
Im Mittelpunkt der Renaissance stand der revolutionäre Entschluss des Architekten Filippo Brunelleschi (1377-1446), bei seinen Bauwerken die Formen der klassischen Baukunst, vor allem der Römischen Baukunst, anzuwenden. Die Grundlage der Bauwerke bildete die Ordnungen, die die Römer von den Griechen übernommen hatten. Jede dieser Ordnungen hatte Bauglieder mit festgelegten Maßen und Formen (dorisch, ionisch und korinthisch). Durch die jeweilige Ordnung wurden die Maßverhältnisse des gesamten Gebäudes angelegt. Da der Hauptschwerpunkt der Architektur lag auf dem Design und weniger auf der Konstruktion, deshalb bestehen die Gebäude der Renaissance aus zwei Bauteilen: dem gemauerten, inneren Baukörper und der äußeren Dekorationsfassade. Der Baukörper wurde nur nach seiner Zweckmäßigkeit entworfen und enthielt schlichte geometrische Formen wie Kubus und Parallelepiped. Der Zusammenhang zwischen Höhe, Breite und Tiefe sollte ersichtlich und seine repräsentative Wirkung offenbar sein. Als Dachkonstruktion wurde statt dem Kreuzgewölbe das Tonnengewölbe bevorzugt. Gelegentlich verzichtete man ganz auf Wölbungen und baute hölzerne Flachdecken.
Säulen der Renaissance bestanden aus Basis, Schaft und Kapitell, auf denen das Gebälk lag, welches wiederum in Architrav, Fries und Gesims aufgegliedert war.
Während im Mittelalter hauptsächlich Kirchen gebaut wurden, um den Baustil zum Ausdruck zu bringen, konzentrierte man sich in der Renaissance auf Paläste für wohlhabende Kaufleute. Sowohl bei Palästen als auch bei Kirchen kam es auf eine eindrucksvolle Fassade und die Festlegung der funktionellen Aufgaben der Gebäudes an. Bei der Palastarchitektur wurden vier Blöcke symmetrisch um einen zentralen Innenhof angelegt und mit Arkaden verbunden.
Später fand die Renaissance ihren Weg zur Stadtplanung. Der Marktplatz wurde zum architektonischen Mittelpunkt. Außerhalb Italiens wurden Renaissanceelemente vor allem im dekorativen Bereich umgesetzt. Dabei wurde der Baukörper nach den klassischen Traditionen gebaut und mit den modernen Stilelementen reichhaltig geschmückt, besonders die Portale, Giebel und Fensterumrahmungen.
Das Hauptzentrum der Renaissance war für lange Zeit Florenz, während in Norditalien noch meist im gotischen Stil gebaut wurde. Schließlich breitete sich die Renaissance über Frankreich, Deutschland, England und Spanien aus. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts tendierte der Stil in Italien unter Künstlern der Hochrenaissance wie Michelangelo zum Manierismus. Dabei wurde die klassische Strenge durch genial übersteigerte Kunst ersetzt.
Die klassische Form der Renaissance bestand aus wenigen, bewusst angeordneten Schmuckformen. Das Bauwerk sollte klar gegliedert sein und nicht durch zuviel Schmuck beeinträchtigt werden. Die einzelnen Geschosse wurden zusammengefasst und durch Arkaden und Säulen deutlich voneinander getrennt. Jede Zone hatte bestimmte Grundmotive, die sich wiederholten, um ein einheitliches ild zu ergeben. Die Kanten zwischen den geschossen wurden durch Dekorationen akzentuiert.
