So lernen Kinder Gedichte

Gedichte für Kinder

Gedichte können selbst für ältere Schüler eine Herausforderung sein. Bei jüngeren Kindern oder Kindern mit Leseschwäche muss der Lehrer so vorgehen, dass die Kinder den Inhalt verstehen können, also andere Strategien anwenden.

 

Gedichte sind voller Metaphern und symbolischer Sprache, die die Kinder erst lernen müssen, zu identifizieren. Schritt für Schritt muss man die Schüler durch das Gedicht leiten und den Inhalt mit dem Leben in Bezug bringen, um ihn zu veranschaulichen.

Eine grundsätzliche Form, ein Gedicht zu lernen, ist, den Rhythmus der Sprache zu verstehen. Der Sprachrhythmus und das Reimschema helfen den Kindern dabei, das Gelesene in Erinnerung zu behalten. Das Reimschema ist oft das einfachste für Kinder, und so bekommen sie schon schnell ein Erfolgserlebnis. Ein Erfolgserlebnis ist wichtig für Motivation und Selbstvertrauen.
Die Kinder können die Zeilen des Gedichtes zählen und in Verse aufteilen. Bei bestimmten Gedichtformen wie Haiku, Sonett oder Limericks beginnt man mit der Identifizierung der typischen Elemente dieser Gedichte.

Wenn der Schüler die Grundform und Zusammensetzung des Gedichtes verstanden hat, beginnt man mit dem Erkennen der bildlichen Sprachelemente. Metaphern, Symbole und Vergleiche kann der Lehrer durch Suggestivfragen deutlich machen. Durch das Diskutieren der bildlichen Sprachelemente werden die Kinder tiefer in den Inhalt des Gedichtes geführt.

Bei jüngeren Kindern oder solchen mit Leseschwäche liest man ihnen das Gedicht zunächst einmal vor. So können sie hören, wie es klingen soll. Während des zweiten Lesens kann man die Kinder mit Fragen dem Inhalt näher bringen. Wenn sich die Kinder an Klang und Inhalt des Gedichtes gewöhnt haben, können sie versuchen, es selbst laut zu lesen. Partnerarbeit ist hier oft nützlich: ein Kind liest vor, das andere Kind kann kommentieren oder Fragen stellen.

Nur wenn die Kinder Interesse zeigen, werden sie etwas lernen. Deshalb kann es sinnvoll sein, Gedichte aus Liedern zu interpretieren und zu lernen, die sie täglich hören. So ist der Lernstoff weniger trocken und reizt vielleicht doch zum Mitmachen. Die Kinder dürfen gern auch selbst Vorschläge machen, welche Lieder sie gern in Gedichtform lernen möchten, vorausgesetzt, diese sind sprachlich dem Alter angemessen.
Durch solche Übungen bekommen auch Kinder, die nicht so gut lesen können, Übung im Interpretieren und Analysieren von Gedichten, auch wenn es sich dabei praktisch nur um ihre Lieblingsmusik handelt.

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