Wer darf „alternative Medizin“ praktizieren?

Akkupunktur als alternative Medizin
Unter den Begriff der alternativen Medizin fallen immer mehr Begriffe und medizinische Richtungen, die größtenteils aus Asien stammen.  Schier unerschöpflich scheint die Quelle der Weisheiten, die es in den asiatischen Traditionen schon lange fest verankert gibt.

Auch unter dem Begriff Naturheilkunde fassen sich verschiedene Disziplinen zusammen, um einige zu nennen, kann man Akupunktur, Reflexzonentherapie, Aromatherapie, Homöopathie, Reiki, Shiatsu, Ayurveda, Bach-Blütentherapie, oder auch die Chiropraktik nennen.

Es gibt verschiedene Heilpraktikerverbände, die je nach Bundesland namentlich unterschiedlich sind, alle jedoch zum Ziel haben, ihren Mitgliedern die Fähigkeit zur Anwendung dieser Behandlungsmethoden zu attestieren.

Man sollte also darauf achten, dass ein Heilpraktiker Mitglied in einem dieser Verbände ist, oder in einer der anerkannten Heilpraktikerschulen sein Handwerk gelernt hat.

Die Voraussetzung für jemanden, der alternative Medizin anbieten will, ist, dass er auch eine Ausbildung in der klassichen Schulmedizin absolviert hat.  Wäre dies nicht der Fall, so würden ihm wichtige Grundlagen und Voraussetzungen fehlen, um Diagnosen zu stellen und Krankheitsbilder zu erkennen.

Da alternative Medizin oft bei uns nur eine unterstützende Funktion zu herkömmlichen Methoden haben kann, ist dies notwendig, um das Gesamtbild des Gesundheitszustandes zu erfassen.

Selbst wenn im Ausland die Tradition besteht, generell mit den Methoden der von uns so titulierten „alternativen Medizin“ zu heilen, so bedeutet dies nicht, dass ein deutscher Anwärter auf diese Behandlungsmethoden gleiche Voraussetzungen für diese ganzheitliche medizinische Sichtweise mit sich bringt.  Er wird immer durch seine europäische Denkweise vorbelastet bleiben und ein anderes Verständnis von vielen Dingen haben.  Als Europäer muss er somit eine Alternative zur alternativen Medizin zur Hand haben, denn sonst läuft er Gefahr, wichtige Aspekte eines Krankheitsbildes schlichtweg nicht erkennen zu können.

Daher wird in unseren Breitengraden auch immer häufiger vom Begriff der Komplementärmedizin Gebrauch gemacht.

In der medizinischen Fachwelt, wie auch in der breiten Öffentlichkeit besteht der Wunsch und der Bedarf nach ganzheitlichen Behandlungsmethoden, daher werden sie auch weiterhin willkommen sein und es zeichnet sich ab, dass der Trend zu einer Verschmelzung sich immer weiter fortsetzen wird.

Was in der Gastronomie heute schon als „Fusion Food“ bezeichnet wird, nämlich der Verschmelzung westlicher und orientalischer Kochkünste, könnte also auch bald für die Medizin begrifflich geprägt werden, denn man ist auf dem besten Wege, endlich zu erkennen, dass das Eine das Andere nicht ausschließen muss.

Dies macht sich bemerkbar, um nur ein Beispiel zu nennen, wenn Krankenkassen Leistungen aus dem Bereich der alternativen Medizin übernehmen und Forschung und Ärzte immer mehr dazu übergehen, homöopathische Mittel einzusetzen, wenn sie deutlich mehr Nutzen versprechen als ihre bisherigen Gegenspieler aus der klassischen Medizin.

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