohnen hergestellt, sondern aus pulverförmigem Sojaeiweiß-Isolat, dass mit Wasser, Öl und Zucker angereichert wird, um den Fett- und Kohlenhydratgehalt der Kuhmilch anzugleichen. Daneben wird sie mit Vitaminen und Kalzium angereichert. Nach der Herstellung unterscheiden Sojamilch und Kuhmilch sich also nicht durch die Menge an Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten, sondern durch die Art dieser.

Der Kohlenhydratgehalt der Kuhmilch besteht aus Laktose, dem Milchzucker, für dessen Verdauung das Enzym Laktase erforderlich ist. Beim Säugetier, also auch beim Menschen, verringert sich die Produktion dieses Enzyms nach dem Abstillen; zuviel Milch kann also Blähungen und Durchfall verursachen. Einige Menschen werden laktoseintolerant, für sie ist Sojamilch eine wichtige Alternative, denn diese enthält keine Laktose.

Sojamilch und Kuhmilch enthalten beide Proteine, wenn auch mit unterschiedlichen Vorteilen. Sojamilch scheint eine herzschützende Wirkung aufgrund der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zu besitzen. Die Proteine in Kuhmilch (Casein und Molke) fördern Muskelbildung und Gewichtsverlust.

Es gibt beide Sorten mit unterschiedlichem Fettgehalt. Kuhmilch enthält hauptsächlich Butterfett, welches reich an gesättigten Fettsäuren ist, während Sojamilch hauptsächlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, denn meist werden Pflanzenfette zugesetzt. Auch wenn empfohlen wird, auf die Reduktion der gesättigten Fettsäuren und der Ernährung zu achten, scheint Vollmilch von Kühen trotzdem keinen negativen Effekt auf das Herz zu haben, vermutlich aufgrund der Kombination von Fett, Protein und Mineralkomplexen.

Frische Kuhmilch und frische Sojamilch aus dem Reformhaus unterscheiden sich grundlegend voneinander, doch bei der herkömmlichen Milch aus dem Supermarkt gibt es wenig Unterschied. Wer sich also aus umweltfreundlichen Gründen für Sojamilch entscheidet, hat keinen gesundheitlichen Nachteil.

Titelfoto: Carl Baker

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