Erwartungsangst - Die Angst vor dem Unbekannten

Erwartungsangst - Die Angst vor dem Unbekannten

Die Angst vor dem Neuen und Unbekannten ist wohl die am häufigsten vorkommende Art von Angst. Es gibt einfach zuviel Unbekanntes da draußen. Es breitet sich wie ein dicker Nebel um uns herum aus. Was wir in dem Nebel nicht sehen können, macht uns Angst. Es ist eine verständliche, aber nicht unbedingt hilfreiche Art der Angst. Im Gegenteil, meist behindert sie uns und schränkt uns ein. Sie hindert uns daran, dass zu tun, was wir tun möchten, unser Leben zu leben, wir wir es wollen.

Doch man kann etwas gegen diese Angst tun. Der erste Schritt ist schon getan: Ihr setzt euch gerade mit eurer Angst auseinander.

Als zweiten Schritt solltet ihr versuchten, sie ein wenig besser zu verstehen.

Es gibt Tage, an denen ist der Nebel morgens so dicht, dass es so scheint, als könnten wir ihn nicht durchbrechen. Jedoch wenn ihr dann ins Auto steigt und losfahrt, seht ihr, dass der Nebel keine Wand ist und sich leicht durchfahren lässt. Dass es gar nicht so schwierig war, wie ihr gedacht hattet. Und während ihr euch fortbewegt, merkt ihr, dass ihr jetzt Dinge sehen könnt, die ihr von eurem ursprünglichen Standort aus nicht sehen konntet. Ihr seid in eine andere „Zone“ vorgedrungen. Innerhalb dieser Zone ist alles in einem gewissen Umkreis klar erkennbar, aber ihr könnt nicht sehen, was weiter vorn liegt.

Bis ihr euch weiterbewegt und in einer neue „Zone“ ankommt.

Konzentriert euch auf alles, was ihr innerhalb der Zone, in der ihr euch gerade befindet, klar sehen könnt, was schon nicht mehr ungewiss ist: die Leute, die Straßenschilder, die Gebäude. Mit diesem Wissen fahrt ihr ein Stück weiter durch den Nebel und sammelt neue Informationen für den nächsten Schritt.

Mit der Angst vor dem Unbekannten ist es genau das gleiche. Das, was wir nicht kennen, scheint wie ein undurchdringlicher Nebel vor uns zu liegen, wie ein tonnenschweres Gewicht auf unseren Schultern. Aber wenn ihr euer bisheriges Wissen nehmt, vor dem ihr keine Angst habt und mit dieser Grundlage einen kleinen Schritt weitergeht, befindet ihr euch schon in einer neuen Zone mit neuen Informationen.

Zwischen unserem augenblicklichen Standort und dem großen Unbekannten liegen eine Menge solcher kleiner Schritte. Macht euch klar, dass ihr nicht sofort ins kalte Wasser zu springen braucht, ihr könnt so langsam vorgehen wie ihr wollt, aber ihr müsst in Bewegung bleiben.

Arbeitet euch schrittweise vorwärts mit den neu gewonnenen Informationen. Ja, eben waren diese Informationen noch unbekannt und haben uns Angst eingeflößt, jetzt geben sie uns ein Gefühl von Sicherheit für den nächsten Schritt.

Immer wenn die Angst vor dem Unbekannten euch einholt und euch bewegungsunfähig macht, denkt an das Beispiel mit dem Nebel. Stellt euch bildlich vor, wie ihr einen Schritt auf die weiße 'Masse' zugeht und diese sich ein Stück weiter aufklärt. Schaut euch um, wo ihr euch gerade befindet und nehmt eure Umgebung bewusst wahr. Mit diesen Informationen könnt ihr eure Entscheidung treffen, in welche Richtung es weiter geht.

Und dann geht diesen Schritt. Tut es. Bleibt in Bewegung. Konzentriert euch darauf, den Nebel zu durchdringen, nicht darauf, was in dem Nebel sein könnte. Mit anderen Worten: Konzentriert euch auf den Weg, nicht das Ergebnis. Wenn ihr unterwegs seid, kommt ihr automatisch irgendwo an. Darum braucht ihr euch nicht zu kümmern. Ihr müsst nur zusehen, dass ihr euch auf die Schritte, auf den Weg konzentriert.

Mit der Zeit wird der Weg leichter. Die „Sonne“ der Erfahrung und des Wissens wird aufsteigen und den Nebel lichten. Dann werdet ihr den Pfad vor euch klar und deutlich erkennen. Dann werdet ihr feststellen, dass ihr keine Angst mehr vor dem Neuen und Unbekannten habt.
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