Schaufensterkrankheit

Schmerz im Bein
Was der Volksmund als Schaufensterkrankheit bezeichnet, ist in Wahrheit eine sehr ernste und schmerzhafte Erkrankung. Geprägt wurde der Begriff Schaufensterkrankheit durch das an Einkaufsbummel erinnernde Verhalten der Betroffenen; der Erkrankte verspürt beim Gehen einen starken Schmerz in den Beinen und bleibt intuitiv stehen. Er wartet, bis der Schmerz vorüber ist und geht weiter bis zum nächsten Anfall.
Medizinisch wird diese Krankheit Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) genannt.

Anschaulich erklärt handelt es sich bei der arteriellen Verschlusskrankheit um eine Atemnot der Muskulatur. Durch Ablagerungen in den Blutgefäßen verstopfen die Arterien und unterbrechen die Blutzufuhr. Dadurch erhalten die Muskeln nicht genügend Sauerstoff, um zu funktionieren. Gewöhnlich tritt diese Engstelle in den Beinen auf.
Zunächst tritt der akute Schmerz nur beim Gehen, also beim Arbeiten der Muskeln auf, im späteren Verlauf der Krankheit bleibt der Schmerz dauerhaft bestehen und lässt nicht einmal mehr im Liegen nach. Sauerstoffunterversorgtes Gewebe stirbt ab und es bilden sich Geschwüre. In schlimmen Fällen müssen dann Zehen, Füße oder sogar das ganze Bein amputiert werden.

Meist kommt es jedoch nicht soweit, bei 75% der Patienten stabilisiert oder verbessert sich die Krankheit.

Doch es besteht nicht allein ein Risiko einer Amputation. Die gedrosselte Blutzufuhr kann einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall verursachen. Oft bilden sich Ablagerungen in Adern, die Herz oder Gehirn versorgen, ohne dass spürbare Symptome hervorgerufen werden.

Je weiter fortgeschritten die Krankheit PAVK ist, umso mehr verkürzt sich die Lebenserwartung des Patienten. Im Durchschnitt ist die Lebenserwartung eines an PAVK erkrankten um zehn Jahre verkürzt.

Allgemein ist die Krankheit gut therapierbar, allerdings muss der Patient seinen Lebensstil der Krankheit anpassen, wenn er seine Lebenserwartung verlängern will. An erster Stelle muss das Rauchen eingestellt werden. Die Ernährung muss auf fettarme, ballaststoffreiche und vitaminreiche Nahrung umgestellt werden, um die Blutfettwerte bzw. den Bluthochdruck zu senken. Diabetiker sind auch stärker gefährdet, deshalb sollten diese diszipliniert nach ihrer Diät leben und regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren.
Außerdem sollte jeden Tag Gymnastik betrieben werden, um die Durchblutung zu fördern.

Neben der Einnahme von Medikamenten können Ärzte stark verengte Gefäße erweitern oder Bypässe legen.

Die vier Stadien der Schaufensterkrankheit

Stadium 1: Der Blutfluss ist eingeschränkt, ohne eindeutuge Symptome zu zeigen.

Stadium 2: Beim Laufen bestimmter Strecken schmerzt das Bein.

Stadium 3: Dauerhafte Schmerzen sogar im Liegen.

Stadium 4: Geschwür und abgestorbenes Gewebe sind vorhanden. Eine Amputation ist unvermeidlich.
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