Selbstgemachter Joghurt ohne Joghurtmaschine

Selbstgemachter Joghurt

Joghurt ist eine gesunde Quelle für Proteine, Kalzium, Magnesium und andere essentielle Nährstoffe. Die aktiven Bakterien im Joghurt unterstützen die Darmflora und sorgen für eine gesundheitsfördernde Verdauung. Wesentlich preiswerter als der Joghurt aus dem Supermarkt ist selbstgemachter Joghurt, bei dem man zudem die gewünschte Menge an Zucker und Obst beimischen kann und, wenn man ihn schnell isst, keine Konservierungsstoffe benötigt.

 

Für die Herstellung von einfachem Joghurt zu Hause ist nicht einmal eine spezielle Joghurtmaschine nötig.
Man benötigt zwei Liter Milch, 2 bis 3 Esslöffel Naturjoghurt (für die Joghurtkulturen), einen großen Suppentopf, der etwa 8 Liter fasst, einen Kochtopf mit Deckel, der etwa 5 Liter fasst, einen Metall- oder Plastiklöffel und ein Backthermometer. Der kleinere Topf muss in den großen Topf hineinpassen, um ein Wasserbad zu schaffen.

Bei zwei Litern Milch entstehen etwa 2 Liter Joghurt. Als Milch sollte frische Vollmilch, Halbfett- oder Magermilch verwendet werden. Für en ersten Joghurt braucht man für die Entwicklung der Joghurtbakterien fertigen Naturjoghurt, später kann man den selbstgemachten Joghurt für die nächste Ladung verwenden.

Zunächst wird das Wasserbad gemacht. Es ist zwar nicht unbedingt notwendig, verhindert aber das Anbrennen der Milch. Der kleinere Topf wird in den größeren hineingestellt und der Zwischenraum etwa bis zur hälfte mit Wasser gefüllt. Beim Füllen muss der kleine Topf festgehalten werden, damit er nicht hochschmwimmt.

Milch und Joghurt sollten bei Raumtemperatur verwendet werden. Thermometer und Löffel sollten vor Gebrauch in heißem Wasser sterilisiert werden.

Die Milch wird nun in den kleineren Topf gegossen und das Thermometer am Rand befestigt.
Die richtige Temperatur für die Vorbereitung der Milchproteine auf die Joghurtkulturen liegt bei 85 Grad. Dies ist die Temperatur, bei der die heiße Milch zu schäumen beginnt. Das Wasser im Wasserbad sollte kochen und die Milch häufig umgerührt werden. Eine halbe Stunde lang muss die Milch bei 85 Grad gehalten werden, damit sie dicklich wird. In der Zwischenzeit füllt man das Spülbecken zu einem Viertel voll mit eiskaltem Wasser. Am besten fügt man einige Eiswürfel hinzu.

Dort wird der Topf mit der heißen Milch nach der Kochzeit hineingestellt, damit die Milch auf 45 Grad herunterkühlt. Dies ist die Temperatur, bei der die Joghurtkulturen beginnen, die Laktose der Milch zu verwerten und sich zu reproduzieren.
Jetzt werden zwei bis drei Esslöffel des fertigen Joghurts in die Milch gerührt. Der Joghurt muss jetzt eine Weile warmgehalten werden. Am besten deckt man den Topf zu und stellt ihn auf sehr kleine Stufe auf eine Herdplatte. Die Temperatur sollte auf etwa 45 Grad gehalten werden. Hier muss der Jogurt jetzt sieben Stunden lang ruhen. Danach rührt man die dicklich gewordene Substanz gründlich um. Der Joghurt kann jetzt in kleinere Behälter umgefüllt werden, in denen man ihn im Kühlschrank aufbewahrt. Das starke Rühren und die anschließende Kühlung sorgt dafür, dass die Joghurtbakterien aufhören, Laktosesäure zu produzieren.

Im Kühlschrank bleibt der Joghurt über Nacht. Am nächsten Morgen ist er verzehrfertig und sollte steif geworden sein. Gekühlt und abgedeckt hält sich der Joghurt 10 bis 14 Tage.
Die fertigen Portionen können mit Zucker, Honig, Marmelade und/oder Früchten serviert werden. Für die Herstellung des nächsten Joghurts sollte man sich drei Esslöffel beiseite stellen.

Zusammenfassung

Löffel und Thermometer sterilisieren
Milch im Wasserbad auf 85 Grad eine halbe Stunde lang sieden
Im Eiswasser auf 45 Grad abkühlen
Joghurt hineinrühren
Sieben Stunden lang warmhalten
Abfüllen und im Kühlschrank kühlen

Der Grund für das Sterilisieren des Bestecks ist, um Verunreinigung durch andere Bakterien zu vermeiden und die Milch auf die Produktion der Bakterien vorzubereiten. Das schnelle Erhitzen und Abkühlen fördert ein gutes Resultat.
Joghurt entsteht durch nützliche Bakterien (Lactobacillus Bulgarius, Streptokoccus Thermophilus oder beide), die die Milch gären. Diese Bakterien sind im fertigen Joghurt enthalten und aktiv. Werden sie bei der richtigen Temperatur in die Milch gegeben, bilden sie Laktose. Dies führt zur Verdickung und produziert Laktosesäure. Laktosesäure gibt dem Joghurt den herben Geschmack und konserviert ihn. Vor der Erfindung des Kühlschranks und vor Pasdteurisierung war dies die einzige Möglichkeit, Milch über einen längeren Zeitraum haltbar zu machen.

Laktosesäure kann auch von Menschen mit Laktoseintoleranz verdaut werden. Das siebenstündige Warmhalten produziert Joghurt, der ausreichend verdickt und nicht herb ist. Je länger man den Joghurt gären lässt, umso dicker wird er, aber der herbe Geschmack wird intensiver. Je nach persönlichem Belieben kann man die Gärzeit verlängern.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok