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Heißhunger und Gelüste in der Schwangerschaft

Heisshunger
Für die einen symbolischer Inbegriff des Schwangerseins, über das unzählige Witze gemacht wurden, besonders über die Männer, die zur Stillung der Gelüste ihrer schwangeren Partnerinnen jede Strapaze auf sich nehmen, sogar mitten in der Nacht auf die Suche nach dem Begehrten gehen. Nahezu jede Schwangere wird im Laufe der Schwangerschaft bestätigen können, dass sie gefragt wurde, welche Heißhunger-Attacken sie denn bekommen habe.

Für die anderen bloße Übertreibung, oder sogar fragwürdiges Phänomen, denn sie haben während ihrer gesamten Schwangerschaft, oder der einer Partnerin oder Bekannten keinen Anflug von Heißhunger erlebt, bzw. sich mit Übelkeit herum geplagt, die jedwedes Hungergefühl grundsätzlich überdeckte.

Ist es nun ein Mythos, oder existieren sie wirklich, der Heißhunger und die Gelüste auf bestimmte Lebensmittel in der Schwangerschaft?


Wie bei vielen anderen Dingen, gilt auch hier, dass jede Schwangere davon heimgesucht werden kann, dies aber nicht der Fall sein muss. Ungefähr 85 Prozent aller Schwangeren kennen dieses Phänomen.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Gelüste sich, wenn sie auftreten, dann aber meist auf eine der vier Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer oder bitter, hinzu kommt noch scharf, konzentrieren.

Dabei ist Süßes der eindeutige Favorit bei 40 Prozent der Schwangeren, wie man in Untersuchungen festgestellt hat. Danach folgt meist Salziges, Scharfes und erst zuletzt Saures oder Bitteres.

Experten sind sich noch nicht einig, ob der Heißhunger lediglich auf die Umstellung der Hormone zurückzuführen ist, oder noch andere Gründe haben kann. Ein Indiz für erstere Theorie wäre zumindest, dass bei vielen Frauen die Gelüste mit der Geburt des Babys abrupt aufhören und sich ihr Essverhalten normalisiert.

Auch ein Zeichen dafür scheinen die sehr extremen Gelüste zu sein, bei denen die seltsamsten Kombinationen von Lebensmitteln plötzlich als absolutes Lieblingsgericht und Muss erkoren werden. Hier gibt es Beispiele, die von Marmeladenbrot mit Ei, über Saucen ohne Beilagen, zu extrem großen Mengen nur eines bestimmten Lebensmittels reichen.

Andere Meinungen, die besonders von Ernährungswissenschaftlern vertreten werden, sind die, dass Schwangere mit den Gelüsten von ihrem Körper Zeichen bekommen, um Nährstoffmängel auszugleichen. Zwar macht dies durchaus Sinn, ist es doch möglich, dass es sich hierbei um einen in der Schwangerschaft besonders gut ausgeprägten Schutzmechanismus handelt, um zu gewährleisten, dass das Baby optimal versorgt wird und es auch bei der Mutter nicht zu schweren Mangelerscheinungen kommt. Dennoch zweifeln Kritiker daran, denn es handele sich nicht immer um Gelüste nach sinnvollen Lebensmitteln, nämlich denen, die hohe Mengen des angeblich mangelhaft vorkommenden Nährstoffes bei der Mutter abdecken würden.

Trotzdem kann die Lust auf Schokolade z.B. mit einem Mangel an Vitamin B in Verbindung gebracht werden, oder die Eiskrem auf Kalzium.

Menschen, die es gelernt haben, auf ihren Körper zu hören, kennen aber ebenfalls solche Anzeichen, ihm gewisse Dinge zuzuführen, dies vor allen Dingen, wenn ihr Organismus und Verdauungsapparat nicht durch generell mangelhafte Ernährung diese Fähigkeit verloren hat. So kann es normal sein, dass Hunger auf rotes Fleisch bedeutet, dass der Körper Eiweiß oder Eisen benötigt, oder das Vitamin C von Zitrusfrüchten, usw.

Sowohl in der Schwangerschaft als auch im Normalzustand ist es besonders wichtig, die Ernährung in einer guten, gesunden Balance zu halten. Dies verhindert vor allen Dingen, dass ein Teufelskreis aus Frust und Lust entsteht, was nicht bedeuten soll, dass man Gelüsten nicht auch einmal nachgeben darf.

 

 
 
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