Die Macht des Übens

 

Übung macht den Meister


Übung macht den Meister, das haben wir natürlich alle schon mal gehört. Doch warum ist es so wichtig, viel zu üben, um perfekt zu werden, und was das Üben uns für eine Stärke gibt, darüber sind sich die meisten Menschen nicht im Klaren.

Alle guten Schauspieler sind nur wer sie sind, weil sie unentwegt geübt haben.

Es gibt Wenige, die bestimmte Dinge sofort beherrschen. In der Regel sind alle, die es in einem Bereich zu etwas gebracht haben, nur dort, wo sie sind, weil sie immer und immer wieder geübt haben.

Doch wie übt man eigentlich richtig?

Viele Menschen beschränken das Üben darauf, im Kopf die Sache durchzugehen, d.h. Im Geiste zu visualisieren, was sie tun wollen, nach dem Motto „ich fange einfach an, der Rest wird dann schon von allein kommen..“ Diese Einstellung kann auch nützlich sein, aber in der Praxis sieht immer alles anders aus. Etwas in Wirklichkeit zu tun, ist eine ganz andere Erfahrung.


In ihrem Kopf läuft alles perfekt ab. Nichts geht schief, alles geht wie geplant. Wenn ihr aber „real“ übt, kommen eine ganze Reihe Variablen mit ins Spiel, die ihr nicht habt kommen sehen. Dann ist man so überrascht, dass man nicht weiß, wie man mit der veränderten Situation umgehen soll. Schließlich will man ja sein Gesicht waren.

Die Variablen (die Unbekannten), zerstören die perfekte Vision, die sich im Kopf abgespielt hat.

Nehmen wir als Beispiel, wenn ihr eine Rede halten wollt. Manche Leute sind damit zufrieden, in ihrem Kopf ein „Tonband“ ablaufen zu lassen. Da sie nicht damit rechnen, dass irgendetwas nicht so verläuft, wie es sich in ihrem Kopf abspielt, stellen sie sich vor, dass es die beste Rede ihres Lebens wird.

Andere üben ihre Rede, indem sie sie sich selbst vorflüstern. Das ist schon ein Schritt weiter und hilft zumindest bei der Entdeckung einiger Variablen.

Dann gibt es auch einige, die aufs Ganze gehen und ihre Rede genau so üben, wie sie später stattfinden soll. Wenn ihr so übt, werdet ihr feststellen, dass ihr plötzlich unerwartet Versprecher habt, über das ein oder andere Wort stolpert, keine klare Aussprache habt, komische Gesten macht usw.

Der Haken ist allerdings, dass ihr vorher niemals wissen könnt, was diese unvorhergesehenen Schwierigkeiten (die Variablen) sein werden. Ihr könnt aber zumindest einige entdecken, wenn ihr so realistisch wie möglich übt. Das kann sogar heißen, zu den Ort zu fahren, wo die Rede stattfinden wird und tatsächlich auf dem Podium zu stehen. Übt so praxisnah wie möglich, denn nur dann werden sich die Variablen selbst verraten.

Der andere Vorteil ist, dass ihr euch am Tag der Rede dann weniger Stress macht, wenn ihr vorher schon alles so realistisch wie möglich durchgegangen seid. Wenn ihr vorher schon einmal in derselben Situation wart, d.h. Direkt am Rednerpult gestanden und geübt habt, werdet ihr weniger nervös sein, denn dies ist ja nicht mehr das erste Mal.

Mit der Zeit lernt ihr dadurch auch, euch auf das Unvorhergesehene einzustellen, so dass es euch im Ernstfall nicht mehr aus der Fassung bringt. Je mehr ihr realistisch übt, um so mehr Variablen entdeckt ihr, die ihr ausmerzen könnt. Es werden sich zwar immer noch einige einschleichen, aber deutlich weniger. Um euch das Ganze zu veranschaulichen, stellt euch den Übungsprozess wie ein Dreieck mit der Spitze nach unten vor: oben breit, aber es verjüngt sich, je weiter man nach unten geht. Üben ist nichts anderes, als ein unendlicher Verfeinerungsprozess.

Eine bestimmte Tätigkeit zur Perfektion zu meistern dauert Jahre an Praxis. Am Anfang gibt es unendlich viele Variablen, und sobald ihr diese gemeistert habt, kommen weitere, aber immer weniger und immer weniger. Dann meistert ihr auch diese, während sich das Meistern der vorherigen Variablen bereits automatisiert hat. Wird dieser Vorgang über Jahre hinweg immer wieder geübt, DANN fangt ihr an, gut zu werden.

Je mehr ihr den Vorgang des Übens respektiert und wichtig nehmt, d.h. euch wirklich daran begebt, so realistisch wie möglich zu üben, umso mehr wird das Üben euch respektieren und euch zeigen, was ihr zur weiteren Verfeinerung braucht.

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