Wie kommuniziert man besser mit Alzheimer-Patienten

älteres Paar

Alzheimer und andere Arten von Demenz zerstören allmählich das Erinnerungsvermögen und machen damit eine Kommunikation mit den Mitmenschen immer schwieriger. Trotzdem ist es umso wichtiger für Familie und Pfleger, sich mit dem Alzheimer-Patienten auseinander zu setzen. Mit der abnehmenden Fähigkeit des Patienten, seine Mitmenschen zu erkennen und sich an Ereignisse und Gespräche zu erinnern muss man als gesunder Mensch die Perspektive ändern. 

 

 

Geheimnisse zum besseren Gespräch mit Alzheimer-Kranken

 

1. Gespräch ohne Zeitdruck

 

Mit einem Demenzkranken Menschen kann man nicht unter Zeitdruck sprechen. Wichtig ist, dass du dem Patienten die Zeit zum Reagieren und Realisieren gibst, die er braucht. Lass dir und dem Kranken Zeit, ein Gespräch zu entwickeln, bei dem sich beide auf gemeinsamem Grund befinden.

 

2. Lass ihn ausreden

 

Auch wenn es manchmal einige Minuten dauert, einen Satz zu beenden, du solltest warten, bis der Alzheimer-Patient seine Gedanken geordnet hat und selbst zu Ende führen kann. Wenn du seine Sätze beendest, bevor er mental aufgeholt hat, entmutigst du ihn, in Zukunft zu sprechen.

 

3. Sprich in kurzen Sätzen

 

In kurzen, unkomplizierten Sätzen sprechen bedeutet nicht, dass du mit dem Kranken wie mit einem Kind umgehen musst. Du musst nur lernen, deine Gedanken zu komprimieren und nur die wichtigen Wörter zu verwenden. Ein übermäßiger Wortschwall überfordert den Alzheimer-Patienten. 

 

4. Nicht unter Druck setzen

 

Beginnst du deine Sätze mit der Phrase: “Erinnerst du dich,…”, fühlt sich der Kranke augenblicklich unter Druck gesetzt, sich zu erinnern und es verursacht ihm hohen innerlichen Stress. Sage stattdessen lieber Sätze wie, das war schön, als wir….., nicht wahr?”

 

 

5. Nicht mehr als eine Frage auf einmal stellen

 

Die mentale Bearbeitung einer Frage ist schwierig genug für das erkrankte Gehirn. Überfordere den Patienten also nicht damit, mehrere Fragen zugleich zu stellen, ohne ihm Zeit zur Beantwortung zu lassen.

 

6. Sprechen ist nicht alles

 

Im Umgang mit dem Alzheimerkranken geht es nicht darum, stets ein Gespräch aufrechtzuerhalten. Viel wichtiger ist es, gemeinsam zu lächeln oder weinen, gelegentlich die Hand zu drücken und vor allem zuzuhören, was er zu erzählen hat. Achte auf die nonverbale Kommunikation seiner Gefühle und reagiere auf sie entsprechend. Wird der Patient aggressiv oder gestresst, lenke das Gespräch in eine andere Richtung.

 

7. Kommunizieren mit anderen Mitteln

 

 Gerade mit Alzheimer-Patienten sollte man sich weniger auf das gesprochene Wort konzentrieren, sondern ruhig auch mal mittels Papier und Stift, Schreibtafel oder iPad kommunizieren. Auch gemeinsam Musik hören wirkt ungemein beruhigend auf den Kranken. Achte natürlich darauf, dass der Patient seine Lieblingsmusik hört, nicht deine.

 

8. Suche nach einer Bindung

 

Behalte Augenkontakt, halte die Hände oder lege deinen Arm um den Patienten. Solche Bindungen helfen dabei, sich aufeinander zu konzentrieren und nicht abzuschweifen.

 

9. Ruhe bewahren

 

Auch wenn es dir Angst macht, versuch es nicht vor dem Patienten zu zeigen. Erinnere dich wenn möglich an den früheren Menschen, bevor die Krankheit ihn verändert hat. Lebe gemeinsam mit dem Alzheimerkranken die Vergangenheit noch einmal.

 

10. Nimm nichts persönlich

 

Bei Demenzkrankheiten wird das Gehirn angegriffen und als Folge dessen Erinnerungen zerstört. Kann sich der Kranke an Vieles nicht erinnern oder sogar an dich nicht mehr, versuche es nicht, zu Herzen zu nehmen, denn es ist nicht persönlich gegen dich gerichtet. Auch wenn es wehtut, der Patient kann nichts dafür. Versuche, darauf ruhig zu reagieren und notfalls jedes Mal wieder neu zu beginnen.

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