
Es gibt beinahe 20000 bekannte Bienenarten, von denen die meisten überraschenderweise nicht dem üblichen Klischee entsprechen.
Wir decken die am meisten verbreiteten Gerüchte über Bienen auf.
Gerücht Nummer 1: Alle Bienen machen Honig. Nur Honigbienen und stachellose Bienen sammeln genügend Honig, um für die Imkerei geeignet zu sein. Es gibt weniger als 10 Honigbienenarten und gerade 450 Arten der stachellosen Biene. Hummeln, von denen es etwa 250 Arten gibt, produzieren gerade mal 2 Teelöffel Honig in ihrem Nest. Insgesamt sind es also weniger als 5% der Bienenarten, die Honig machen.
Gerücht Nummer 2: Alle Bienen stechen. Der Stachel ist eine Art modifizierter Apparat zum Eierlegen. Daher haben logischerweise nur weibliche Bienen die nötige Ausrüstung zum Stechen. Doch selbst unter den weiblichen Bienen gibt es viele, die gar nicht stechen können. Die meisten Bienen, die nicht stechen können besitzen ihren Stachel zwar noch, doch funktioniert er nicht. Bei einigen Arten hat sich der Stachel im Laufe der Evolution ganz zurückentwickelt.
Gerücht Nummer 3: Bienen haben eine komplexe Gesellschaftsstruktur. Honigbienen und stachellose Bienen leben in einer mehrjährigen Gesellschaft mit einer komplexen Arbeitsunterteilung. Sie haben nicht nur Königin und Arbeiter, sondern spezialisierte Sozialarbeiter. Einige Bienen kümmern sich z.B. um den Nachwuchs, während andere die toten Bienen entsorgen. Andere Bienenarten haben allerdings einfachere Schwärme, die nur einen Sommer lang anhalten. Hummeln gehören zu diesen schlichteren Bienenarten. Die meisten Bienen sind jedoch Einzelgänger. Eine einzige weibliche Biene baut sich ihr Nest, sammelt Futter, legt Eier und wiederholt diesen Prozess ihr Leben lang. Die sozialen Fähigkeiten der meisten Bienen beschränken sich auf Paarung und Eierlegen. 90% aller Bienen besitzen überhaupt keine gesellschaftlichen Fähigkeiten.
Gerücht Nummer 4: Bienen leben im Bienenstock. Nur die weiterentwickelten gesellschaftlichen Bienen leben in einem Bienenstock. Da die meisten Bienen Einzelgänger sind, leben diese also nicht in einem Bienenstock. Die meisten Bienen nisten in der Erde, in kleinen Aushöhlungen, in Holzspalten oder hohlen Halmen. Einige machen Nester aus Lehm oder nisten auf harten Oberflächen.
Gerücht Nummer 5: Bienen sind fleissige Arbeiter. Der Ausspruch der berüchtigten 'emsigen Biene' trifft sicherlich auf die Arbeiterbienen der Honigbiene oder der stachellosen Biene zu. Männliche Bienen arbeiten wenig oder gar nicht. Die meisten weiblichen Einzelgängerbienen sind nur wenige wochenlang fleissig. Einige Bienenarten arbeiten fast gar nicht am Nestbau oder an der Futterversorgung. Einige Bienenarten legen ihre Eier in die Nester anderer Bienen. Es gibt sogar einige Arten, die die Nester oder den Bienenstock höher entwickelter Bienen angreifen, um die Königin zu stürzen und die Nachkommen der alten Königin versklaven.

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