Welche Auswirkungen hat eine schlaflose Nacht wirklich

Schlafende Frau auf Hochhaus

Wenn Menschen Schlafprobleme haben, liegt oft das größte Problem nicht im Schlafmangel an sich. Vielmehr wandern die Gedanken in negative Richtungen, wenn man nachts stundenlang wach liegt, und diese negativen Gedanken sind es, die es schwer machen, einzuschlafen. Nicht nur scheinen nachts alle Probleme viel dramatischer als am Tag, auch dreht sich ein großer Teil der Sorge darum, am nächsten Tag aufgrund des Schlafmangels nicht voll funktionstüchtig zu sein. Doch eine schlaflose Nacht hat nicht so drastische Folgen, wie man denkt.

Typische Ängste, die der Schlafmangel mit sich bringt und inwiefern stimmen sie

Ich werde morgen nicht richtig denken und arbeiten können

Die meisten Menschen sorgen sich, dass sie nach einem unruhigen Schlaf am nächsten Tag bei der Arbeit einschlafen oder sich den ganzen Tag miserabel fühlen. Auch wenn es stimmt, dass Schlafmangel die Leistungsfähigkeit einschränkt, ist die Auswirkung auf kognitive und physische Aufgaben eher gering. Überraschenderweise gibt es wenig Zusammenhang zwischen Schläfrigkeit am Tag und schlechtem Nachtschlaf. Nach einer schlaflosen Nacht ist der nächste Tag zwar rauer als sonst, aber nicht so katastrophal wie befürchtet. Es wird zwar Phasen geben, an denen man sich müde fühlt, aber wenn wir diese Phasen überwinden, sind wir völlig wach und können den Tag gut schaffen.

Ich werde alles für morgen absagen müssen

Die Angst, dass der schlechte Nachtschlaf den ganzen Tag verderben wird, kann die Schlaflosigkeit erheblich verschlimmern. Tatsächlich kann man aber meistens den nächsten Tag wie geplant angehen, denn die geistigen und körperlichen Fähigkeiten werden nicht so stark eingeschränkt, wie man denkt. Nur dauerhafter Schlafmangel hat erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und die Leistung. Deshalb kann man sich etwas von dem Druck entlasten, den die Schlaflosigkeit verursacht, wenn man weiß, dass der folgende Tag nicht völlig ruiniert sein wird.

Eine schlaflose Nacht zerstört meine Gesundheit

Es gibt viele Studien über Schlaflosigkeit, die belegen, dass Insomnia ungesund ist und dem Körper schadet. Damit ist aber vor allem chronische Schlaflosigkeit gemeint. Oft ist es auch nicht eindeutig geklärt, ob die gesundheitlichen Störungen bereits vorlagen und die Schlaflosigkeit verursacht haben oder umgekehrt. Es ist auch nicht immer der Schlafmangel, der die gesundheitlichen Schäden ausgelöst hat, sondern durch begleitende Probleme wie Depressionen verursacht wurde. Jedenfalls ist es zwar durchaus richtig, dass dauerhafter Schlafmangel ungesund ist, aber ein paar Nächte mit unterbrochenem Schlaf machen noch nicht krank.

Ich muss meine 8 Stunden Schlaf pro Nacht bekommen

Gewöhnlich geht man ins Bett ziemlich genau acht Stunden, bevor man wieder aufstehen muss. Nach einer Stunde schlaflosem Wälzen schleicht sich die Berechnung ein, dass jetzt nur noch sieben Stunden bleiben und einem bereits eine ganze Stunde fehlt, die man zur vollen Funktionstüchtigkeit braucht. Mit jeder verstreichenden Stunde setzt sich der Countdown des verbleibenden Schlafs fort, und damit steigt die Sorge. Acht ist zur magischen Zahl geworden, was den Schlaf angeht. Die meisten Erwachsenen benötigen zwischen 7 und 9 Stunden Schlaf, ältere Erwachsene nur noch 7. Viele Menschen kommen gut mit nur 6 Stunden regelmäßigem Schlaf aus.

Ich muss den verpassten Schlaf wieder aufholen

Nach einer Nacht mit zu wenig Schlaf ist die typische Reaktion, dass man sich am nächsten Tag umso früher ins Bett legt, um den verlorenen Schlaf nachzuholen. Das ist aber eher kontraproduktiv, denn der Körper ist an bestimmte Schlafzeiten gewöhnt und man ist meist nicht müde genug, um einzuschlafen. Statt also den Schlaf nachzuholen, verbringt man die Extrazeit mit sinnlosem Herumwälzen und mit zu vielen Gedanken. Und es sind genau diese Gedanken, die sich zu Sorgen und Ängsten steigern und mehr Schlaflosigkeit verursachen.

Ich kann nicht ohne Schlafmittel einschlafen

Es ist verständlich, das zu glauben, wenn man bereits Schlafmittel genommen hat. Bei Gewöhnung an ein Schlafmittel stellen sich beim Absetzen des Medikamentes tatsächlich zunächst Einschlafprobleme ein. Deshalb ist es aber umso wichtiger, dass der Körper sich wieder daran gewöhnt, ohne medikamentöse Hilfe einzuschlafen, bevor man wirklich abhängig wird. Schlafmittel sollten niemals mehr als eine vorübergehende Lösung sein. Als langfristiges Hilfsmittel sollte man eine Therapie in Erwägung ziehen.

Ich muss fest versuchen, einzuschlafen

In den meisten Fällen hat es ein positives Ergebnis, wenn wir uns mehr Mühe geben, doch beim Einschlafen ist das anders. Je härter man versucht, zu schlafen, umso schwieriger wird es. Was man braucht, ist völlige Entspannung, und Mühe geben ist das Gegenteil. Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Das Beste, was man tun kann, ideale Schlafbedingungen zu schaffen, ist gedanklich loszulassen und den Kopf frei zu machen.

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