Perfektionismus als Freund und Feind zugleich

 

Perfektionismus: perfekte Blüten

Das Streben nach Perfektion scheint oberflächlich eine gute Sache zu sein, denn Perfektionismus hilft beim Planen, Organisieren und Erreichen von Zielen. Allerdings kann Perfektionismus negative Folgen haben. Erzieher und Eltern von Kindern mit Tendenz zum Perfektionismus sollten das Kind zwar fördern, aber vor diesen negativen Effekten zu schützen versuchen.

 

Perfektionismus kann das tatsächliche Erreichen von Zielen hindern, denn nichts scheint dem Perfektionisten gut genug als Endresultat. So ist es nicht selten, dass zur Perfektion neigende Menschen sich nicht mit Kompromissen abspeisen lassen und stattdessen mit leeren Händen dastehen. Das daraus folgende Nicht-Erreichen der Ziele wird als Versagen gesehen und kann zu Depression und Nervosität führen sowie zu geringerem Selbstwertgefühl.

 

Natürlich kann Perfektionismus auch zu bahnbrechenden Erfindungen und Erfolgen führen, es ist also wichtig, ein gesundes Gleichgewicht zu finden.

 

Als junge Menschen sehen sich Perfektionisten oft als Versager, denn sie scheinen nie oder nur selten zum Ziel zu kommen. Sie müssen lernen, ihren Hang zur Perfektion als Talent zu betrachten und nicht als Hinderung. Vor ihrem geistigen Auge sehen sie ein perfektes Resultat, dass durch die Limitation ihres handlichen Geschicks oder ihrer Ressourcen nicht in dieser Form zustande kommt. Diese Frustration kann extrem demotivierend wirken, wenn das Kind das Prinzip des Perfektionismus nicht verstehen lernt. Durch besseres Verstehen seiner Tendenz ist das Kind in der Lage, großartige Erfolge zu haben, während es andersherum am Erfolg durch seine innere Einstellung gehindert werden kann.

 

 

Perfektion ist nur für den betroffenen selbst jemals erreichbar. Erst wenn man selbst mit dem Resultat zufrieden ist, fühlt man sich erfolgreich. Das Streben nach Perfektion ist wünschenswert bei allem, was man tut, solange man versteht, dass es nicht immer erreichbar ist. Wer nur

nach Mittelmäßigkeit strebt, wird kaum mehr als dies erreichen, während ein Mensch, der nach einem perfekten Resultat sucht, sich nicht mit einem mittelmäßigen Ergebnis zufrieden gibt und weiter daran arbeitet. Ein Perfektionist sollte die Grenzen seiner tatsächlichen Möglichkeiten beim Erreichen seines Ziels verstehen und lernen, sich gegebenenfalls zumindest vorübergehend mit einem Kompromiss abzufinden.

 

Wie fördert man ein perfektionistisches Kind

 

Es ist durchaus möglich, hohe Ziele zu stecken und Perfektion anzustreben und dabei die negativen Effekte zu verhindern. Strategien für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Perfektionismus und Kompromiss beinhalten:

 

1. Der Weg ist das Ziel. Das Kind sollte lernen, sich mehr auf den Prozess als auf das Endresultat zu konzentrieren. Die Arbeit an einem Projekt sollte ebenso viel Spaß machen wie die Vollendung.

 

2. Fehler sind kein Versagen sondern geben die Möglichkeit zur Verbesserung. Das Kind sollte verstehe lernen, dass es von seinen Fehlern lernen kan.

 

3. Je nachdem, worum es sich handelt, sollten die Eltern ruhig mal mit dem Kind durchdiskutieren, ob ein 80%iges Ergebnis tatsächlich so viel schlechter wäre als das Streben nach 100%. Was sind die Konsequenzen dafür, wenn das Ergebnis nicht hundertprozentig ist, dafür aber etwas erreicht wird, während das Streben nach Perfektion möglicherweise dazu führt, niemals zum Ziel zu kommen.

 

4. Erkennt man Anzeichen von Nervosität bei den Kindern, sollte man mit ihnen über ihre eigene Erwartung sprechen. Sie müssen entscheiden, wie realistisch und erreichbar ihr persönliches Ziel ist.

 

5. Perfektionisten neigen dazu, Risiken vermeiden zu wollen, wenn sie Angst haben, dass sie ihr hoch gestecktes Ziel nicht erreichen können. Sie sollten lernen, sich mit ihren Ängsten zu konfrontieren und zu verstehen, wovor sie Angst haben. (Was ist das Schlimmste, was passieren kann?)

 

6. Nicht alle Ziele sind es wert, bis zur Perfektion gebracht zu werden. Das Kind sollte lernen, Aufgaben nach Priorität zu ordnen und sic auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Perfektionisten bekommen häufiger ein zufriedenstellendes Ergebnis, wenn sie lernen, weniger wichtige Dinge von wichtigeren zu unterscheiden.

Anzeichen für Perfektionismus bei Kindern

 

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