
In Madrid gibt es mehr zu sehen, als die von Touristen überströmten Sehenswürdigkeiten der Kataloge. Für den Madrid-Reisenden, der hinter die Kulissen schauen und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, sind hier die fünf besten Vorschläge.

1. Gleich zwei Kunstschätze findet man an im Innern Möbelgeschäftes, die nicht zum Verkauf stehen. Die Decke ist von Freskos bedeckt, die Daniel Zuloaga im 19. Jahrhundert malte. Zuloaga ist der Künstler, der mehrere berühmte Gebäude in Madrid mit Malerei geschmückt hat, darunter der Velázquez Palast im Buen Retiro Park und das Landwirtschaftsministerium.
Daneben befindet sich ein originale Ticketkabine der früheren Montano Konzerthalle, die einst an dieser Stelle gestanden hat.
Das Geschäft heißt Rustika und liegt in der Calle San Bernardino 3.

2. Im Untergeschoss des Cervantes Instituts findet man eine spektakuläre Stahlkammer, die 1944 entworfen wurde, um die Tresore der Bank zu schützen, die sich in diesem Gebäude befand. Das Untergeschoss heißt heute Caja de Letras und wird durch eine 50cm dicke, runde Tür betreten. Etwa 1800 Schatullen werden hier aufbewahrt, in denen seit 2007 geheime Vermächtnisse aufbewahrt werden. Diese darf nicht vor dem Datum geöffnet werden, das der jeweilige Künstler bestimmt hat. Francisco Ayala war der erste Spanische Autor, der einen Brief dort einschloss, der erst 2057 geöffnet werden darf. Der Tresorraum kann besichtigt werden und liegt in der Calle Alcalá 49.

3. Bambus-Haus. Aus der Entfernung sieht es aus wie ein fensterloser Würfel aus Bambus. Beim näheres Hinsehen bemerkt man die aufklappbaren Fenster- und Türläden. Das orientalisch anmutende Gebäude liegt im Ensanche de Vallecas Distrikt, Los Clarinetes 13. Dort gibt es 88 einzigartige Wohngebäude, die für unter 35-Jährige mit geringem Einkommen gedacht sind, die ansonsten bei ihren Eltern wohnen würden. Der gesamte Komplex ist aus natürlichem Material gebaut. Das Gebäude nimmt nur etwa die Hälfte der Fläche ein, der Rest besteht aus Garten und Spielflächen.

4. In Barajas liegt ein wunderschöner Park, in dem es kaum Menschen zu sehen gibt. 14 Hektar Grünfläche wurden 1784 durch die ansässigen Herzog und Herzogin von Osuna entworfen. Exquisite Skulpturen und tempelartige Strukturen stehen dort zwischen kleinen Gärten verschiedener Länder (Englisch, Französisch und Italienisch). Daneben gibt es ein Labyrinth, einen künstlich angelegten Fluss, einen See und eine Insel. Dies ist zweifellos einer der besten Orte für einen heißen Tag in Madrid. Der Park liegt in Capricho de la Alameda de Osuna.

5. In der Calle Marqués de Riscal 7 findet man eine vergessene Arena, in der einst prächtige Wettkämpfe für die Sportart Pelota stattfanden. Pelota ist eine traditionelle Baskische Sportart, die im 19. Jahrhundert in Spanien beliebter war als Fußball. Hinter der Fassade kann man vom oben die Überreste des Beti-Jai-Hofes sehen, das einzige Exemplar seiner Art in Madrid. Im Jahre 1894 wurde der damals extravagante Hof eröffnet. der Name Beti-Jai ist ein Baskischer Ausdruck für ununterbrochenes feiern. Bis zu 4000 Personen konnte die Arena unterbringen. In dem 67m langen Hof konnten alle verschiedenen Formen der Sportart ausgeübt werden. Nachdem der Hof 1919 geschlossen wurde, wandelte man ihn in eine Polizeistation, eine Werkstatt und einen Übungsplatz für Musiker um.

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