Wie schnell vergessen Hunde ihr Herrchen oder Frauchen

Hund und Frauchen am Strand

Hunde haben viele Talente, wie zum Beispiel die Fähigkeit, einen Katalog an Gerüchen zu speichern und menschliche Gesichter zu erkennen. Was passiert aber, wenn Herrchen oder Frauchen über längeren Zeitraum nicht da sind? Vergessen Hunde ihre Bezugspersonen und suchen sich neue, oder werden sie auch nach Jahren treu sein?

Die Nase erkennt alles

Hunde besitzen bis zu 300 Millionen Geruchsrezeptoren. Der Mensch hingegen hat lediglich 6 Millionen. Dazu kommt, dass der Teil des Gehirnes, der für die Analyse von Gerüchen zuständig ist, proportional gesehen etwa 40 Mal so groß ist wie beim Menschen. Das zeigt, dass Hunde einen Geruch noch lange speichern und wiedererkennen. Auch wenn sich das Gesicht eines Menschen verändert, sogar stark verändert, wird der Hund ihn an seinem Geruch erkennen. Die Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes mag allerdings bewirken, dass der Hund zunächst verwirrt ist und keine so starke emotionale Reaktion zeigt, als nähme er Geruch und Gesicht gleichzeitig war. Aber die Erinnerung des Geruchs ist stark genug zu versichern, dass der Hund seine Menschen wiedererkennt.

Ein Hund erkennt Gesichter

Hunde mit normal gesunden Augen verlassen sich gleichermaßen auf Geruchssinn und visuelle Erkennung wenn es darum geht, Menschen zu erkennen. Hunde, deren Augen mit den Jahren schlechter werden, brauchen daher oft etwas länger, um ihre Menschen zu erkennen, zumindest so lange, bis der Geruch des Menschen sich stärker im Gedächtnis verankert. Wenn der Bezugsmensch eines Hundes den Hund über längeren Zeitraum nicht sieht und in der Zwischenzeit sich sein Gesicht stark verändert, wird der Hund beim Zusammentreffen zunächst unsicher sein, denn die Erinnerung des Geruchs passt nicht mit der visuellen Erscheinung zusammen. Er weiß allerdings durch den Geruch, dass es sich um einen bekannten Menschen handelt. Der Hund wird schnell lernen, den bekannten Geruch mit dem neuen Gesicht in Verbindung zu bringen.

Zuneigung wächst mit der Entfernung

Es gibt die Theorie, dass Hunde kein Zeitverständnis haben, also Minuten nicht von Stunden unterscheiden können. Diese Theorie trifft jedoch nicht zu. Hunde wissen den Unterschied zwischen langen und kurzen Zeiträumen, sie erinnern diese nur anders als ein Mensch. Für den Hund besteht der Zeitraum eines Tages aus Routine wie Hunger, fressen und Gassi-gehen. Daran erkennt er den Verlauf der Zeit und weiß, um welche Zeit Herrchen oder Frauchen gewöhnlich von der Arbeit nach Hause kommen. Er lernt zum Beispiel, sein Hungergefühl mit der Ankunft seines Menschen zu assoziieren, so dass seine Vorfreude mit dem Verstärken des Hungergefühls zu wachsen beginnt. Je länger Herrchen oder Frauchen nicht zu Hause sind, umso mehr wächst seine Aufregung, und umso mehr Freude empfindet er, wenn sein Mensch endlich erscheint.

Ein herzliches Wiedersehen

Die Erfahrung zeigt, dass Hunde ihre Besitzer mit umso mehr Herzlichkeit und Freude begrüßen, je länger sie abwesend waren. Selbst wenn der Mensch jahrelang nicht da war, wird er also nicht nur von dem Hund wiedererkannt, der Hund freut sich umso mehr über das Wiedersehen. Leider bedeutet das aber auch, dass der Hund in der Zwischenzeit mehr unter der Trennung leidet. Je länger sein Mensch fort ist, umso ängstlicher und verstörter kann er sich zeigen. Plant man also ein Wiedersehen mit seinem Hund nach längerer Abwesenheit, ist es für den Hund besser, wenn Mensch und Tier sich in einer ruhigen Umgebung ohne zusätzliche Aufregung wiedersehen. Die Wiedervereinigung sollte also nicht im großen Familienkreis stattfinden, sondern lieber separat in einem ruhigen Park. Der Hund wird sich derart über das Wiedersehen freuen, dass er für eine Weile die ungeteilte Zuneigung und Aufmerksamkeit seines Menschen braucht.

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