
Vor allem bei Schulkindern und heranwachsenden Teenagern ist die Sehnsucht nach Beliebtheit groß. Die allgemeine Meinung ist, dass Beliebtsein unter Gleichaltrigen den Weg zu einer glücklichen Jugend ebnet. Doch das ist ganz und gar nicht der Fall.
In der Grundschule basiert Beliebtheit unter den Klassenkameraden fast ausschließlich auf den sozialen Fähigkeiten im Umgang mit anderen. Auf der einen Seite steigert Beliebtheit das Selbstwertgefühl und den Mut der Kinder und Jugendlichen, doch kann der Zwang nach Beliebtsein enormen Stress verursachen. Der Schlüssel zum Erfolg ist, wie man seine Beliebtheit selbst beurteilt. Es sollte kein Wettbewerb sein, wer die meisten Freunde hat oder auf der sozialen Leiter auf einer höheren Stufe steht. Wer bis zu einem Alter von 13 Jahren mit seinem sozialen Stand zufrieden ist, dem ergeht es meist langfristig gut. Die Kinder ,die unzufrieden sind, sind diejenigen, die das Gefühl haben, nicht in die Gruppe zu passen. Doch was ist eine Gruppe? Die Gruppe besteht aus Individuen, die alle vollkommen unterschiedlich und einzigartig sind. Jeder kann dort hineinpassen. Was Unzufriedenheit mit dem sozialen Stand auslöst, ist das fortwährende Streben nach einer höheren Stufe. Man muss nicht von jedem einzelnen gemocht werden, sondern nur von sich selbst. Wer sich selbst mag, findet von ganz allein Freunde.
Wie wird in der Schule beliebt
Im Grundschulalter entwickelt sich die Fähigkeit, Freunde zu machen und zu behalten. Die Grundlage dafür sind gute gesellschaftliche Umgangsformen. Diese garantieren nicht Beliebtheit, doch sie helfen den Kindern bei Konfliktlösungen und Beziehungen mit den Klassenkameraden.
Soziale Umgangsformen im Grundschulalter bestehen aus acht Kategorien: Kooperation, Teilnahme, Kommunikation, Unterstützung, kein Spielverderber sein, Frustrationsmanagement, Respekt und Gefühlsbewusstsein. Diese Fähigkeiten lassen sich zu Hause mit Eltern und Geschwistern üben. Das Kind sollte lernen, dem anderen zuzuhören und andere Meinungen und Wünsche zu akzeptieren. Eine weitere Form, die man das üben kann ist, bei einer Unterhaltung bei einem Thema zu bleiben. Grundschüler insbesondere finden es frustrierend, wenn jemand das Thema wechselt, bevor sie etwas dazu sagen konnten.
Soziale Fähigkeiten lassen sich am besten beim Spielen erlernen; Spielen mit den Eltern oder mit anderen Kindern.
Wann ist Beliebtheit negativ
Basiert die Beliebtheit auf den gesellschaftlichen Umgangsformen, ist es positiv. Doch es gibt Kinder, die sich Beliebtheit bei Gleichaltrigen erkaufen wollen, durch Angabe, durch das Eingehen von Risiken oder Einschüchterung. Dies kommt besonders bei älteren Kindern vor. Kinder treffen oft bestimmte Entscheidungen auch gegen ihre eigene Überzeugung, wenn sie denken, dass es sie beliebt macht. Sie wollen ein Image für sich erschaffen, doch das Beibehalten eines falschen Images ist sehr anstrengend und stressig.
Wie können Eltern ihr Kind steuern
Die Eltern sollten beobachten, wie das Kind in die Gesellschaft hineinpasst. Mag es die Freunde, die es hat und hat Spaß mit ihnen, braucht es nicht mehr Freunde zu suchen. Doch wirkt das Kind unzufrieden und einsam, sollte man ihm helfen, denn Unbeliebtsein ist für Kinder sehr schmerzhaft.
Zuhören ist besonders wichtig. Falsch ist, dem Kind zu sagen, dass Beliebtheit nicht wichtig ist, denn dadurch fühlt sich das Kind unverstanden. Besser ist es, dem Kind zuzuhören und keine Verbesserungsvorschläge zu machen. Ein mitfühlendes und verständnisvolles Nicken kann mehr bewirken als eine große Rede.
Was man dem Kind allerdings sagen kann ist, dass richtige Freundschaften wichtiger sind als oberflächliche Beliebtheit. Normal ist es, ein bis zehn Freunde zu haben. Jedes Kind ist anders. Während das eine haufenweise Freunde braucht, ist ein anderes mit nur einem Freund zufrieden.
Um dem Kind zu helfen, kann man gezielt außerschulische Aktivitäten innerhalb seines Interessensbereichs suchen. Kontakt mit anderen Kindern zu machen, die eine Leidenschaft teilen, ist oft leichter.
Für die Eltern ist es wichtig zu verstehen, dass es für das Kind wichtiger ist, sich selbst zu mögen und mit sich zufrieden zu sein. Oftmals sind es die Eltern selbst, die dem Kind Komplexe einreden, weil sie fälschlich annehmen, das Kind müsse sich beliebter machen. Sie machen ihrem Kind Druck, ein künstliches Image aufzubauen und setzen es ungewollt unter Stress. Man sollte also als Eltern nur dann eingreifen, wenn das Kind tatsächlich unzufrieden ist.
Wer viele Freunde haben möchte, muss zuerst selbst sein bester Freund werden. Selbstvertrauen und Natürlichkeit hilft dem Kind im Umgang mit anderen.
