
Katzen haben die Angewohnheit, Kopf, Gesicht und Wangen an Bein oder Hand des Menschen oder am Kopf einer anderen Katze abzureiben, um ihren Geruch zu hinterlassen. Diese Geste ist freundlich gemeint und drückt Zuneigung und Vertrauen aus.
Gerüche sind neben Körpersprache und Stimme sehr wichtig für die Kommunikation der Katze. Eine Katze hat etwa 200 Millionen Geruchszellen in der Nase, im Gegensatz zum Menschen, der nur 5 Millionen besitzt. Durch den Geruchssinn sind Katzen in der Lage, die Gegenwart anderer Tiere zu erkennen.
Zur Markierung ihres Territoriums hinterlässt die Katze eine Vielfalt an Gerüchen, die unterschiedliche Bedeutungen haben. Die Gerüche werden durch Urinieren, Kopfabreiben oder Kratzen hinterlassen. Beim Kratzen werden Geruchsdrüsen in den Fußballen aktiviert, durch die die Katze nicht nur sichtbare, sondern auch riechbare Spuren auf dem Objekt hinterlässt.
Das Urinieren hinterlässt einen scharfen Geruch, während durch das Abreiben des Kopfes ein dezenter Duft auf der Oberfläche bleibt, der nicht vom Menschen, wohl aber von anderen Katzen wahrgenommen werden kann.
Katzen besitzen Geruchsdrüsen an verschiedenen Stellen des Körpers, wie den Wangen, Schläfen, Lippen und Vorderpfoten. Diese Drüsen produzieren Pheromone, Substanzen, die eine Nachricht für andere Katzen hinterlassen. Diese Pheromone sind individuell und verändern sich sogar je nach Stimmung der Katze. Pheromone markieren das Territorium der Katze und geben der Katze ein Gefühl von Sicherheit. Durch das Reiben des Kopfes an einem Menschen, wird der Mensch sozusagen als Eigentum der Katze markiert.
Katzen reiben ihren Kopf auch an anderen Katzen ab, besonders an solchen mit höherem Status in der Rangordnung. Durch das Vermischen der Gerüche beider Katzen zeigen diese eine gegenseitige Akzeptanz. Katzen, die einander gern mögen, reiben ihre Köpfe häufig aneinander als Zeichen der Freundschaft und Zuneigung.
Reibt eine fremde Katze ihre Gerüche an einem Menschen ab, kann es passieren, dass die eigene Katze ihren Menschen anfaucht, denn sie bemerkt die fremden und feindseligen Gerüche einer anderen Katze und empfindet sie als Bedrohung. In diesem Fall sollte man die Gerüche der fremden Katze sofort abwaschen, damit die eigene Katze sich beruhigt und sicher fühlt. Niemals sollte eine Katze für das Kopfreiben bestraft oder weggeschoben werden. Stattdessen sollte die durch sanftes Streicheln des Kopfes belohnt werden, wodurch man seinen eigenen menschlichen Geruch auf der Katze hinterlässt.
Was sind synthetische Pheromone?
Synthetisch hergestellte Pheromone imitieren den Geruch der Gesichtsdrüsen der Katze. Sie sollen der Katze in stressigen Situationen helfen und sie beruhigen. Oft helfen synthetische Pheromone beim Streitschlichten zweier Katzen, indem man die Wohnung an mehreren Stellen damit einsprüht. Auch nach einem traumatischen Erlebnis, einer anstrengenden Reise oder nach einer Operation wirken synthetische Pheromone beruhigend auf die Katze.
Schlechte Angewohnheiten wie das Markieren durch Urin in der Wohnung können durch künstliche Pheromone reduziert werden. Oft wird das Verhältnis zwischen Katze und Mensch dadurch freundlicher, denn die Pheromone fördern eine positive und entspannende Umgebung.
Synthetische Pheromone gibt es in gut sortierten Tiergeschäften und in Online-Shops.
