
Im Flugzeug sind Hunderte von Menschen auf engem Raum für mehrere Stunden zusammen gepfercht. Verstößt man dabei gegen die inoffizielle Flieger-Etikette, kann man sich selbst und den Mitreisenden das Fliegen ungemütlich machen. So vermeidest du die häufigsten Fehler und förderst eine angenehme Flugathmosphäre.
Zwischen den Sitzen gibt es nur eine Armlehne, die sich die Sitznachbarn teilen müssen. Viele Menschen erweitern ihr geringes Territorium, indem sie die Armlehne für sich beanspruchen und den Nachbarn damit einschränken. Fang bitte keinen Streit über die Armlehne an. Wenn der Sitznachbar diese beschlagnahmt, lass ihn gewähren, das ist angenehmer als mit ihm darum zu kämpfen. Was dich selbst angeht, vermeide es, die Armlehne zu benutzen, und wenn du sie benutzt, dann stütze nur den Ellbogen auf.
Vor dem Zurücklehnen des Sitzes denk an die Person, die hinter dir sitzt und dessen geringen Platz du einschränken wirst. Wenn möglich, beschränke das Zurücklehnen auf Ruhezeiten bei Nachtflügen. Achte besonders darauf, dass der Passagier hinter dir nichts auf seinem Tisch hat, bevor du den Sitz zurücklehnst.
Körperhygiene sollte selbstverständlich sein, doch leider erwischt man hin und wieder einen Sitznachbarn, der nicht gerade angenehm riecht. Ebenso wie schlechter Körpergeruch kann übermäßiger Parfümgebrauch störend sein. Achte darauf, dass du nicht zu solchen Menschen gehörst, wenn du auf engem Raum mit anderen zusammen bist.
Quatsche deinen Sitznachbarn nicht voll. Achte auf die Körpersprache des anderen, wenn er liest oder seine Kopfhörer anhat, zeigt das deutlich, dass er keine Lust auf Unterhaltung hat.
Stopf die Stauräume über den Sitzen nicht allein mit deinem Kram voll. Beschränke dich darauf, nur ein Gepäckstück dorthin zu legen und verstaue Jacken und Handtasche unter dem Vordersitz. Es sorgt für ärgerliche Verzögerungen, wenn die Stewardess Platz für die letzten Fluggäste finden muss.
Halte deine Kinder in Schach. Kinder langweilen sich schnell und fangen an, den Vordersitz mit den Füssen zu treten oder auf dem Sitz zu hampeln. Das kann die Mitreisenden ungemein stören. Versuche, die Kinder zu beschäftigen.
Auch wenn du Alkohol an Bord trinken darfst, solltest du dich nicht besaufen. In der Kneipe auf dem Boden können dir die Mitmenschen ausweichen, im Flugzeug sind sie gezwungen, sich mit dir im betrunkenen Zustand abzufinden.
Hab Verständnis dafür, dass die Personen am Fensterplatz oder in der Mitte ab und zu mal aufstehen müssen oder du ihnen ein Tablett weiterreichen musst. Es ist nicht schön, wenn die Augen verdreht werden, nur weil man auf die Toilette muss und der Sitznachbar für einen aufstehen muss. Wenn dich das zu stark stört, such dir das nächste Mal selbst einen Fensterplatz, wo du nicht für andere aufstehen brauchst.
Dazu gehört allerdings auch, dass du selbst, wenn du am Fenster sitzt, nicht alle fünf Minuten zum Waschraum gehen solltest, damit die anderen für dich aufstehen müssen. Beim Fliegen geht es um gegenseitige Rücksichtnahme.
Wenn du durch den Gang läufst und dich für besseres Gleichgewicht an den Sitzen festhalten musst, pass auf, dass du dich nicht in den Frisuren der anderen Passagiere verfängst.
Manche alltäglichen Gewohnheiten möchten fremde Menschen nicht mitbekommen. Deshalb gehen wir zu Hause dafür auch ins Bad. Dazu gehört Fingernägel schneiden, in den Zähnen nach Essenszeiten stochern oder die Windel des Babys zu wechseln.
Die Bildschirme im Vordersitz sind eine schöne Sache für die Unterhaltung. Pass allerdings auf, dass du nicht mit den Fingern darauf herumhackst, denn das spürt der Nachbar vor dir. Drück den Bildschirm sanft, um Kanäle zu wechseln oder verwende die Fernbedienung.
Halte deinen eigene Lärm in Grenzen. Laute Musik aus den Kopfhörern oder von deinem Videospiel, halb geschriene Unterhaltungen und jammernde Kinder nagen an den Nerven der Passagiere. Wenn jeder sich so verhalten würde, als wäre er allein auf der Welt, würde das gesamte Flugzeug nur so dröhnen. Halte deinen Geräuschpegel auf einem Minimum. Natürlich kann man seine Kinder nicht einfach abschalten, aber sollte dennoch versuchen, sie zu beruhigen und abzulenken.
Foto: Łukasz Golowanow, Maciej Hypś, www.Konflikty.pl
