
Indien ist ein ohne Zweifel faszinierendes Land, in dem es viel zu entdecken gibt. Damit man als deutscher Tourist in Indien jedoch keine böse Überraschung erlebt, sollte man einige Dinge wissen.
1. Auf Webseiten oder in Broschüren von Hotels oder Touristenattraktionen wird fast immer schöngeredet. Die Fotos stellen nicht immer eine aktuelle Ansicht dar und die Beschreibung verspricht manchmal Dinge, die schlichtweg gelogen sind. Beispiel: Der Ivory Palace in Delhi, Karol Bagh bietet auf der Webseite "luxuriöse Zimmer mit Kühlschrank" an, sowie auf Wunsch ein Kinderbett und kostenloses Flughafentransfer. In Wahrheit sind die Zimmer schäbig und spartanisch, ein Kühlschrank und ein Kinderbett überhaupt nicht vorhanden. Der kostenlose Flughafentransfer bezieht sich nur auf das Abholen. Zum Flughafen wird zwar freundlicherweise ein Taxi gerufen, allerdings muss man dafür 400 Rupien bezahlen.
2. Auch bezüglich der geworbenen Preise stimmt nicht immer alles mit der Wahrheit überein. Oftmals beinhalten die Preise keine Steuern. Kostenlose Extras, die im Preis inbegriffen sein sollen, muss man vor Ort häufig separat bezahlen.
3. Für jede Leistung wird in Indien ein Trinkgeld erwartet. Das gilt für Hotelpersonal, Führer, Taxifahrer und jeden, der einen Dienst erweist. Die Inder wissen natürlich, dass ausländische Touristen mehr Geld haben, sie erwarten also dementsprechend großzügige Abfindungen.
Preise für Taxifahrten, Rickshaw, Tuk-Tuks oder Ähnliches sollten im Voraus vereinbart werden.
4. Indien ist ein armes Land mit sehr vielen Einwohnern. Da nimmt man es mit der Hygiene nicht so genau. In Wahrheit ist es also sehr schmutzig, und zwar überall. Das ganze Land ist von einer permanenten Smogglocke überhangen, durch die man kaum blauen Himmel und die Sonne meist nur verschleiert sieht. Müll liegt überall auf den Straßen, Abwasser wird in besonders armen Gegenden einfach an den Straßenrand geleitet.
5. Als deutscher Tourist ist man gegen Bakterien in einem Land wie Indien nicht gut gewappnet. Doch mit ein paar Hygieneregeln und Vorsicht verhindert man, krank zu werden. Wichtig ist, sich so oft wie möglich die Hände mit Seife zu waschen und am besten ein Handdesinfektionsmittel in der Tasche zu haben. Um die Krankheitsübertragung durch Mücken zu verhindern, sollte man ein gutes Insektenabwehrmittel dabei haben. Im Hotelzimmer stets die Klimaanlage anschalten.
Kein frisches Obst oder Gemüse von der Straße kaufen. Grundsätzlich nur Gekochtes und originalverpackte Waren essen. Getränke nur in versiegelten Flaschen kaufen oder auf zusätzliches Eis verzichten.
6. In Indien kauft man auf dem Markt, Supermärkte sind weitgehend unbekannt. Wer sich selbst versorgen will, muss also auf Chipstüten und Limonade vom Kiosk zurückgreifen oder in einigermaßen gepflegt wirkenden Restaurants essen. Das Essen ist allerdings sehr preiswert in Indien.
7. Der pünktliche Deutsche findet es selbst in vielen europäischen Ländern schwierig, sich auf Zeitangaben zu verlassen. In der Regel sind angeheuerte Fahrer und Taxis zwar recht pünktlich, denn sie wollen ja ein grossszügiges Trinkgeld bekommen, für den Transport zum Flughafen sollte man sich jedoch sicherheitshalber mehr Zeit geben.
8. Bei so vielen Einwohnern und schlechten Straßenverhältnissen bleibt es nicht aus, dass der Verkehr nur langsam vor sich geht. Eine Fahrt von 100km kann schon mal zwei bis drei Stunden dauern. Die Inder fahren zwar scheinbar ohne jede Regel, doch da sie überhaupt nicht aggressiv sind, gibt es relativ selten Zusammenstöße.
9. Nicht zuviel haut zeigen! Knie und Schultern sollten bei Mann und Frau immer bedeckt sein, sonst wirkt es anstößig. Leichte, lange Kleidung verhüllt nicht nur den Körper, sondern hält auch Mücken ab.
10. Vorsicht vor Touristenfallen. Das hört sich schlimmer an, als es ist, denn man bekommt auch dort immer etwas für sein Geld. Aufpassen muss man allerdings vor kostenlosen Taxis zum Informationszentrum vom Hotel, denn diese arbeiten gewöhnlich mit dem Hotel zusammen. Die Reiseangenten in diesen Informationszentren besitzen gute Überredungskünste, dem naiven Touristen eine ganze Wochentour aufzuschwatzen. Wer keine festen Pläne hat, kann so eine Tour ruhig organisieren lassen, solange man auf den Preis achtet und darauf, keine unerwünschten Extras mitzubezahlen. Grundsätzlich gilt, im Gespräch die Oberhand zu behalten und zu wissen, was man will und was man bekommt.

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