Wenn Pferde oft stolpern, was kann man dagegen tun? Bei manchen Pferden stellt man fest, dass sie besonders im Schritt, aber auch oft im Trab die Hufspitzen über den Boden schleifen. Im Gelände, wo der Boden uneben ist, führt das Zehenschleifen zu stolpern.
Oft sieht man diese Angewohnheit bei Schulpferden, die durch den ständigen Wechsel der Reiter abgestumpft sind und deshalb ihre Hufe müde durch die Reitbahn ziehen. Allerdings kommt dies auch bei aktiven und munteren Pferden und bereits zu Beginn des Reitens vor und ist nicht immer ein Zeichen von Müdigkeit. Stattdessen handelt es sich um eine Art Lässigkeit. Das Pferd ist „zu entspannt“ und achtet nicht auf seine Beinbewegung. In diesem Fall kann man durch aktives Antreiben das Pferd dazu bringen, die Füße zu heben.
Was hilft, wenn Pferde oft stolpern
Regelmäßige Arbeit mit Stangen hilft dabei, das Pferd umzuerziehen. Die Stangen in Schrittlänge (80 bis 100cm) auseinander legen und das Pferd erst im Schritt, dann im Trab darübergehen lassen. Dadurch wird das Pferd gezwungen, alle Beine im richtigen Bogen anzuheben, da es sonst über die Cavaletti stolpert.

Am besten funktioniert diese Übung im Mittelschritt, wenn die Hinterhufe bereits über die Fussspuren der Vorderhand treten. Das Pferd wird an den Zügel gestellt, indem durch leichtes Antreiben mit den Schenkeln und dem Kreuz eine weiche Verbindung zwischen der Hand des Reiters und dem Maul des Pferdes über den Zügel entsteht.
Gerade auf die Cavaletti zugehen und kurz vorher zur Entlastung des Rückens leicht nach vorn beugen, ohne die Spannung der Zügel zu verändern. Die Hände werden nur leicht nach unten genommen, um dem Pferd zu erlauben, den Hals zu strecken. Beim Schreiten über die Stangen muss der Reiter das Pferd antreiben, damit das Pferd aufmerksam ist.
Den Raumgriff der Beine kann man durch allmähliche Vergrößerung des Abstandes zwischen den Stangen fördern.
Für die Arbeit im Trab werden die Cavaletti mit einem Abstand von 130cm ausgelegt.
Wenn Pferde oft stolpern oder ihre Zehen schleifen, können sie auch zu lange Hufe haben. Am besten spricht man darüber mit dem Hufschmied und sorgt dafür, dass zwischen den Beschlägen nicht mehr als sechs Wochen liegen.

