
Die Haltung des Schweifs erzählt viel über Charakter, Konstitution und seelischen Zustand des Pferdes aus. Je nach Haltung erkennt man, ob ein Pferd ausgeglichen, aktiv, nervös oder angespannt ist.
Die Schweifrübe ist eine natürliche Verlängerung des Rückens und sollte demnach locker in den Bewegungsrhythmus eingehen. Mit dem Wechsel der Hinterbeine bewegt sich die Schweifrübe hin und her. Bei einem verspannten Pferd ist dieser Bewegungsrhythmus gestört. Der Schweif kann auf einer Seite ausstehen oder müde sein.
Schräge Schweifrüben können Geburtsfehler sein, sind aber häufiger ein Zeichen einer Rückenverspannung. Im Galopp, also bei äußerster Kraftentfaltung, ist die schiefe Schweifhaltung dann oft verschwunden.
Eine von Geburt an schiefe Schweifrübe kann operativ begradigt werden. Oftmals ist der Erfolg nach dem Durchtrennen des Muskels nur vorübergehend und die schräge Haltung stellt sich später wieder ein.
Ein zwischen den Hinterbacken eingeklemmter Schweif deutet auch innere Angespanntheit oder Angst hin. Auch kann es eine Vorwarnung zum Auskeilen sein. Klemmt das Pferd den Schweif beim Reiten ein, ist es offenbar nicht locker genug; die Rückenmuskulatur arbeitet nicht in ausreichendem Maße.
Beim aufgeregten Pferd steht der Schweif genau wie beim aktiven Pferd leicht nach oben ab, wird allerdings durch nervöses Schweifschlagen und Tänzeln begleitet.
Häufiges Schweifschlagen kann ein Zeichen für einen zu eng sitzenden Sattelgurt, unter der Satteldecke befindliche, irritierende Objekte (Strohhalme) oder Überempfindlichkeit gegen Sporen sein. Stuten sind besonders bekannt dafür, dass sie auf kitzelnde Sporen mit Schweifschlagen reagieren.
