
Die Bildhauerei im Rokoko diente fast ausschließlich zur plastischen Dekoration von Gebäuden, sowohl im Innenraum als auch an der Fassade. Daneben gab es plastische Figuren als Gartenschmuck.
Wie bereits in vorangegangenen Epochen steigerten Skulpturen die Wirkung von Bauwerken, insbesondere von Kirchen. Man legte Wert auf raffinierte Effekte und die Wirkung von Material, Licht und Farbe. Die Rokokoskulptur erhält ihren Reiz durch die Gesamtkomposition unendlich vieler Details. Die eingebauten Details unterstreichen die Festlichkeit des Kunststils. Anmutigkeit ist bei der Thematik wichtiger als Erhabenheit.
Die für die Bildhauerei des Rokoko beliebtesten Materialien waren Blei, Bronze, Marmor und Porzellan. Im Rokoko entstand ein Trend für chinesisches Porzellan, sowie die Neigung zum Exotischen und Bizarren. Diesen Trend bezeichnet man als Chinamode oder Chinoiserie. Es entstanden in dieser Zeit viele chinesische Pavillons, Teehäuschen und Porzellankabinette. Porzellan war aufgrund seiner Zerbrechlichkeit nicht für den Alltagsgebrauch gedacht, sondern für festliche Stunden und wurde daher von Adligen bevorzugt. Allerdings gab es auch eine Blütezeit der einfachen Keramikkunst. Das Leitmotiv der Kunstskulpturen des Rokoko war die Rocaille und ihr bewegtes Spiel ineinander übergehender S- oder C-förmiger Wellen.
