Sind Menschen mit heller Augenfarbe lichtempfindlicher?

Lichtempfindlichkeit

Ob Menschen mit heller Augenfarbe tatsächlich lichtempfindlicher sind, ist nicht hundertprozentig erwiesen. Je dunkler die Augenfarbe, umso mehr Pigmente gibt es in der Iris, die einen effektiveren Schatten geben, je kleiner die Pupille durch Lichteinfall wird. Auf der anderen Seite wird die Lichtempfindlichkeit auch durch die Netzhaut gesteuert.

 

Die Lichtrezeptoren der Netzhaut ermöglichen das Sehen, indem Lichtphotone in Nervenimpulse umgewandelt werden, die durch den Sehnerv ins Gehirn transportiert werden. In den Photorezeptorzellen finden zahlreiche chemische Reaktionen statt, die auf unterschiedliche Lichtverhältnisse reagieren. Beim menschlichen Auge wird durch die Stäbchen schwarz-weiße Information übertragen, während durch die Zäpfchen verschiedene Farben wahrgenommen werden. Alle diese separaten Detektoren bilden zusammen das Gesamtbild, dass wir wahrnehmen. In hellem Sonnenlicht arbeiten nur die Zäpfchen, während im Dunkeln nur durch die Stäbchen genug Information übertragen werden.

 

Manche Menschen sind lichtempfindlicher als andere. In extremen Fällen kann sich auch eine Fotophobie entwickeln, bei der helle Lichtquellen wie Sonnenlicht oder Neonröhren Unannehmlichkeiten bereiten. Um die Überempfindlichkeit zu kompensieren, muss man stark blinzeln oder die Augen schließen. Gelegentlich tritt Lichtempfindlichkeit auch zusammen mit Kopfschmerzen auf.

 

Lichtüberempfindlichkeit kann verschiedene Ursachen haben, wobei es sich bei Fotophobie nicht um eine Krankheit, sondern lediglich um ein Symptom handelt. Typische Ursachen sind Migräne, Augenentzündungen oder Virus-Krankheiten. Menschen mit heller Augenfarbe scheinen oft empfindlicher auf helles Licht zu reagieren. Ob jedoch die Augenfarbe der Grund für die Sensibilität ist, ist nicht erwiesen. Es ist ebenso möglich, dass ein Mensch mit hellen Augen unter anderen Krankheitsbedingungen leidet.

 

Weitere Ursachen für Fotophobie

Hornhautverletzungen

Mondblindheit (Uveitis)

Meningitis

Netzhautablösung

Augenirritationen durch Kontaktlinsen

Sonnenbrand

refraktive Chirurgie

Wurstvergifung (Botulismus)

Tollwut

Quecksilbervergiftung

Bindehautentzündung

Hornhautentzündung (Keratitis)

Regenbogenhautentzündung (Iritis)

 

Verschiedene Medikamente können Lichtempfindlichkeit als Nebenwirkung verursachen. In sehr seltenen Fällen liegt eine genetische Erkrankung zugrunde.

 

Was kann man gegen Lichtüberempfindlichkeit tun

Die wirksamste Behandlung der Fotophobie ist die Beseitigung der auslösenden Krankheit. Nachdem die Krankheit geheilt ist, verschwindet die Lichtempfindlichkeit meist von selbst. Menschen, die von Natur aus empfindlich gegen helles Licht sind, sollten helles Sonnenlicht und grelle Lichtquellen meiden bzw. eine Sonnenbrille und einen breitkrempigen Hut tragen. In extremen fällen kann man spezielle Kontaktlinsen tragen, die den Lichteinfall kontrollieren.

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