
Schüchterne Menschen haben es oft nicht leicht. Unsere Gesellschaft scheint sich manchmal gegen sie zu verschwören und macht ihnen das Leben schwer. Sie wünschen sich, jemand anders zu sein, jemand, der aus sich heraus geht und andere Leute um den kleinen Finger wickelt.
Doch wenn du schüchtern bist, bleib du selbst! Du musst dich nicht der Gesellschaft anpassen, um glücklich zu sein. Lerne, mit deiner Schüchternheit zu leben und sie du deinem Vorteil auszunutzen.
Wie schüchtern bist du?
Hast du Angst, vor anderen Menschen zu sprechen? Wenn du nicht gern vor anderen Leuten sprichst und der bloße Gedanke daran, es tun zu müssen dir einen kalten Schauer über den Rücken jagt, musst du dich nicht dazu zwingen. Wenn du lieber im Hintergrund bleibst, lass andere nach vorn treten. Viele Menschen, die sich selbst gern nach vorn drängen, haben gar nichts zu sagen. Sie müssen im Mittelpunkt stehen, um jemand zu sein. Du hast das nicht nötig, denn du arbeitest still im Hintergrund und kannst dich deshalb auf die Sache konzentrieren. Was du machst, machst du gründlich und gut, denn so bist du. Werde kein Blender, sondern baue deine angeborenen Qualitäten besser aus.
Solltest du doch gelegentlich in die Situation kommen, vor anderen Leuten sprechen zu müssen, fasse dich kurz. Denk daran, dass deine Gegenüber keine Übermenschen sind, sondern genauso verletzlich wie du. Bring es schnell hinter dich und lies notfalls alles vom Blatt ab. Es spielt keine Rolle, was die anderen darüber denken.
Hast du kein Durchsetzungsvermögen? Deine Mitmenschen hören nicht darauf, was du sagst und du ziehst immer den Kürzeren? Mach dir nichts daraus, du bist halt kein geborener Führer. Das Gute daran ist, dass du auch keine Verantwortung trägst, wenn es schief geht. Wenn es für dich einfacher ist, mit dem Strom zu schwimmen, anstatt deine Meinung durchzusetzen, mach es ruhig, solange du damit leben kannst. Du brauchst dir nicht die Finger zu verbrennen, überlasse das anderen. Verfolge deine eigenen Ziele für dich allein, wenn du nicht gegen jemanden ankämpfen musst.
Redest du nicht gern mit fremden Menschen? Du brauchst nicht auf fremde Menschen zu zugehen, wenn dir nicht danach ist. Wenn sie was wollen, kommen sie schon von allein. Du kannst dich ruhig auf das Nötigste beschränken, du musst nicht jeden fremden Menschen beeindrucken.
Schaust du anderen Menschen nicht gern direkt in die Augen? Wenn du Menschen, mit denen du sprichst nicht gern in die Augen siehst, schaue bitte nicht auf den Boden. Das signalisiert Unterwerfung, und du bist dem anderen ja nicht unterlegen. Der Trick ist, dem anderen zwischen die Augen zu schauen, also auf die Nasenwurzel. Die meisten Menschen merken es so gar nicht, dass du ihnen nicht in die Augen siehst, und du signalisierst Ebenbürtigkeit.
Benutzt du nicht gern öffentliche Toiletten? Das lässt sich leider nicht immer verhindern. Wenn es also soweit kommt, dass du eine öffentliche Toilette benutzen musst, denke daran, dass es den meisten Menschen insgeheim genauso unangenehm ist wie dir. Geh gezielt in die Kabine und verrichte dein Geschäft. Hier sieht dich ja keiner. Beim Herausgehen stell dir vor, dass die anderen Menschen dort eben noch mit herunter gelassener Hose gesessen haben.
Gehst du nicht gern allein einkaufen? Wenn du lieber mit jemandem zusammen einkaufen gehst, verabrede dich halt dazu. Es ist keine Schande, wenn du allein nicht gehen willst. Je öfter du mit jemand anderem zusammen zum Einkaufen gehst, umso mehr wird der Vorgang des Einkaufens für dich zur Routine. Wenn du bereit bist, kannst du auch mal alleine gehen, aber erst, wenn er für dich keine Qual ist. Wichtig ist, dass du ein positives Erlebnis hast, damit du nicht entmutigt wirst.
Macht es dich nervös, neuen Leuten vorgestellt zu werden? Wenn du zu denen gehörst, die nicht gern fremden Menschen vorgestellt werden, liegt das daran, dass du für einen kurzen Augenblick im Rampenlicht stehst. Dir gefällt es nicht, die Aufmerksamkeit auf dich zu lenken. Dabei hast du gar keinen Grund, dich vor diesen Fremden zu schämen. Du bist weder besser noch schlechter als sie. Der Moment des gegenseitigen Vorstellens vergeht meistens so schnell, dass der andere sich wahrscheinlich hinterher gar nicht mehr an dein Gesicht erinnert. Bring es schnell hinter dich und konzentriere dich auf deine nächste Aufgabe.
Fällt dir nichts ein, was du sagen kannst, wenn du in einer Gruppe von Menschen bist? Wenn du das Gefühl hast, nichts zu sagen zu haben, halte einfach den Mund. Du brauchst nicht zu reden, nur um was zu sagen. Lass diejenigen reden, die sich gern reden hören und höre selbst einfach zu.
Es ist dir unangenehm, mit jemanden des anderen Geschlechts zu sprechen? Nimm am besten Verstärkung mit, das heißt ein paar Freunde. Nähere dich der Zielperson und bitte einen deiner Freunde, mit einer Bemerkung ein Gruppengespräch anzufangen. Lass deinen Freund ein langen Witz vor allen erzählen, so dass du mit der Zielperson lachen kannst oder etwas sagen kannst wie: „ Dummer Witz, nicht wahr?“. Wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, ergibt sich ein Gespräch von allein. Dann können deine Freunde sich später auf dein Stichwort zurückziehen. Bei Angst vor dem anderen Geschlecht geht es darum, Erfahrung zu sammeln. Sprich mit einigen Gegengeschlechtlichen, so dass du fest stellst, dass sie gar nicht anders sind als du.
Hasst du es, gehänselt zu werden? Wer hasst es nicht, von anderen Mitmenschen geärgert zu werden. Schüchterne sind ja so dankbare Opfer, denn sie wehren sich nicht. Nur ein Feigling sucht sich schüchterne Menschen für seine Hänseleien aus, denn er kann mit einer Abwehr nicht umgehen. Am besten ist es, den anderen vollkommen zu ignorieren. Egal was kommt. Ich weiß, dass ist verdammt schwer, aber es macht keinen Spaß, jemanden zu ärgern, der keinerlei Reaktion zeigt. Wende dich ab und beschäftige dich mit irgendetwas. Sag zu dir selbst dabei, dass die anderen es gar nicht wert sind, von dir beachtet zu werden, denn sie sind dumm und feige.
Machst du nicht gern die Tür auf? Das ist verständlich, denn du weißt nicht, wer vor der Tür steht, wenn du sie öffnest. Installiere eine Kamera, so dass du gewarnt bist und weißt, ob du die Person kennst oder nicht, die gerade geklingelt hat. Wenn es dir nicht geheuer ist, lass die Tür lieber zu. Es ist dein gutes Recht, nicht auf zumachen, wenn du nicht gestört werden willst. Du brauchst dich nicht schuldig zu fühlen. Wenn du mit jemanden zusammen lebst, vertrau dich der anderen Person an und sage ihr, dass du nicht gern die Tür öffnest. Dann kann dein Partner in Zukunft gehen.
Gehst du nicht gern ans Telefon? Fremde Menschen wirken am Telefon oft sehr unfreundlich. Kein Wunder, dass du nicht gern ans Telefon gehst, wenn du dir hinterher wie ein Idiot vorkommst. Was du brauchst ist eine Rufnummernüberprüfung. Bei Leuten, die du kennst, kannst du ja ruhig darangehen. Die anderen lass erst einmal auf den Anrufbeantworter sprechen. Sie werden sich sicher noch mal melden, wenn es wichtig ist und du hast Zeit, dich vorzubereiten.
Hast du Angst vor Vorstellungsgesprächen? Glaub mir, damit bist du nicht allein. Es gibt wenige Menschen, die keine Angst vor Vorstellungsgesprächen haben. Solange du in deinem jetzigen Job zufrieden bist, brauchst du dir auch kein Vorstellungsgespräch anzutun. Aber wenn du nicht zufrieden bist, richtige dich seelisch darauf ein, dass du dich irgendwo wirst vorstellen müssen. Denn es ist das kleinere Übel, von seinem zukünftigen Chef verhört zu werden, als in seinem Job unzufrieden zu sein. Gehe mit der Einstellung in das Gespräch, dass du nur du selbst sein willst. Versuche nicht, deinen Chef beeindrucken zu wollen. Übrigens, der Mann oder die Frau, die das vor dir sitzt und dir Fragen stellt ist auch nur ein Mensch. Ein Mensch, der zur Toilette geht und in Unterwäsche bestimmt komisch aussieht.
Hasst du es, beobachtet zu werden? Vielleicht beobachten dich andere, weil du gut bist oder nett aussiehst. Nimm es als Kompliment. Den meisten Menschen ist es unangenehm, wenn sie dabei erwischt werden, wie sie jemand anderen beobachten. Also beobachte zurück. In der Regel schaut der andere dann weg.
Du bittest andere nicht gern um Hilfe? Daran ist prinzipiell nichts verkehrt. Das heißt, dass du meistens selbst eine Lösung findest. Gut so! Aber wenn es wirklich nicht anders geht, frag ruhig. Andere Menschen helfen gern, denn dadurch fühlen sie sich nützlich.
Bestellst du nicht gern Essen im Restaurant? Da du ja wahrscheinlich eher selten allein ins Restaurant gehst, lass auf jeden Fall deinem Partner den Vortritt. Es ist immer leichter, als letzter zu bestellen. Warte bis der Kellner dich mit seinem Blick auffordert. Wenn du in einer größeren Gruppe im Restaurant bist: andere Menschen interessiert es nicht, was du essen willst, sie hören mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu.
Fühlst du dich auf Partys unwohl? Wenn es dir unangenehm ist, auf einer Party mit vielen fremden Leuten zu sein, halte dich im Hintergrund. Halte dich an andere Leute, die auch eher im Hintergrund stehen.
Hast du Angst, neue Leute kennenzulernen? Das Problem ist sehr verbreitet, die meisten geben es nur nicht zu. Lass dich von Freunden mitziehen. Lass sie auf andere zugehen und häng dich hinten an.
Erfindest du Ausreden, um nicht an gesellschaftlichen Veranstaltungen teilnehmen zu müssen? Ein Klassentreffen oder ein Arbeitsessen stehen an und du traust dich nicht hinzugehen, also sagst du, deine Oma sei krank und du müsstest dich um sie kümmern. Wenn du wirklich keine Lust hast, an der Veranstaltung teilzunehmen, nimm dir die Freiheit, weiter Ausreden zu erfinden. Wenn du aber insgeheim doch ganz gern dabei wärst, überlege dir, ob du nicht doch lieber über deinen Schatten springen kannst. Verabrede dich vor dem Treffen mit einer Person deines Vertrauens, die auch zu den geladenen Gästen gehört, so dass ihr zu zweit dort ankommt.
Findest du es schwierig, vor anderen Menschen natürlich zu wirken? Wenn du in deiner eigenen Haut steif und unnatürlich wirkst, stelle dir vor, du wärst jemand anderer. Nimm eine Person aus einem Film und tue so, als wärst du sie. Stell dir die ganze Situation als eine Szene im Film vor, bei der der Regisseur irgendwann „Schnitt“ ruft, wenn es nicht gut läuft. Du kannst deine Rolle sogar zu Hause vor dem Spiegel einüben.
Isst du nicht gern vor anderen Leuten? Wenn du nicht gern isst, wenn andere Leute dir zugucken, ist das sicher, weil du Angst hast, dich vollzukleckern oder Essensreste im Gesicht zu verschmieren. Nimm dir etwas zu essen mit, wo dir nichts passieren kann. Ein Hamburger oder ein Döner ist wahrscheinlich keine gute Idee, aber portionsgerecht verpacktes Essen aus dem Supermarkt ist normalerweise sicher.
Würdest du gern mehr aus dir herausgehen? Wenn du an Lebenserfahrung sammelst, wirst du ganz automatisch mutiger. Versuche aber nicht, jemand zu sein, der du nicht bist. Du bist wertvoll, wie du bist. Schüchterne Menschen sind oft schlauer als Nicht-Schüchterne. Der schüchterne Mensch beschäftigt sich tiefgründiger mit sich selbst und seiner Umwelt, während der Nicht-Schüchterne eine oberflächlichere Weltanschauung hat. Möchtest du das wirklich tauschen? Bleib lieber so, wie du bist, so sammelst du mehr Lebenserfahrung.
Magst du es nicht, dass andere dich schüchtern nennen? Es kann schon ganz schön auf die Nerven gehen, wenn andere Menschen in der Wunde bohren. Das ist aber nur so, wenn du es als schlecht betrachtest, schüchtern zu sein. Sei stolz darauf, dass du schüchtern bist, das bedeutet, dass du einfühlsam und tiefgründig bist. Menschen, die sich gern in den Vordergrund drängen, können sich meist nicht in andere hinein versetzen und sind oberflächlich. Es ist eine Gabe, dass deine eigene Schüchternheit dir erlaubt, die Welt gefühlvoller und intensiver zu sehen.
Mehr zum Thema Schüchternheit: Ist Schüchtern sein falsch? Die Wahrheit über Introvertierte

H.Schmidlin
said:
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... Du hast Probleme und alles geht schief du fühlst dich nicht wohl in deiner haut wenn du in den spiegel schaust kommt kein lächeln über dein Gesicht niemand lieb dich und hat richtig Zeit für dich , dann lauf nicht weg den du gewinst nur zeit |
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