
Hochbegabte Kinder, oft auch „Wunderkinder“ genannt, werden fälschlicherweise häufig mit ADHD (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) oder anderen Verhaltensstörungen diagnostiziert. Diese Fehldiagnose resultiert daraus, dass hochbegabte Kinder neben anderen Talenten Sinnensüberempfindlichkeit zeigen, welche sie schwierig und unkooperativ wirken lässt.
Solche Kinder werden durch den Lärm im Klassenzimmer oder eine flickernde Neonröhre abgelenkt, mögen bestimmte Gerüche nicht und beklagen sich über kratzende Geräusche. Die Kinder sprechen oft schnell oder zwanghaft, scheinen endlose Energie zu haben und weisen zwanghafte Angewohnheiten und Macken auf.
Hypermpfindlichkeit und erhöhte Intensität ist auch als Übererregbarkeit bekannt. Übererregbare Kinder besitzen eine intensivere Emotionsspanne als ein normales Kind. Sensible Kinder sind anfälliger für Depressionen, Schuldgefühle und psychosomatische Krankheiten verursacht durch Nervosität.
Viele hochbegabte Kinder verbrauchen mehr Glucose als üblich. Bei plötzlichem Abfall des Blutzuckerspiegels zeigen sie plötzliche und unerklärliche Anzeichen von Nervenzusammenbruch, schlechtem Urteilsvermögen oder Mangel an Impulskontrolle. Diesem Problem kann mit häufiger Aufnahme proteinreicher und zuckerarmer Snacks entgegengewirkt werden.
Besonders begabte und intelligente Kinder haben einen ungewöhnlich starken Willen. Sie sind sture Verhandler und oft zu kritisch. Dieses sogenannte Wunderkind kann sich endlos in ein bestimmtes, seinem Talent entsprechenden Projekt vertiefen, verliert dabei jedes Zeitgefühlt und lässt sich durch nichts und niemand davon ablenken.
In der Schule fallen hochbegabte Kinder negativ auf, da sie sich weigern, ihnen sinnlos erscheinende Aufgaben zu erledigen. Ebenso sieht man sie oft geistig abwesend und ablenkt. Dies wird häufig als Desinteresse interpretiert, resultiert aber daraus, dass das Kind sich nicht genug stimuliert fühlt.
Nicht jedes Kind, dass die oben genannten Charakter- und Verhaltenszüge aufweist, ist ein hochbegabtes Kind, vielmehr sind diese Eigenschaften bei hochbegabten Kindern besonders extrem ausgeprägt. Um zu erkennen, ob es sich um ein hochbegabtes Kind handelt, muss man beobachten, ob sich sein Verhalten in spezifischen Situationen wiederholt und auf bestimmte Aktivitäten beschränkt. Ebenso kann man das Verhalten des Kindes bei Gruppenaktivitäten mit anderen Kindern, die seine Interessen teilen, mit denen vergleichen, wo es Verhaltensstörungen zeigt. Zeigt es sich konzentriert, engagiert und kooperativ, ist es wahrscheinlich, dass es sich in den anderen Situationen langweilt.
