Die Erziehung hypersensibler Kinder

hypersensible Kinder

Jedes 5. Kind kann als hypersensibel eingestuft werden. Ein hypersensibles Kind nimmt seine Umwelt deutlicher und detaillierter wahr als durchschnittlich. Für die Eltern stellt diese Sensibilität oft eine Herausforderung dar, denn allzu schnell kann ein winziger Faktor zu einem emotionalen Ausbruch führen.

Um erfolgreich mit einem hypersensiblen Kind umzugehen, ist es wichtig, die Auslöser der emotionalen Ausbrüche zu erkennen, um sie möglichst vermeiden zu können. Stattdessen müssen die Eltern versuchen, Auslöser positiver Reaktionen zu finden und zu fördern.

Sensible Kinder brauchen Zeit für sich allein. Obwohl sie gern mit anderen Kindern spielen, sieht man sie gelegentlich abgesondert. Dies ist kein unsoziales Verhalten, sondern bedeutet lediglich, dass sie von den äußeren Eindrücken, die sie stärker empfinden als andere, überfordert wurden und sich eine Weile erholen müssen. Man sollte sie also lassen, nach ihrer Auszeit kommen sie von allein wieder zurück.

Viele Hypersensible Kinder haben Angst in großen Menschenmengen und vor Orten mit viel grellem Licht und Lärm. Wenn möglich, sollte man diese Orte also meiden, wenn man sieht, dass das Kind negativ darauf reagiert. Viele Aktivitäten lassen sich ebenso gut zu ruhigeren Zeiten erledigen, wenn weniger Menschen unterwegs sind.
Im Gegensatz zu überfüllten Kaufhäusern bietet die Natur einen Ort von Ruhe und Frieden. In der freien Natur können die Kinder abenteuerlich sein und die Wunder der Natur erkunden. Aufgrund ihrer ausgeprägten Sinne empfinden sie die Schönheit der Natur umso stärker und werden einen Ausflug ins Grüne lieben.

Kreativität und Spiel stehen an erster Stelle. Durch das Ausleben ihrer kreativen Seite können die sensiblen Kinder ihr wahres Talent finden, denn häufig steckt im Innern ein Künstler. Man muss ihnen die Möglichkeit geben, ihre Vorlieben zu finden und ihnen verschiedene Formen der Kreativität anbieten. Was ihnen Spaß macht, sollte gefördert werden. Ihr kreatives Talent gibt ihnen auch im Falle einer emotionalen Überreaktion einen Ort der Entspannung und Erholung.

Da die sensiblen Kinder ihre Umwelt verstärkt wahrnehmen, ist für sie die Meinung der Mitmenschen ausschlaggebend. Sie reagieren stark darauf, wer häufig Zeit mit ihnen verbringt. Je mehr Zeit sie mit ihren Bezugspersonen zusammen spielen, umso mehr kann ihre innere Stärke wachsen.

Besonders negativ reagieren hypersensible Kinder auf Befehle und Tadel. Um mit ihnen weiter zu kommen, muss man ihnen das Gefühl geben, dass sie freiwillig agieren. Statt sie gegen ihren Willen zur Schlafenszeit ins Bett zu schicken, sollte man ihnen die Wahl geben, das selbst zu tun, wenn sie ihre Belohnung bekommen möchten. Wenn sie es also schaffen, sich in 15 Minuten bettfertig zu machen, dürfen sie noch eine Weile im Bett lesen.

Das emotionale Leben der Kinder ist enorm reichhaltig. Sie müssen erst lernen, ihre Gefühle zu managen. Die Eltern können ihnen dabei helfen, die überwältigenden Gefühle auf gesunde Weise abzubauen und die innere Stärke zu fördern. Man muss ihnen sozusagen beibringen, glücklich zu sein und Momente positiver Empfindungen auszuleben und zu genießen.
So können die Kinder lernen, ihre Überempfindlichkeit als ein Geschenk anzusehen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok