Warum gibt es auf der Nordhalbkugel größere Temperaturschwankungen?

Temperatur und Klima

Die nördliche Halbkugel der Erde hat insgesamt extremere Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten, im Gegensatz zur Südhalbkugel. Die Sommer sind heißer, die Winter kälter als vergleichbare Orte des gleichen Breitengrades. Wie kommt es zu solchen Unterschieden, zwischen Orten, die die gleiche Entfernung zum Äquator haben?

Die Temperatur wird nicht nur von der Entfernung zum Äquator beeinflusst, sondern auch von den geografischen Eigenschaften und den Land- und Wassermassen. Die Jahreszeiten entstehen durch die Erdumdrehung. Da die Erde eine schräge Achse hat, die sich bei der Rotation nicht bewegt, empfängt der Planet unterschiedliche Sonneneinstrahlung im Laufe eines Jahres. Die Sonnenstrahlen werden von der Erdoberfläche absorbiert. Im Juli zum Beispiel ist die Absorption der Erdoberfläche auf der Nordhalbkugel wesentlich höher als auf der Südhalbkugel, denn der Strahlungswinkel ist direkter.

Land- und Wassermassen reagieren unterschiedlich auf die Sonnenbestrahlung. Wasser hat eine hohe Wärmeträgheit; man braucht also eine größere Menge an Wärmebestrahlung, um Wasser zu erwärmen. Umgekehrt dauert es länger, bis Wasser sich abkühlt. Im Durchschnitt benötigt man dreimal so viel Energie zur Erwärmung von Wasser wie zur Erwärmung von Land, während Wasser dreimal langsamer wieder abkühlt. Eine Fläche mit großen Wassermengen braucht also trotz direkter Sonneneinstrahlung länger, um die Wärme zu absorbieren und die Lufttemperatur zu erhöhen.
Die größten Landmassen befinden sich auf der Nordhalbkugel, während die Südhalbkugel hauptsächlich aus Wassermassen besteht. Die Proportion zwischen Land und Wasser ist also wesentlich höher auf der Nordhalbkugel.
Nordamerika hat eine großflächigere Ausbreitung als die südlich vom Äquator gelegenen Kontinente Südamerikas oder Australiens. Die Meere spielen also südlich des Äquators eine größere Rolle für die Temperatur als nördlich. Da die Erderwärmung sowie die Erdabkühlung insgesamt aus der Südhalbkugel länger braucht, sind die Jahreszeiten ausgeglichener.

Die Wärmeträgheit des Wassers ist auch der Grund, warum Küstengebiete grundsätzlich ein ausgeglicheneres Klima haben als Inlandgebiete.

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