Ich hasse meinen Job

 

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Mittlerweile ist es zur Norm in unserer Gesellschaft geworden, dass sich Menschen über ihre Arbeit beklagen. Am Ende eines Arbeitstages schütten sie bei Freunden und Familie ihr Herz aus. Das ist ganz normal. So soll es sein. C'est la vie. Es gibt einfach keinen anderen Weg. Deshalb heißt es schließlich Arbeit, sagt man sich.

Was wurde aus unseren Kindheitsträumen, wo wir das, was uns Spaß machte zum Beruf machen wollten? Wir haben einfach irgendwann einen Job angefangen und sind daran hängengeblieben, auch wenn wir die Arbeit nicht ausstehen können.

Der Sonntag abend ist verdorben, weil wir schon mit Grauen an den Montag denken. Dann werden buchstäblich die Sekunden bis zum Feierabend gezählt.

Lasst uns mal einen Blick darauf werfen, wie es dazu kommen konnte. Danach sehen wir, was wir ändern können.

 

Das typische Leben der Mehrheit der Leute sieht etwa so aus:

Du wirst geboren, bist der Mittelpunkt deines kleinen Universums, lernst mit deinen Gliedmaßen umzugehen und jeder sagt dir immer wieder, wie niedlich du bist. Dann kommst du in die Schule, findest Freunde, treibst Sport und fängst an, dich für das andere Geschlecht zu interessieren.

Das ist ungefähr, wenn die Fragen anfangen.

„Was willst du denn mal werden?“

„Wo willst du studieren?“

„Was wird dein Hauptfach?“

An diesem Punkt hast du vielleicht tatsächlich so etwas, wie ein Lieblingsfach, aber wahrscheinlich suchst du dir einen nett klingenden Beruf heraus, nur um den aufdringlichen Fragen der Erwachsenen zu entgehen.

Doch auch das bringt sie nicht zum Schweigen, denn sie müssen dir jetzt unbedingt ihren Rat auf den Weg geben.

„Sieh zu, dass du dein Diplom machst.“

„Wenn du erfolgreich sein willst, musst du studieren.“

„Mit einem Diplom bekommst du einen gut bezahlten Job und die Leute respektieren dich.“

Wenn dir das ständig alle sagen bzw. dir auch keine bessere Lösung einfällt, schlägst du diesen Weg ganz automatisch ein. Du gehst zur Uni und wählst ein Hauptfach, dass dir 'sicher' erscheint, und denkst, du kannst dich ja später noch umentscheiden.

Einige studieren Jura, weil ihre Eltern ihnen gesagt haben, dass das der richtige Weg ist.

Einige studieren Informatik, weil das gerade „in“ ist.

Einige studieren BWL, weil das idiotensicher ist.

Die meisten studieren einfach das Fach, was sie denken, liegt ihnen am meisten, schließlich können sie ja notfalls immer noch...Lehrer...werden.

Wenn du fertig studiert hast, fängst du an zu ernten, was du gesät hast. Du hast BWL studiert, also bleibt dir gar nichts anderes übrig, als die einen Job bei der Bank zu suchen. Denn jetzt ist es zu spät, was anderes anzufangen, du hast den Zug verpasst.

Nach kurzer Zeit geht dir dein Job schon auf die Nerven, denn eigentlich wolltest du ja gar nicht in der Bank arbeiten. Du hast dir das nicht wirklich selbst ausgesucht. Aber du hast inzwischen schon einige Kredite laufen, deshalb kannst du dir keine Aus-Zeit leisten.

Du wolltest nur einen gut bezahlten Posten haben, doch die Suche nach den guten Verdienst hat dich zum Sklaven gemacht.

Hier setzt auch die Post-Uni-Desillusionierung ein, wenn du dich von deinen Ratgebern (Eltern, Lehrern usw) betrogen fühlst. Du hast vielleicht ein volles Portemonnaie, aber du bist nicht zufrieden.

Unser Bildungssystem ist veraltet. Es passt nicht mehr zu unserer Mentalität. Die Universitäten sind stolz darauf, dass sie keine Kurse anbieten, die einem im wirklichen Leben weiterhelfen. Und die meisten Studenten geben später zu, dass sie das wenigste von dem, was sie gelernt haben, im Leben anwenden konnten.

Ich sage nicht, dass es schlecht ist zu studieren, wenn es das ist, was du wirklich willst und es dich deinem Traumberuf näher bringt.

Genau genommen ist es nicht das Bildungssystem, das veraltet ist, sondern unsere soziale Konditionierung.

Wie kann man das ändern?

In einer idealen Welt würden die Firmen, die euch einstellen, feststellen, dass mehr als 80% der Mitarbeiter ihre Arbeit hassen, was zu Zeit- und Geldverlust und Unproduktivität führt. Sie würden ausschließlich die idealen Leute für die idealen Jobs einstellen und dafür sorgen, dass sie gerne dort arbeiten.

Allerdings ist das unmöglich, denn wir leben nicht in der idealen Welt. Unsere Welt ändert sich zu schnell, so kann sich das System nicht schnell genug anpassen.

Du kannst in gewissen Maße das Bildungssystem dafür verantwortlich machen, dass du unzufrieden bist.

Du kannst deine Eltern dafür verantwortlich machen, dass sie dich in diese Richtung gedrängt haben.

Du kannst die Wirtschaftslage deines Landes beschuldigen.

Du kannst sogar den Kapitalismus an sich anprangern.

Tatsache ist allerdings, dass DU selbst dich in diese Lage gebracht hast. DU hast diesen Weg eingeschlagen. Du warst halt nur zu jung, um das zu wissen.

Das Problem ist, dass uns gelehrt wird, konform zu denken und zu leben. Wir passen uns an. Wir dürfen nicht anders denken als der Rest der Gesellschaft.

Also was machst du jetzt?

Du hast zwei Möglichkeiten: du behältst deine Arbeit und hoffst, dass du dich irgendwann bis zur Pensionierung schon daran gewöhnst.

Oder du triffst die Entscheidung, dein Leben zu ändern.

Der Haken dabei ist nur: du musst das allein tun. Niemand kann dir zeigen, welcher Weg für dich der richtige ist. Du musst tief in dich hineinsehen und herausfinden, was du wirklich willst. Was macht dich glücklich, welche Träume hast du? Das herkömmliche System hat bei dir versagt, es wird Zeit, dass du dir dein eigenes System aufbaust.

Der erste Schritt ist, selbst zu denken. Hinterfrage alles, hinterfrage die Norm. Schau in dich hinein. Schlage einen Weg ein, den du gehen möchtest, egal, was andere dazu sagen.

Zunächst wird dieser Weg, den du dir aussuchst, scheinbar in Schlangenlinien verlaufen. Wie damals als Kind, als du deine ersten Gehversuche gemacht hast. Besonders für die um dich herum wird es so aussehen. Doch betrachte den Weg aus ausreichender Entfernung und du wirst sehen, dass er unweigerlich zu einem Ziel führt.

Es kann auch sein, dass dein persönlicher Idealweg dich zur Uni führt und dich BWL zu studieren vorsieht. Wenn es das ist, was dir Spaß macht, ist das gut.

Bedenke immer:

Es ist nicht falsch, zur Uni zu gehen.

Es ist nicht falsch, nicht zur Uni zu gehen.

Es ist nicht falsch, direkt nach der Schule deinen eigenen Weg zu erkämpfen.

Es kommt ganz allein darauf an, was du möchtest, an was du glaubst, was du denkst liegt dir etc.

Die meisten Leute geben auf und bleiben bei ihren verhassten Jobs. Sie sagen sich, sie könnten daran nichts ändern, um sich ein wenig besser zu fühlen. Doch bei all der Zeit, die ein Job in unserem Leben einnimmt, wird ein großer teil deines Lebens zur Qual. Und nicht zuletzt leidet auch die Gesundheit.

Selbstverwirklichung und die Fähigkeit, selbständig zu denken ist die beste Kapitalanlage, die du jemals machen kannst. Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, besorge dir Bücher zu dem Thema oder gehe notfalls zu einem Therapeuten, der dir hilft, in dich hineinzuschauen. Denke dabei immer daran, dass du dein Leben selbst leben musst, was bitteschön geht es andere an, wie ich es lebe?

Das Wichtigste auf deinem Weg ist, dich niemals an anderer Leute Vorstellung von deinem leben anzupassen.
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