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Stadtleben

Etwa 70% der Menschen in Europa und beinahe die Hälfte der Erdbevölkerung (40%) verbringt die meiste Zeit des Lebens in einer Stadt. Die starke Bebauung einer Stadt schafft im Gegensatz zu unbebautem oder nur teilweise bebautem Land ein eigenes Lokalklima, dass den menschlichen Körper und sein Wohlbefinden beeinträchtigen.

 

Der Einfluss der Stadt auf die Gesundheit steigt mit zunehmender Stadtgröße. Zement und Asphalt absorbieren die Sonnenstrahlen und die Wärme tagsüber schneller und geben sie abends langsamer wieder ab. Daneben wird durch Heizung, Industrie und Straßenverkehr ebenfalls Wärme erzeugt. Dadurch liegt die Temperatur in der Stadt im Durchschnitt 2 Grad höher als auf dem Land, in besonders großen Städten sogar bis zu 9 Grad.

Der Wärmeüberschuss kann vor allem im Sommer den Organismus belasten, vor allem weil durch die verlangsamte Wärmeabgabe in der Nacht wenig Erleichterung verschafft wird.

Das erhöhte Vorhandensein von Staubpartikeln in der Luft verstärkt die Kondensationsmöglichkeit und führt zu vermehrter Nebelbildung besonders in Herbst und Winter.

Über den Wärmezentren einer Stadt steigt die warme Luft nach oben, kühlt ab und kommt als Niederschlag wieder herunter. Ferner entziehen die Städte dem Umland Feuchtigkeit. Daher kommt es, dass es in Großstädten meist mehr Niederschlag gibt als auf dem Land. Mit der Größe der Stadt nimmt die Niederschlagsbereitschaft zu.

Luftverschmutzung durch Verbrennungsabgase und Aerosolpartikel spielt eine weitere wichtige Rolle für die Gesundheit im Stadtleben. Die Luftverschmutzung verändert die Strahlungsverhältnisse und setzt die Sonnenstrahldauer herab und wirkt sich nicht nur im abgegrenzten Stadtgebiet, sondern großklimatisch aus. Die Stadt hat gegenüber dem Land bis zu 20% weniger Sonneneinstrahlung.

Die Abgase verursachen Atemwegserkrankungen und die Herztätigkeit.

Intensive UV-Einstrahlung kann in Ballungszentren durch photochemische Reaktionen Smog verursachen, der besonders gesundheitsschädlich ist, je weniger Luftaustausch vorhanden ist. Das im Smog enthaltene Kohlenmonoxid und Ozon reizt die Schleimhäute der Augen und Nase und führt zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Nasenbluten.

In städtischen Ballungsgebieten haben die Menschen im Durchschnitt eine kürzere Lebenserwartung als auf dem Land.

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