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Waage

Die Gesellschaft diktiert das Idealgewicht. Models neigen heutzutage eher zur Magerkeit. Nicht mehr die Gesundheit steht im Vordergrund, sondern eine bleistiftdünne Figur. Nun ist es natürlich gesund, auf die Ernährung zu achten und Übergewicht zu vermeiden, doch wenn das Körpergewicht zum Hauptinhalt des Lebens wird, spricht man von Besessenheit, die körperlich und emotional höchst ungesund ist.

 

Wenn man von Abnehmen und Streben nach der Idealfigur besessen ist, dreht sich der ganze Alltag nur um die Kilos. Schon vor dem Morgenkaffee wird auf die Waage gestiegen, um die Extrapralinen vom Vortag zu messen. Nach jedem Sport geht es wieder auf die Waage, um zu prüfen, ob es schon was genützt hat.
Die Besessenheit entsteht durch den Druck der Gesellschaft, dem idealen Körpergewicht zu entsprechen. Die Gesundheit ist dabei eher nebensächlich. Tatsächlich gibt es viele Menschen, die hungern, um Gewicht zu verlieren und dann unter Mangelerscheinungen leiden.

Der Zwang zum Abnehmen hat zur Folge, dass die Laune des Tages mit dem ersten Gang zur Waage bestimmt wird. Hat man ein Kilo weniger, ist der Tag ok, sind ein paar Gramm zuviel drauf, sinkt die Stimmung zum Nullpunkt. Das Körpergewicht, so macht die Gesellschaft uns glauben, ist der ultimative Indikator von Gesundheit und Schönheit. Das ist eine Fehlannahme, denn die Zahlen auf der Waage zeigen nur die Schwere des Körpers an und geben keinerlei Auskunft über Fitness, Aussehen und Gesundheit. Die individuelle Schönheit lässt sich nicht einfach in Zahlen messen. Oft sind es Menschen, die ein paar Pfunde zuviel haben, die hübschere Gesichter haben als manches abgemagertes Top Model. Das Körpergewicht allein gibt auch keine Auskunft über Knochendichte und Muskeln. Muskeln sind schwerer als Fett, weshalb man nach wochenlangem Trainieren keine Kilos verliert oder sogar an Gewicht zunimmt, denn das Körperfett hat sich in Muskelmasse verwandelt.
Es gibt auch einen riesigen Unterschied zwischen Übergewicht und knapp am Idealgewicht vorbei. Wer zu dünn ist und zu wenig isst, um Gewicht zu verlieren, hat weniger Kraft, um fit zu bleiben. Dreht sich der Tag ums Kalorienzählen und das Streben nach der vermeintlichen Idealfigur wird zur Zwangsvorstellung, leidet die mentale Gesundheit. Schlechte Laune und Selbsthass zeigen sich im Gesicht und machen weniger schön. Wer mit seiner "normalen" Figur zufrieden ist, kann ein entspannteres Leben führen und bekommt nicht gleich nach gelegentlichen Sünden Depressionen.

Wichtig ist, Gesundheit und Fitness grundsätzlich zu verstehen. Das Ziel sollte sein, gesund und aktiv zu sein anstatt dünn. Das Fitnesslevel und der gesundheitliche Zustand lassen sich besser durch den BMI messen, d.h. wieviel Prozent Körperfett man hat oder durch das Verhältnis von Hüftumfang zur Taille. Nach den mittlerweile veralteten Gewichtstabellen wären viele der besten Sportler übergewichtig, während sie in Wahrheit auf dem Höchststand ihrer körperlichen Fitness sind.

Statt vom Körpergewicht besessen zu sein und nach der Waage zu leben, ist es wesentlich sinnvoller, sich auf eine allgemein gesunde Ernährung mit wenig Fett und Zucker zu konzentrieren und auf regelmäßige körperliche Bewegung zu achten, die Spaß macht.

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