Wie schützt man sich vor Ransomware? Die aktuell um die Welt gehende Ransomware ist unter den Namen Petya, NotPetya und SortaPetya bekannt. Ähnlich wie der Virus WannaCry im Mai 2017 dringt dieser Virus in Computernetzwerke ein und verschlüsselt sämtliche Dateien. Die Dateien sind danach permanent unbrauchbar und sollen angeblich gegen ein Lösegeld wieder entschlüsselt werden.
Wie schützt man sich vor Ransomware?
Wie funktioniert der “Impfschutz” gegen die Ransomware
Sicherheitsforscher Amit Serper hat einen Weg gefunden, Computer vor einer Infektion mit dieser Ransomware zu schützen. Diesmal ist es kein “Killswitch” sondern wirkt wie eine Impfung. Bei einer Infektion installiert das Virus bestimmte Dateien auf dem Computer, die daraufhin die Kontrolle übernehmen. Man wirkt der Infektion entgegen, indem man praktisch dem Virus diesem Schritt vorausnimmt. Man schafft die Dateien mit den entsprechenden Extensionen selbst, macht sie dann aber nur lesbar (schreibgeschützt, read only) und nicht bearbeitbar. Kommt das Virus dann ins System, findet er die Datei-Extensionen bereits vor und “glaubt”, der Computer sei bereits infiziert. Da die selbst geschaffenen Dateien nicht bearbeitbar sind, kann das Virus sie aber auch nicht zu seinen Zwecken benutzen.
Wie aktiviert man den Impfschutz
Wie schützt man sich vor Ransomware: Batch-Datei zum Downloaden für einfache Aktivierung
Anleitung für die Aktivierung des Schutzes
(Natürlich solltest du niemals irgendetwas einfach öffnen, was du aus dem Internet herunterlädst, wenn du nicht sicher bist, dass es aus einer sicheren Quelle kommt. Dies ist der Grund, warum du die Datei erst einmal mit “Editor” öffnen solltest. So kannst du sehen, was darin steht.)
Klicke mit der rechten Maustaste auf die heruntergeladene Datei und klicke auf „Als Administrator ausführen”, nachdem du sie im Editor gelesen hast.
Die Batch-Datei erstellt die drei benötigten Dummy-Dateien, um die Not-Petya Ransomware / Virus von der Installation auf deinem System zu stoppen.
Wie schützt man sich vor Ransomware: Lies die wichtigsten Regeln weiter unten.
Auf keinen Fall Lösegeld bezahlen
Inzwischen ist das System für die Wiederherstellung verschlüsselter Dateien deaktiviert worden, es ist also völlig unsinnig, Lösegeld zu bezahlen. Es ist aber auch wichtig für künftige Cyberattacken, dass solche Ransomware möglichst wenig profitabel ist. Wichtig zu wissen: Lösegeld zahlen ist keine Lösung des Problems und bestärkt die hacker nur. Wie schützt man sich vor Ransomware, so dass man gar nicht erst erpresst werden kann:
Die zwei Arten von Ransomware
Verschlüsselungs-Ransomware. Sie enthält spezifische und komplizierte Verschlüsselungsalgorithmen, die darauf ausgelegt sind, Dateien unlesbar zu machen. Die Opfer werden zur Zahlung aufgefordert, um den Schlüssel zu erhalten, der den blockierten Inhalt entschlüsseln kann.
Locker-Ransomware. Locker Ransomware sperrt das Opfer aus dem Betriebssystem und macht es unmöglich, auf den Desktop und alle Apps oder Dateien zuzugreifen. Die Opfer müssen bezahlen, um ihre Daten freizuschalten.
Wie schützt man sich vor Ransomware: die wichtigsten Regeln
Erstelle regelmäßige und mehrere Backups
Backups sind bei weitem der beste Weg, sich vor Ransomware-Angriffen zu schützen.
Für jedes Backup ist es entscheidend, mehrere Kopien der Dateien zu erstellen und diese auf verschiedenen Medien aufzubewahren. Jede von diesen Sicherheitskopien sollte separat an einem anderen Ort aufbewahrt werden. Idealerweise sollte einer offline gehalten werden (auf einer sicheren externen Festplatte), und ein anderer könnte auf einem sicheren und privaten Cloud-Dienst gelassen werden.
Vermeide es, das Sicherungsmedium (z. B. externe Festplatte) nach einer Sicherung mit dem Computersystem verbunden zu lassen. Im Falle einer Infektion dieses Systems würde es in den Perimeter der vom Angriff betroffenen Daten aufgenommen, und der Backup wäre nutzlos.
Verwende aktuelle Software
Software-Updates enthalten häufig „Sicherheits-Patches“, die Schwachstellen beheben sollen, die Hacker ausnutzen könnten, um Cyberangriffe (einschließlich Ransomware-Angriffe) zu starten.
Aus diesem Grund ist es wichtig, Updates für diese Software, Geräte und Peripheriegeräte sofort herunterzuladen, nachdem man über ihre Existenz informiert wurde. Denn jetzt wissen auch Hacker, dass das betreffende Gerät oder die betreffende Software eine Schwachstelle aufweist.
Vermeide jeglichen Spam
Viele Ransomware-Angriffe werden durch Phishing, Spear-Phishing oder Whaling-E-Mails oder Smishing initiiert. Und oft erlauben die Opfer der Ransomware, durch das Herunterladen eines Anhangs, der in diesen Nachrichten enthalten ist, in ihren Computer, ihr Telefon oder ihr Computersystem einzudringen.
Aus diesem Grund sollten nur Anhänge und Links geöffnet werden, die von wirklich vertrauenswürdigen Quellen stammen. Niemals auf einen Link in einer E-Mail klicken! Selbst eine scheinbar harmlose Bemerkung wie „Klicken Sie hier, um sich abzumelden/nicht mehr zu folgen“ kann gefürchtete Ransomware verbergen.

