 Haustiere sind mehr als putzige Begleiter, die uns zur Seite stehen, Streicheleinheiten geben und fordern, Spaß oder Bewegung mitbringen.
Haustiere bedeuten vor allen Dingen, dass man seine Lebensgewohnheiten umstellen sollte, denn die Pflege und Fütterung eines Tieres bedarf einiger Anpassungen seitens der Halter.
Wenn Sie davon ausgehen, dass es das Tier ist, das sich an ihr Leben anpasst, so ist das nur bedingt richtig. Ein Tier hat Bedürfnisse, die nicht aufgeschoben werden können, ein Tier hat Eigenheiten, die ihm niemand austreiben wird, da sie durch die Art bestimmt sind, ein Tier will auch dann noch versorgt werden, wenn Sie in den Urlaub fahren, oder die Kinder keine Lust mehr zur Pflege verspüren.
Wieviel Arbeit und Verantwortung man wirklich für ein Haustier hat, wird einem meist erst klar, wenn man eines angeschafft hat.
Zwar sind die Bedürfnisse der verschiedenen Haustiere nicht gleich, jeder weiß, dass ein Hamster nicht Gassi gehen muss, eine Katze nicht unbedingt Freigänger sein muss, oder ein kleiner Hund auch in einer relativ kleinen Mietwohnung glücklich sein kann.
Trotzdem sollte man sich und seine eigenen Gewohnheiten zunächst gut unter die Lupe nehmen, bevor man sich für ein Haustier entscheidet.
Stellen Sie sich folgende Fragen, an dessen Antworten Sie alsbald ablesen können, ob ihr Leben durch ein Haustier tatsächlich bereichert wird, oder doch eher unerwünschte Komplikationen bedeutet.
Die Fragen beziehen sich zum Großteil auf die Haltung von Hund und Katze, die mit Abstand einen größeren Aufwand verlangen, die einzelnen Aspekte gelten aber generell für alle Haustiere.
1. Wieviel Zeit kann ich in die Pflege des Tieres und die Hygiene in Haus und Umgebung investieren?
Natürlich kann man es sich einfach machen, indem man das Fressen grundsätzlich nur als Fertigprodukt kauft, das Tier nur in bestimmten Bereichen des Hauses, oder des Außenbereiches duldet, die Fellpflege auf ein Minimum reduziert, oder das Gassigehen auf die absolut notwendigen Male beschränkt.
In den allermeisten Fällen wird ein Tier aber mehr verlangen, oder doch zumindest mehr verdient haben und auch der Halter dürfte die Tendenz entwickeln, gerne für das Tier da zu sein. Er kann zwar entweder die Tierhaare auf dem Sofa bis zur nächsten Großreinigung dulden, oder aber jeden Tag mit Staubsauger das Haus danach absuchen, bevor er sich aber das Haustier anschafft, sollte er realistisch eingeschätzt haben, ob genügend Zeit für das Notwendige um das Tier gut zu versorgen und sich mit ihm wohlfühlen zu können.
Beachten Sie, dass der Richtwert bei Tieren, die sich eng an den Menschen binden pro Tag sechs Stunden Alleinsein zulässt, ein Mehr kann zu Verhaltensproblemen führen.
2. Wieviel an Kosten kann ich für die Tierpflege ohne Probleme ansetzen?
Hier sollte man sich besonders klar machen, dass neben Fressen und Accesoires, wie Hundekorb, Katzenkratzbaum, oder Spielzeug vor allem Tierarztkosten das Budget belasten können. Routineuntersuchungen sind auch bei Haustieren notwendig, um die Gesundheit zu garantieren. Sind Behandlungen fällig, oder wird das Tier gar krank, so kann die Summe schnell in die Höhe gehen.
Auch Steuern müssen für größere Haustiere entrichtet werden.
Die Dienste von Hundeschulen, oder Hundepsychologen sind oft nicht umsonst erhältlich, gerade für Neulinge in der Hundehaltung sind sie aber mitunter wichtig.
3. Wer kümmert sich um das Tier, wenn Sie in den Urlaub fahren wollen?
Alle kennen die Geschichten der jährlich zur Urlaubszeit ausgesetzten Hunde, die jämmerlich am Straßenrand sitzen und auf Rettung warten. Jedoch ist dies jedes Jahr vielfach die traurige Wahrheit. So genannten tierlieben Leuten ist der Urlaub ohne Tier doch wichtiger, als sich frühzeitig darum zu kümmern, jemanden zu finden, der das Haustier in Abwesenheit betreut. Für den Urlaub gibt man viel Geld aus, eine Hundepension scheint in vielen Fällen schlicht „zu teuer“? Irgendetwas stimmt dort nicht!
4. Können Sie damit leben, dass ihr Haustier Marotten hat?
Tiere haben ihren eigenen Charakter, den sie meist von Anfang an mit sich bringen. Zwar hängt dies z.T. auch mit der Rasse zusammen, Jagdhunde brauchen z.B. viel mehr Bewegung und Auslauf als ein gemächlicher kleiner Dackel, jedoch beschränkt sich dies nicht nur auf solche allgemein gültigen Eigenschaften.
Viele Tiere haben ihre ganz eigenen Makel und Marotten, die man kaum wird ändern können. So gibt es viele Katzen, die so scheu und schüchtern bleiben, dass sie sich eventuell nur von einem Familienmitglied anfassen lassen und nur zu ihm Vertrauen fassen.
Hunde können so an ihr Herrchen gewöhnt sein, dass sie keinesfalls bereit sind, mit einer anderen Person Gassi zu gehen.
Bei Vernachlässigung, z.B. durch Zeitmangel, können alle diese Haustiere Verhaltensstörungen entwickeln, die schwer zu korrigieren sind und meist darauf beruhen, dass dieses Tier in seinem Umfeld nicht glücklich ist und dies auch nie sein wird, wenn das das Leben ist, das ihm geboten werden kann. Hier seien vor allem die Hunde genannt, die Sofas, Schuhe und Teppiche zernagen und zerfetzen, weil sie den ganzen Tag alleine zu Hause verbringen müssen. Oder Katzen, die keine Freigänger sind, sich an Sofa und Gardinen vergehen.
Fazit
All diese Aspekte und noch so einige mehr, wie z.B. das Lebensalter, das ein Tier erreichen kann, ob man es besser einzeln oder zu zweit, oder sogar in Gruppen halten sollte, wollen demnach sehr gut durchdacht sein, bevor man sich ein Haustier anschafft.
Es nützt niemandem, wenn Sie nach kurzer Zeit resigniert feststellen, dass das Tier nicht zu ihnen, oder ihrem Lebensstil passt und wieder abgegeben werden muss. Die Wahrheit ist, dass Sie nicht zu dem Tier passen, nicht umgekehrt!
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